Nauru: Ein Inselstaat und dessen Klimamaßnahmen

Nauru ist nach dem Vatikan und Monaco das drittkleinste Land der Welt. Der im Pazifischen Ozean bei Australien liegende Staat hat es nur etwas mehr als 10.000 Einwohner*innen. Im Vergleich zu den kleineren Ländern ist das nicht sonderlich wenig. Einen entscheidenden Unterschied gibt es trotzdem: Vatikan und Monaco sind reich. Nauru ist ein Inselstaat und droht wegen des steigenden Meeresspiegels unbewohnbar zu werden.

Während im Vatikan vor allem aus religiösen Gründen Klimaschutz betrieben wird und in Monaco aus Luxus, wird man wohl in Nauru eher aus Überlebensgründen, sowohl in Bezug auf die Bewohner*innen als auch in Bezug auf das eigene Land, das Klima schützen. Wie schafft das Nauru als ein Staat, der auch noch mit viel Armut zu kämpfen hat?

Nauru – Ein vergleichsweise armes Land

40 Prozent der Nauruer*innen halten es für wahrscheinlich, dass sie wegen des Meeresspiegelanstiegs auswandern müssen. Verursacht wurde dieser aber, wie ihr hoffentlich alle selbst wisst, nicht von den Einwohner*innen Naurus selbst. 2014 sorgte das Land für 0,000061 Gigatonnen von CO2-Äquvalenten. Zum Vergleich: Im selbigen Jahr hat Deutschland 0,9 Gigatonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Wenn Nauru also eine Tonne CO2-Äquivalente verursachen würde, würde man in Deutschland zur gleichen Zeit 14.700 Tonnen ausgestoßen haben.


Nauru: Das Innere der Insel ist durch einen lange Zeit regen Phospatabbau stark beschädigt. Vor allem der Randbereich der Insel ist bewohnt und gleichzeitig auch besonders gefährdet durch den steigenden Meeresspiegels.


Naurus Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei etwa 10.138 USD – Deutschlands ist ungefähr fünf Mal so hoch. Viele Klimamaßnahmen, die in anderen Ländern selbstverständlich sind, sind in Nauru wohl relativ utopisch. Mülltrennung zum Beispiel wäre eher der übernächste Schritt, wenn in Nauru der Müll häufig einfach irgendwo landet. Deshalb ist in den Klimaschutzpapieren nicht selten von einer notwendigen Unterstützung durch andere Länder oder von einer Überprüfung von weiteren Maßnahmen die Rede. Geprägt war die Recherche für diesen Artikel durch nicht mehr aktuelle Ziele in englischsprachigen PDF-Dateien aus dem Internet. Über die Klimaschutzziele der nauruischen Regierung wird auch kaum von der Presse berichtet – auch nicht, ob sie erreicht wurden oder nicht. Viele Maßnahmen sollten bis im Jahr 2020 umgesetzt worden sein. Ob das auch funktioniert hat oder nicht, ließ sich für uns nicht durch die gängigen Webseiten herausfinden.

Klimaneutralität und Erneuerbare

Nauru soll im Jahr 2050 klimaneutral sein und hat sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet. Um das Jahr 2018 hatte Nauru einen Anteil an erneuerbarer Energie von zwei bis drei Prozent und plante, bis 2023 einen Anteil von 50 Prozent erzielt zu haben. Dieses Ziel wurde später nach hinten verschoben. Vollkommen unrealistisch ist so eine Maßnahme dennoch nicht, denn die Asiatische Entwicklungsbank gibt den Großteil des benötigten Geldes für eine Solaranlage mit 15.360 Solarpaneelen und ein weiteres Solarenergieprojekt. 47 Prozent des Solarstrommixes würde das Projekt ausmachen und 6 Megawatt Strom erzeugen können. Statt 40 US-Dollar würde der Strom nun 30 US-Dollar kosten pro Kilowattstunde. Außerdem werden dann jährlich über 11.0000 Tonnen CO2 eingespart, so die Bank. Um das Jahr 2021 sollte das Projekt fertig sein. Es gibt vereinzelt Meldungen, dass das Projekt schon fortgeschritten ist. In zehn weiteren kleinen Inselstaaten werden von der Entwicklungsbank ähnliche Projekte finanziert.

Außerdem sollte bis 2020 eine Energieeinsparung von 30 Prozent erreicht sein und es war auch geplant, dass das Thema Klimakrise in dem Lehrplan der Grundschulen auftaucht. Ob diese und andere Maßnahmen eingehalten und erfüllt worden sind, lässt sich schwer recherchieren. Zu dem Solarprojekt haben wir im August des letzten Jahres eine Antwort auf unsere Nachfrage bezüglich des aktuellen Standes bekommen.

„Das Projekt wird derzeit umgesetzt und soll in Kürze in Betrieb genommen werden.“ ~ Asiatische Entwicklungsbank

Wir schreiben hier weiter, sobald wir mehr über die Umsetzung der anderen Maßnahmen wissen.


Mehr über die geförderten Projekte gibt es auf Deutsch hier.


Quellen

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