Umweltschutz auf der Kippe?

„Rauchen ist tödlich“. 14 Prozent der 14 bis 17-Jährigen rauchen – Über 30 Prozent aller über 14 Jährigen. Und obwohl die Raucherzahlen bei Jugendlichen seit Jahren sinken bleiben sie bei Erwachsenen immer noch gleich. Die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen kennen wir alle und sie haben es unter anderem auch zu verantworten, dass viele nicht rauchen.  Was viele aber nur am Rande mitbekommen: Rauchen schadet nicht nur uns sondern auch der Umwelt. Inwiefern? Das erfahrt ihr hier!

Dieser Artikel ist im Rahmen eines Projektes von der polnischen Studentin Ayo entstanden, die an der Christlichen Schule Kiel auf Englisch einer siebten Klasse einen Vortrag über Zigaretten gehalten hat – wirklich interessant!

 

Zigaretten als Abfall

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jährlich um die 5,6 Billionen Zigaretten geraucht, geschätzte zwei Drittel davon werden achtlos auf den Boden geworfen. Zigaretten sind das weltweit am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt und stellen ein enormes Problem dar: Sie sind Sondermüll und enthalten sehr viele giftige Stoffe. Doch sie enthalten nicht nur giftige Stoffe, beim Verbrennen selbst entstehen auch 7.000 Verbindungen, von denen bis zu 70 krebserregend sind. Diese Stoffe bleiben aber zu großen Teilen in den Zigarettenfiltern hängen. Wenn es regnet oder Zigaretten im Wasser schwimmen, hat das ernste Folgen für die unmittelbare Umgebung: Es kann sich leicht die Hälfte aller Inhaltsstoffe im Wasser verteilen. Eine weggeworfene Zigarette kann 40 Liter Grundwasser verseuchen. Viele Zigaretten landen früher oder später im Meer – Deren Filter, die aus einem Kunststoff bestehen, werden zu Mikroplastik zerrieben. Solch ein zerriebener Filter einer Zigarette pro Liter Wasser reicht aus, um Fische in vier Tagen zu töten. Erst nach bis zu 15 Jahren hat sich der Zigarettenfilter einigermaßen gut aufgelöst. Problematischer wird es in Salzwasser. Dort wird der Zersetzungsprozess noch verlangsamt.

“Das soll bis zu mehreren Hundert Jahren dauern“,

sagt Dr. Ilka Peeken vom Alfred-Wegener-Institut (AWI). Selbst im Packeis haben Forschende des AWIs kleine Celluloseacetat-Partikel gefunden. Ilka Peeken:

“Wir können nur noch über deren chemische Zusammensetzung darauf schließen, wo sie vermutlich herkommen. Die Partikel des Celluloseacetats gelten als Indikator für Zigarettenkippen“.

Teilweise fanden die Forschenden des AWIs über 12.000 Mikroplastikteilchen pro Liter Meereis.

Zigaretten in der Produktion

Nicht nur der Zigarettenabfall verursacht Umweltverschmutzung, sondern ganz besonders auch die Produktion von Zigaretten. Jährlich werden ungefähr 84 Millionen Tonnen CO2 für die Herstellung ausgestoßen. 600 Millionen Bäume werden jährlich gefällt, sehr viel Energie und 22 Milliarden Tonnen Wasser verbraucht. Der Tabak für die Zigaretten wird in Monokulturen angebaut, wo unzählige Gifte dafür sorgen, dass dort ausschließlich Tabakpflanzen wachsen. Bäume müssen gefällt werden, weil die Tabakpflanzen über dem Feuer getrocknet werden – nicht in der Sonne.

In diesem Artikel werden keine Einweg-E-Zigaretten behandelt. Dass sie Einweg sind und gleichzeitig Akkus enthalten, sorgt schonmal für eine extreme Verschwendung von Rohstoffen. E-Zigaretten sind außerdem Sondermüll und nicht Restmüll. Regelmäßig verursachen die Akkus Brände, weil sie im Restmüll gelandet sind und mit dem anderen Restmüll weiterverarbeitet wurden. E-Zigaretten müssen an einer Sammelstelle abgegeben werden. Auch Läden, die E-Zigaretten verkaufen, müssen die alten Zigaretten wieder annehmen.

Quellen

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