Fledermausschutz mit dem NABU Kiel

Die Fledermaus ist eines der kleinsten Säugetiere der Welt und das einzige Säugetier, das aktiv fliegen kann. Sie ist wie viele Tierarten von der Klimakrise und dem Verlust der Artenvielfalt bedroht. Gemeinsam mit dem NABU Kiel haben wir uns Fledermäuse näher angeschaut und durch verschiedene Aktivitäten dabei geholfen, sie zu schützen.

Juli 2024

 

Abends um 21:30 Uhr haben wir uns zusammen mit Frank Pliquett vom NABU Kiel im Tannenberger Gehölz getroffen und im Dunkeln mit Infrarotkamera und Fledermausdetektor nach Fledermäusen gesucht, die wir auch schnell gefunden haben. Von Frank haben wir sehr viel über die heimischen Fledermausarten gelernt – vor allem über die Mücken- und die Zwergfledermaus: Jede Art hat ihre eigene Schallfrequenz, wodurch man sie mithilfe des Detektors auseinanderhalten kann. Die Säugetiere fliegen vor allem auf Freiflächen wie Wiesen, da dort viele Insekten sind, oder bei Wegschneisen. Sie sind bei der Wahl ihrer Wohnung erstaunlich genau: Sie erwarten an Bäumen Astlöcher, weshalb sie nur in die Fledermauskästen mit runden Einflugslöchern fliegen. Kästen mit Schlitzen sollte man deswegen zum Beispiel an Felswänden oder bei Mauerwerk aufhängen.



Oktober 2024

Im Tiergehege Hasseldieksdamm sind wir zusammen mit Frank und anderen NABU-Mitgliedern durch den Wald gelaufen und haben mit Leiter und Spachtel Fledermauskästen kontrolliert und gereinigt. In den Kästen, in denen Fledermäuse drin waren, haben wir die Arten bestimmt. Diese kann man manchmal nur anhand von bestimmten Mustern der Flügel erkennen. Viele Tiere sind dabei gar nicht aufgewacht, weil sie tief und fest geschlafen haben. Fledermäuse sind nicht gern allein, weshalb es sinnlos ist, Kästen im ganzen Wald verstreut aufzuhängen. Sie sind am liebsten mit mehreren in einem Kasten. Manchmal sind es sogar um die 12 Tiere.

Das Gleiche haben wir auch in Russee gemacht. Hier waren noch mehr Fledermäuse. Fast in jedem Kasten haben wir mehrere Tiere gefunden, vor allem den großen Abendsegler. Dieser ist mit ausgestreckten Flügeln so groß wie zwei Hände mit gespreizten Fingern.




Januar 2025

Am Kanal in Suchsdorf sind wir nachts mit Taschenlampen in einen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg gestiegen, da Frank als einer der Wenigen einen Schlüssel hat. Einmal während des Winterschlafs der Fledermäuse darf der Bunker von Frank betreten werden – und wir waren dabei. Hier gab es verschiedenen Nistmöglichkeiten für die Fledermäuse, wie zum Beispiel große Stapel von Backsteinen, wo die Tiere in den Lücken nisten können, oder Röhren aus Plastik, in die die Tiere hineinkriechen können. Fledermäuse haben wir leider nur zwei gefunden, dafür aber auch Molche in Pfützen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Fledermauspopulation in dem Bunker verdoppelt.


 

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Mai 2025

Wir haben vom NABU drei eigene Fledermauskästen geschenkt bekommen! Einer war sogar mit einem Sender ausgestattet, um die Aktivitäten im Kasten mit dem Handy beobachten zu können. Nach zehn Tagen hat er allerdings nichts mehr gesendet, weshalb er aus dem Kasten entfern werden muss. Vermutlich stört Laub den Sender.
Als wir die Fledermauskästen bekommen und fertig aufgehängt haben, wurden auch noch einige andere Nistkästen kontrolliert, doch da schon der erste ein Gelege enthielt, haben wir lieber nicht weiter gestört.
Ende Mai haben wir uns spät abends wieder am Erlenkampsee getroffen und mit verschiedenen Fledermaus-Sendern, Nachtsichtgerät und Wärmebildkamera nach Fledermäusen geschaut. Wir haben viele verschiedene Tiere gehört und gesehen. Frank hatte auch einen Sender dabei, den man mit dem Handy verbinden konnte. Hier konnte man auf einer Skala die verschiedenen Schallfrequenzen der Tiere sehen und damit die verschiedenen Arten erkennen.



Vom NABU Kiel haben wir sehr viel über Fledermäuse gelernt. Es sind faszinierende Tiere und man sollte sie unbedingt schützen. Danke an Frank Pliquett für die vielen Eindrücke!

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