„Falls Ihr Interesse habt, würde ich Euch nach Clausthal einladen, um Euch zu zeigen, was wir tun, was möglich ist und was man studieren könnte, um die Welt ein Stück besser zu machen. Wie wäre das?“ Eine AG-Fahrt an die Technische Universität Clausthal? Als ich Professor Goldmanns Mail las, bin ich erstmal vollkommen durchgedreht. Ein dreiviertel Jahr zuvor sind wir noch dabei, einen Interviewtermin für den Recyclingprofessor zu finden, der Vize-Präsident der Uni wird.

Einladung

Ein dreiviertel Jahr schreiben wir uns hin und wieder die aktuellen Nachrichten zum Thema Recycling: Über die Kreislaufflaschen-Werbung von Lidl, über das Interview mit ihm, über die Arbeitsblätter, die wir zum Thema Recycling erstellt haben und über ganz viele bunte Ostereier, die uns gewünscht werden… Und nun werden wir von ihm in seine Universität eingeladen! Vorsichtig schrieb ich in die Chatgruppe des Umwelt-Magazins, ohne klar zu sagen, wie großartig ich das finde. Kurze Zeit später kam dann heraus: Wir wären alle von so einer Reise begeistert. In den Sommerferien haben dann unsere damalige Ansprechperson unserer Schule und Herr Goldmann vereinbart, dass wir von Donnerstag bis Samstag in Clausthal-Zellerfeld zu Besuch sein werden, während Herr Goldmann Semesterferien hat. Ende der Sommerferien kam dann das von Herrn Goldmann konzipierte Programm – Und dann ging es auch schon bald los. Die Reise war wirklich großartig.

Bergwerkmuseum Rammelsberg

Wir waren in dem Bergwerk Rammelsberg und haben eine private Führung bekommen. Weil wir so viele Fragen gestellt haben, kamen irgendwann die Besucher der nächsten Führung bei uns an. Wir durften Wände mit Teelöffeln abkratzen! Viele Abschnitte der Gänge waren zu großen Teilen leuchtend grün, rot, lila oder weiß. Anhand einer weißen Stelle wurde uns erklärt, dass das weiß sei, weil die Stelle ein Salz sei. Die ganze Höhle enthalte viele versch… „Oh, lecker“ sagte eines unserer Mitglieder aus der siebten Klasse – „Kann man das essen?!“ Sie pflückte sich einen Salzkrümel auf und aß ihn. Stephan, unser „Grubenführer“ führte seinen Satz noch zu Ende mit „viele verschiedene Salze“ und erklärte dann, dass das natürlich kein Kochsalz sei. Alle chemischen Verbindungen, die aus einem Metall und einem Nichtmetall bestünden, nenne man „Salz“. Mögliche Folgen eines Verzehrs dieses Salzes könnten Durchfall oder Übelkeit sein – nichts Dramatisches. Naja, letztendlich ist dann glücklicherweise nichts passiert. Danach durften wir noch Interviews mit ihm führen und ganz viele wirklich spannende Experimente durchführen, durch die wir verstanden haben, wie Erze aus den Gesteinen herausgearbeitet und voneinander getrennt werden. Chemie kann ganz schön Spaß machen!



TU Clausthal

Am nächsten Tag haben wir eine dreistündige Vorlesung von Herrn Goldmann vorgetragen bekommen – drei Stunden, weil wir eifrig Fragen gestellt haben:). In seinem Institut haben wir dann Computer zerschreddert und dessen Einzelteile maschinell sortiert. Nach furchtbar leckeren Schnittchen von der TU Clausthal sind wir dann – auf der Fahrt weiter über Recycling redend – nach Goslar in das größte Elektrorecyclingwerk Europas gefahren. Später haben wir noch eine Firma besucht, die die IT fürs Recyceln bereitstellt. Das war alles großartig und unfassbar spannend! Beide Abende war Herr Goldmann noch mit in unserer Unterkunft und hat weitere Fragen beantwortet und Interviews gehalten. Die TU Clausthal ist eine der vier Unis weltweit, die die Forschung zum Thema Recycling bereitstellen und Recyclingstudiengänge anbieten. Die „Recyclingregion Harz“ wird auch gerne „Silicon Valley für Recycling“ genannt und wurde von der TU ins Leben gerufen. Über 70 Prozent unser AG können sich sehr gut vorstellen, in Clausthal zu studieren. Auf jede*n Studierende*n kommen durchschnittlich zehn Arbeitgebende zu.

Ein kleiner Eindruck der auf der Fahrt besprochenen Themen



Video: Unsere Fahrt zur TU Clausthal



Bildquelle:

Titelbild: Von Matthias Süßen – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81862626

Es ist, finden zumindest wir, einfach unfassbar, von Svenja Schulze und dem Bundespräsidenten als Siiiieger beim Schulwettbewerb „Eine Welt für alle“ in unser Kategorie ausgezeichnet worden zu sein!!!

Zur regionalen Auszeichnung wird ein gesonderter Artikel veröffentlicht.

Über 570 Bewerbungen von mehr als 30.000 Menschen wurden bewertet. Und wir haben es doch tatsächlich als eines von 22 Projekten in das Finale geschafft. Wir, ein Umwelt-Magazin von Schüler*innen, waren, wie es wohl jede Gruppe in dieser Situation wäre, unglaublich froh. Als wäre das nicht genug, sind wir dann erster Platz geworden. Vermutlich müssen wir nicht schildern, wie perplex und fassungslos wir waren. Ich kann es immer noch nicht glauben. Vielen, vielen Dank an diesen großartigen Wettbewerb, an dem wir teilnehmen durften. Das war eine großartige Zeit für uns, die wohl keiner von uns vergessen wird.

1) Unsere Bewerbung

Ein Mitglied unserer AG war vor einiger Zeit bei einer Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit, auf der auch jemand von Engagement Global war, der uns nach einem Gespräch bei einem letztenendes leider nicht vollständig stattfindenem Projekt viel geholfen hat. Bald würde die Bewerbungsfrist beim Schulwettbewerb „Eine Welt für alle„, der von Engagement Global veranstaltet wird, enden; ob wir nicht Lust hätten, teilzunehmen. Klar hatten wir Lust und haben uns beworben. 20 Minuten pro Projekt hatte die Jury Zeit. Die Bewerbungen konnten Präsentationen, Filme, Plakate und Co. sein. Wir haben uns für eine Präsentation entschieden. Beworben haben wir uns mit:

  • dem Projekt Ecosia in Kiel
  • (vor allem den Beiträgen) unserer Website
  • einem noch nicht veröffentlichtem Trailer mit Videobotschaften

Die Bewerbung könnt ihr in der folgenden Bildstrecke abrufen. (Noch) nicht ganz spruchreife Textstellen sind unscharf.



Über den Wettbewerb

Der deutschlandweite entwicklungspolitische Schulwettbewerb „Eine Welt für alle“ wird von Engagement Global durchgeführt. Seit 2003 verfolgt der Wettbewerb das Ziel, den Lernbereich Globale Entwicklung im Unterricht aller Jahrgangsstufen und Schulform zu verankern und Kinder und Jugendliche für die Themen der einen Welt zu sensibilisieren.


2) Warten und Vorjury

Nachdem wir unsere Bewerbung abgeschickt haben, hieß es für uns: Warten. Wir haben einen schulischen Hintergrund, haben aber leider vermutlich nicht so viel wie andere AGs mit unserer Schule zu tun. Es hat uns riesig gefreut, dass wir dann eine Mail bekamen. Wir seien als eines von ungefähr 20 Projekten weiter gekommen – zur Hauptjury. Zur gleichen Zeit bekamen wir die Nachricht, dass wir auf regionaler Ebene ausgezeichnet wurden. Zur 10. Runde des Wettbewerbs wurden nämlich erstmals auch die besten Projekte jedes Bundeslandes ausgezeichnet. Zu denen gehören wir, so stand es in der Mail, auch. Wir sind Gewinner auf schleswig-holsteinischer Ebene in unserer Kategorie. Dann war es irgendwann so weit und die Fahrt zur Preisverleihung nach Berlin stand bevor. Am Tag vor der Abfahrt haben wir uns noch schnell AG-T-Shirts gesiebdruckt.


Was ist mit „Kategorien“ gemeint?

Man kann sich auf bundesweiter Ebene in verschiedenen Kategorien bewerben:

  • Kategorie 1 (Klassen 1-4)
  • Kategorie 2 (Klassen 5-7)
  • Kategorie 3 (Klassen 8-10)
  • Kategorie 4 (Klassen 11-13, Berufssschulen)
  • Kategorie 5 (gesamte Schulen)

Wir haben uns in Kategorie 3 beworben. In den Kategorien gibt es folgende Preise:

  • Kategorie 1-4: jeweils der 1. Platz bekommt 2.000€, der 2. Platz bekommt 1.000€, der 3. Platz erhält 500€
  • Kategorie 5: 5x werden 5.000€ vergeben
  • Sonderpreis „Hoffnungsträger“ von Nichtregierungsorganisationen: vier Workshops
  • ENSA-Preis: einer Schule wird ein Austauschprogramm gefördert

3) Fahrt nach Berlin

Als eines von 22 Projekten aus den 5 Kategorien wurden wir nach Berlin zur großen Preisverleihung eingeladen. Das war vielleicht toll! Von Montag bis Dienstag konnten wir zu zehnt mit zwei begleitenden Lehrer*innen und einer großartigen Hilfskraft von Engagement Global in Berlin sein. Wir waren im riesigen, wirklich toll aufgemachten und sehr informativen Futurium, haben leckere Pizza gegessen und dann begann das sogenannte Vorabendprogramm auf dem Gelände des GLS Campus‘ Berlin. Spannende Infostände, T-Shirts zum Bemalen, Bilder der Illustratorin Susanne Asheuer, die die einzelnen Gewinnerprojekte wunderbar verdeutlichen, Musik… Und Ralph Caspers, mit dem wir ein Interview geführt haben, gab es dort! Er, der Moderator der zwei Tage, hat uns doch tatsächlich erkannt. Da sind wir schon irgendwie ein bisschen stolz. Ein Gruppenfoto mit ihm konnten wir auch machen!

Später wurde man mit Bussen einer Firma namens „VIP Bus Service“ einen Kilometer im Platzregen zur Unterkunft gefahren! Wir waren im Pfefferbett Hostel, was wirklich sehr hübsch eingerichtet ist. Nach einer oder vielleicht auch ein bisschen mehr Runden Werwölfe und einem Bildrückblick auf Instagram sind wir dann schlafen gegangen, um am nächsten Tag dann zur Preisverleihung gebracht zu werden.

Die Erlebnisse in Bildern

 

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4) Platz 1 auf Bundesebene!

Nach einem großartigen Frühstück im Pfefferbett wurden wir mit dem VIP Bus Service zum GLS-Gelände und dem dortigen Hotel Oderberger gefahren. Diesmal ging es zur Schwimmhalle beziehungsweise zum ehemaligen Stadtbad, dessen Becken vollständig abgedeckt wurde. Man saß dann sozusagen auf Wasser.

Frank-Walter Steinmeier und Svenja Schulze kamen in den Saal, der Livestream wurde gestartet und die Veranstaltung begann. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, viele Bilder von der Reise für unser AG-Buch zu machen. Das ist uns an diesem zweiten Tag so gar nicht gelungen. Wir waren einfach zu aufgeregt. Die Preisverleihung begann mit Reden, die recht rührend für uns waren. Danach wurde ein zusammenfassender Film über die ersten drei Plätze der Kategorie 1 gezeigt. Danach wurde zuerst verkündet, wer auf dem dritten Platz gelandet ist. Die entsprechend aufgerufene Gruppe ging auf die Bühne und bekam Glückwünsche von Entwicklungsministerin Schulze und Bundespräsident Steinmeier. Währenddessen wurde die Jurybegründung von Ralph Caspars vorgelesen. Dann waren zweiter, dann erster Platz an der Reihe. Fortgesetzt wurde im gleichen Schema mit Kategorie 2. Besonders aufregend war für alle, dass nicht alle, die einen Preis gewinnen, in dem zusammenfassenden Film der jeweiligen Kategorie auftauchten. Die Sonderpreise wurden erst am Ende gesondert gezeigt. Als dann der Film über Kategorie 3 abgespielt wurde, ging es uns nicht ganz gut. Es war einfach zu aufregend, ganz schlimm aufregend. Wir wollten natürlich irgendwie in dem Film auftauchen und tatsächlich waren wir dann als zweite Gruppe dran. Das übliche Prozedere: Platz 3 wurde aufgerufen, wir waren es nicht. Platz 2 wurde aufgerufen: Umwelt-Ma…? Nein, wir waren erster Platz! Daraufhin wurde mir ein wenig schwindelig und  wir haben den Großteil der Veranstaltung nicht mehr so richtig aufnehmen können.

5) Danach

haben wir einen riesigen Scheck über 2.000€ und eine Urkunde bekommen, ich habe realisiert, dass uns wirklich alles vom Wettbewerb bezahlt wurde außer der Besuch im Restaurant und, ja, für uns ist die Welt ziemlich in Ordnung! Dann wurden wir noch kurz interviewt. Ich habe keinen klaren Satz formulieren können. Bei Mia lief das ein bisschen besser.

Danke

Jede*r hätte die Platzierung vollkommen verdient, finden wir! Das waren wirklich zwei furchtbar inspirierende Tage mit großartigen Projekten. Danke an die Jury und das gesamte Team von Engagement Global, dass uns so geholfen hat. Danke an alle, die mit uns Interviews geführt haben oder uns bei Artikeln mit ihrer Expertise fachlich unterstützt haben. Von der Schulbibliothekarin bis zum Instrumentallehrer – Vielen, vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung. Und Danke an unsere Eltern, die uns momentan durch mehr oder wenige massive Probleme hindurch begleiten, bei denen wir alleine wohl kaum eine Chance mehr hätten.

1. Platz in unserer Kategorie auf Landes- und Bundesebene: Was waren das für 2 Tage! Nach 2 Jahren Arbeit, vielen Höhen und Tiefen, sind wir einfach nur dankbar, wie viel wir geschafft haben. Und dieser Preis ist für uns irgendwie die Krönung unseres Engagements! Danke an alle, die uns in den letzten 2 Jahren geholfen haben. Wir realisieren das auch jetzt noch nicht so richtig. Das ist ein Beweis dafür, dass das, was wir machen, nicht umsonst ist, auch wenn andere was anderes sagen. ~ AG-Mitglied Abdullah

Liebe Leser*innen,

Die TMS Bad Oldesloe möchte zu einer gemeinsamen Aktion von Schulen einladen und zeigen, dass auch in schwierigen Zeiten gemeinsame Aktionen den Zusammenhalt stärken können, ein Mittel gegen Hilflosigkeit sind und eine Menge bewegen können.

Was?

Deshalb möchten wir mit Held für die Welt einen Schul-Sponsorenlauf durchführen, der einerseits Projekte von Kinderhilfe global e.V. und ein Projekt von char2cool unterstützt, das gleichzeitig Menschen in Afrika (besonders Kindern) dauerhafte Ernährungssicherheit durch die Verbesserung der Böden ermöglicht, langfristig Arbeitsplätze schafft, Frauen stärkt, Probleme mit invasiven Pflanzen bekämpft und einen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Die TMS hat in den letzten beiden Jahren am Sponsorenlauf von Held für die Welt teilgenommen und unterstützt seit 2021 ein Projekt an einer Partnerschule in Kenia.

Aber euch fallen sicher ganz viele mögliche unterstützenswerte Initiativen ein, für die ihr an eurer Schule einen Sponsorenlauf veranstalten könntet!

Wie?

Die Durchführung ist sehr einfach und bedarf keiner großen Vorbereitung. Man benötigt lediglich eine Person, die die Schule anmeldet und die Klassenstärken der Schule online anlegt, was innerhalb von wenigen Minuten erledigt ist.

Alle teilnehmenden Schüler*innen brauchen danach nur die kostenlose Held-für-die-Welt-App, scannen den Barcode und los geht’s. Die gelaufenen Strecken werden dann von der App über einen Zeitraum von drei Wochen erfasst. Als Sponsor*innen können Familienangehörige, Freund*innen oder Firmen eingetragen werden, die entweder eine feste Summe oder einen Betrag pro gelaufenen Kilometer zusagen. Aber auch ohne Sponsor*in kann man Kilometer sammeln. Bei der Auswertung für das Ranking werden die Faktoren gelaufene Strecke, Teilnehmerquote (bei uns sind teilweise auch Eltern und Lehrer für die Klassen gelaufen), die Größe der Schule und die erlaufenen Sponsor*innengelder berücksichtigt. Während der dreiwöchigen Laufphase hat man dabei per App immer einen Überblick über das aktuelle Ranking der Schulen und Klassen, was den Wettbewerb sehr motivierend und spannend macht. Ob es an der Schule innerhalb dieses Zeitraumes auch einen gemeinsamen Lauftag gibt oder einzelne Klassen eine Sportstunde nutzen, oder lediglich in der Freizeit gelaufen wird, bleibt den Schulen dabei überlassen. Vielleicht möchte die Fachschaft Sport ja einen Schullauftag organisieren.

Macht mit!

Die Laufphase ist vom 7.6 bis zum 27.6. und die Anmeldung kann ab jetzt unter www.heldfuerdiewelt.de erfolgen. Unser Lauf kann unter dem Motto Gute Taten, Gute Stimmung: Läuft! nach der Anmeldung der Schule ausgewählt werden. Dort gibt es auch jede Menge Infos zu dem Konzept.

Lasst uns uns gemeinsam zeigen, dass man einen sportlichen Wettkampf durchführen kann, der Spaß macht, begeistert und bei dem es am Ende nur Gewinnende gibt.

Jetzt auch für Externe

Im Oktober des letzten Jahres trafen wir uns mittags am Bahnübergang. Ein Mitglied des BUND stand schon seit einiger Zeit mit uns in Kontakt und lud uns zu einer Aktion zum Erhalt einer wertvollen Halbtrockenrasenfläche an der Segeberger Landstraße ein.

„Magere Halbtrockenrasen“ – Eine Seltenheit in Schleswig Holstein

„Magere Halbtrockenrasen wie an der Segeberger Landstraße sind selten bei uns in Schleswig-Holstein und müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie nicht zuwachsen“, weiß der Biologe und Vorstand der BUND-Kreisgruppe Christian Herold.

Auf der artenreichen Fläche können dank der Pflegemaßnahmen von BUND und uns gefährdete Pflanzenarten wie das Mittlere Zittergras, Purgier-Lein und die Golddistel besser wachsen. „Viele Schmetterlinge wie das Blutströpfchen nutzen die Blütenpracht im Sommer“, sagt Herold.

BUND und wir haben hunderte Pflanzen entfernt

Wir waren ungefähr zu vierzehnt, davon 4 Schüler*innen aus unserer AG, und entfernten gemeinsam hunderte Weißdornbüsche und Brombeerenpflanzen, um die Wiese für seltene Orchideenarten und andere gefährdete Pflanzenarten freizuhalten. Wir hatten ein bisschen Glück, dass das Wetter mitgespielt hat und es ausnahmsweise mal sonnig gewesen ist.

Vom Bahnübergang aus gingen wir zur – zu der Zeit noch – Sanddornfläche. Jeder hat sich eine kleine Ecke vorgenommen und dort gearbeitet. Manche haben auch Zweierteams gebildet – und viel geschafft. Manchmal ist auch ein Zug vorbeigefahren und wir wurden von den am Fenster sitzenden Menschen fragend angeguckt, was wir denn hier machen würden, weil wir nun mal an einer ArtNach gut 2 Stunden haben wir eine kleine Pause gemacht und Brötchen gegessen, die für die ganze Gruppe mitgebracht wurden, um dann nach circa 10 Minuten weiterzuarbeiten. Um 15:30 Uhr mussten wir dann wieder nach Hause fahren, da wir leider keine Zeit mehr hatten. Die anderen vom BUND weitergearbeitet.

Diese Aktion hat der BUND noch einige Male wiederholt und wir waren zweimal dabei.

Der BUND – Gerne mitmachen!

Seit mehr als 30 Jahren betreut der BUND Kiel den geschützten Landschaftsbestandteil an der Segeberger Landstraße direkt an den Bahnschienen und erhält dadurch ein besonderes Stück Natur im Kieler Süden. Neben der regelmäßigen Landschaftspflege kartieren die Naturschützer*innen die Tier- und Pflanzenarten im Gebiet. Interessierte, die sich ebenfalls für die geschützten Landschaftsbestandteile an der Segeberger Landstraße oder die Kieler Stadtnatur im Allgemeinen einsetzen möchten, können sich beim BUND Kiel unter bund.kg.kiel@gmx.de oder 0431/801312 melden. Die Kreisgruppe trifft sich jeden ersten Dienstag um 19:30 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle im Hinterhof der Olshausenstraße 12.



Teile des Textes sind vom BUND Kiel geschrieben

Anfang Oktober, kurz vor den Herbstferien letztes Jahr, haben wir als AG mit Freunden und Verwandten eine große Apfelsaft-Aktion organisiert. Wir haben eine Menge Äpfel gesammelt: Insgesamt hatten wir am Ende fast 400kg Äpfel.

Im Schrebergarten haben wir dann alle Äpfel gewaschen, klein geschnitten, geschreddert und dann letztendlich in eine Hydropresse gefüllt. Es hat den ganzen Tag gedauert. Letztlich konnten wir um die 200 Liter zusatzfreien und umweltfreundlich hergestellten Apfelsaft in Flaschen abfüllen, der nur noch pasteurisiert werden musste. Der Saft schmeckte viel besser als aus dem Laden und wir haben ihn, wie ihr bestimmt schon wisst, zum Teil auf dem Weihnachtsbasar an unserer Schule verkauft.

Die Aktion hat uns allen, trotz der Anstrengung und der Wespen, viel Spaß gemacht. Wir hoffen, euch gefällt der kleine Beitrag und vielleicht haben wir euch hiermit eine neue Idee für ein gemeinsames und umweltschonendes Projekt gegeben.

Bilder der Aktion:

 

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Wir als Umwelt-AG haben im Herbst angefangen uns auf den Weihnachtsbasar vorzubereiten. Im Oktober haben wir zusammen Apfelsaft gepresst. Im November haben wir Quittenbrot und Quittenmarmelade selbst hergestellt, wir haben auch noch viele andere umweltfreundliche Produkte selbst hergestellt.

Am 1. Dezember fand dann der Weihnachtsbasar statt. Wir hatten einen sehr zentral gelegenen Stand im Mittelgang, wo sehr viel Kundschaft vorbeikam. Unser Plan war es keine festen Preise für unsere selbstgebastelten und selbst hergestellten Sachen festzulegen, sondern die Kaufenden entscheiden zu lassen, was es ihnen wert ist. So konnten wir 322€ an Spenden sammeln.

Das gemeinsame Verkaufen hat uns allen sehr viel Spaß gemacht! Danke an alle, die etwas gespendet haben und Vielen Dank für die ganzen positiven Rückmeldungen!

P.S.: Wir haben neben QR-Codes, die zu beliebigen Artikeln unserer Website führen, auch welche ausgeteilt, die auf eine Rezeptsammlung extra für die zum Essen gedachten Dinge unseres Standes weiterleiten. Die Rezepte werden in der nächsten Zeit regulär veröffentlicht:)


Einige Bilder von unserem Stand:

 

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Abonniere uns auf YouTube

Hallo, an alle, die das hier lesen:) Das hier kann man kaum als Projekt bezeichnen, aber noch weniger als Artikel, deshalb erscheint er in „Projekte“…

Wir sind auf YouTube!

Warum vielleicht lieber nicht?

YouTube gehört zu Google. Dadurch unterstützen wir schonmal einen großen Konzern, zu dem wir eigentlich kritisch eingestellt sind. Schaut euch gerne unsere Ecosia-Beiträge dazu an.

Ob man generell Soziale Medien nutzen sollte, da sind wir auch als AG nicht ganz einig. Besonders intelligent sind nämlich viele YouTube-Videos nicht. Viele sind sogar, mit Verlaub, eher Stuss. Wenn man so seinen Tag vor solchen YouTube-Videos verbringt, führt das nicht gerade zu einem besonders tiefsinnigen Denken. Es kann auf YouTube jede*r (fast) alles Mögliche verbreiten, ob das, was diese Person sagt, stimmt, ist dann eine andere Sache… Niederschmetternde Kommentare könnten auch eine Folge sein – oder vereinfachte und nicht gründlich durchdachte Thesen.

Warum vielleicht lieber doch?

Wenn man mit Bedacht YouTube nutzt, nicht zu viele Daten von sich frei gibt und sich auch mit einer gewissen Ruhe mit den Videos auseinandersetzt, sollte YouTube kein großartiges Problem sein. Nur weil es Videos auf YouTube gibt, die wir nicht so gut finden, heißt das ja nicht, dass alle Videos dort so sind. Es gibt zum Beispiel großartige Dokus zum Thema Klimakrise, Bastelideen und Musik auf YouTube. Wir als AG nutzen YouTube schlicht und einfach, weil Videos nicht auf unserer Internetseite hochgeladen werden sollten. Sie wären schlicht und ergreifend zu groß und zu lang. Deshalb binden wir sie über YouTube auf unserer Website ein. Das war’s dann schon an Begründung:)

 

Seit Anfang des Jahres haben wir versucht durchzusetzen, dass Ecosia an den Kieler Schulen als Standardsuchmaschine voreingestellt wird. Nun haben wir es geschafft!


→Gleich zum Ergebnis (wichtigster Abschnitt)

→Über die Abstimmung der Ratsversammlung

→Infos über unser Treffen mit den Grünen


Der Antrag an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zum Nachlesen

3. 11. 2022

Schon seit Längerem beschäftigen wir uns mit Ecosia, und bei den Recherchen für den »Ecosia-Artikel haben wir uns irgendwann gefragt, weshalb wir an unserer Schule noch Google nutzen. Die Zeiten müssten darüber hinweg sein, dachten wir und schrieben einen Antrag an unseren Schulleiter, die Schule könne doch vielleicht Ecosia als Standard nutzen und nicht mehr Google.

Nach einiger Zeit bekamen wir die Antwort, dass die Stadt Kiel die digitalen Endgeräte betreut und entsprechend verantwortlich wäre.

8. 12. 2022

Wenn das nur die Stadt Kiel machen kann, ist das noch besser – dann kann gleich jede Schule in Kiel die ökologischere Suchmaschine voreingestellt bekommen. Das wäre auch für das Image der Stadt gut. Nachdem uns auch beim »MINT-Treffen von der dortigen Vertreterin des Bildungministeriums SH dazu geraten wurde, schickten wir an den Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) unseren leicht abgeänderten Antrag. Um Missverständnissen vorzubeugen, haben wir in die Mail klar geschrieben:

„Mit dem Antrag im Anhang wollen wir erreichen, dass gleich in allen Schulen Kiels Ecosia als Standardsuchmaschine eingestellt ist und […] zusätzlich zur Einstellung von Ecosia die Möglichkeit, Google zu wählen, weiter nach hinten rückt.“

Am 16. 12. 2022 bekamen wir vom Büro von Ulf Kämpfer die Antwort. Das Engagement fänden sie klasse, und der Antrag wurde an die zuständigen Mitarbeiter*innen weitergeleitet, um den Antrag zu besprechen. Im Mailverlauf, über den unsere Mail an die zuständigen Personen weitergeleitet wurde, wurde geschrieben, dass das eine wunderbare Idee sei – das hat uns sehr gefreut!

7. 01. 2023

Wir als einzelne Schul-AG wirken nicht so, als stünden wir für alle Schulen in Kiel. Weil wir Schüler*innen aus der SV der Humboldt-Schule kennen, haben wir ihnen von unserem Plan erzählt und sie gefragt, ob sie nicht auch den Antrag in ihrem Namen an die Stadt schicken wollen. Nach genau einer Stunde und 20 Minuten war der Antrag abgeschickt.

„Wir sind als SV der Humboldt-Schule aber natürlich auch ganz Deiner/Eurer Meinung, dass Ecosia definitiv die bessere Wahl [ist]. Ich werde das heute noch an alle weiterleiten und dann jetzt sofort die E-Mail an Herrn Kämpfer vorbereiten.“

26. 01. 2023

Nachdem wir längere Zeit nichts von der Stadt Kiel gehört hatten, haben wir noch einmal nachgefragt, ob es denn auf absehbare Zeit möglich sei, zumindest schon einmal als einzelne Schule Ecosia voreingestellt zu bekommen. Von der Humboldt-Schule hatten wir nämlich mittlerweile gehört, dass sie ein „Ticket“ für Ecosia von der Stadt bekommen hätten. Daraufhin wurde dort Ecosia als Standardsuchmaschine auf den PCs eingestellt – auf den Tablets aber nicht, weil das nur die Stadt machen könne und die Humboldt-Schule dafür keine Berechtigung habe. Ähnlich hat uns das auch der IT-Beauftragte unserer Schule erklärt.

Am 1. 02. 2023 wurde uns dann von der Stadt Kiel geantwortet. Die IT-Abteilung werde uns kontaktieren.

15. 02. 2023

Inzwischen wurden wir zu einer Sitzung des Jungen Rates Kiel eingeladen, um über unsere AG zu sprechen. Letztendlich war das Ergebnis der Sitzung, dass alle anwesenden Mitglieder*innen dafür sind, einen entsprechenden Antrag in Bezug auf Ecosia an die Fraktionen im Kieler Rathaus zu schreiben. In den Folgewochen war sich der Junge Rat dann doch nicht mehr sicher, ob so ein Antrag sinnvoll ist, weil wir noch nicht klar gesagt bekommen haben, ob es überhaupt möglich ist, Tablets an den Schulen auf Ecosia umgestellt zu bekommen. Aus unserer Sicht stellt sich die Frage nicht: Auch Google muss ja irgendwann einmal eingestellt worden sein und Apps lassen sich zumindest technisch gesehen herunterladen.

Mitte März – Mitte April 2023

Seitdem gab es mehrere Nachfragen von unserer Seite aus, aber der Erfolg ist bisher auf unsere und einige andere Schulen beschränkt. Aus unserer Sicht, wäre ein Nachbessern der Stadt wichtig.

14. 05. 2023

An dem Tag war Kommunalwahl und in Kiel haben die Grünen die meisten Stimmen erhalten – folglich haben die Grünen nun die meisten Sitze im Rathaus.

Da im Wahlprogramm der Kieler Grünen viele Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit stehen, habe ich mich an den Digitalisierungsbeauftragten der Kieler Grünen gewendet und von der Ecosia-Geschichte erzählt mit der Bitte, dass sich die Fraktion für Ecosia an Schulen einsetzt. Ich wurde eingeladen, zu einer Sitzung der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft zu kommen.

Juni 2023

Dann kamen innerhalb von einer Woche zwei Überraschungen. Ich bekam das Sondierungspapier der Kieler Grünen und Kieler SPD zugeschickt, in dem steht:

„Es sollen ein Energiemonitoring der städtischen IT (Green IT) eingeführt und Nachhaltigkeitskriterien für Hardwareausschreibungen entwickelt werden“

Also soll die „städtische IT“ auf Energieverbrauch überprüft werden und es sollen Kriterien eingeführt werden, die die Umweltbilanz von Programmen im Blick haben! Das heißt zwar nicht zwingend, dass Ecosia vorinstalliert wird, aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht dabei schon. Das Treffen bei den Grünen steht noch an.

Bisher wussten wir nicht so recht, ob der Junge Rat noch den Antrag bezüglich Ecosia abgeschickt hat. Nun haben wir herausgefunden: Der Antrag wird der Ratsversammlung vorgestellt!

die Kieler Ratsversammlung

13. Juli 2023

An dem Tag war die Ratsversammlung, in der über Ecosia diskutiert wurde. Die AfD hatte noch im Vorfeld einen Änderungsantrag geschrieben:  Es solle frei wählbar sein, ob man die dann voreingestellte Suchmaschine Ecosia voreingestellt lässt oder, ob man sie umändern möchte – und zwar aus Gründen des Umweltschutzes! Laut AfD Kiel würde es zu viele Ressourcen verbrauchen, jedes Mal auf Ecosia zu gehen, um dort nach der präferierten Suchmaschine zu suchen, um dann mit dieser weiter  zu recherchieren. Ob da die AfD bedacht hat, dass man durch Ecosia klimapositiv sucht und man einfach nur  ins Suchfeld „#g“ (=>Google) oder „#b“ (=>Bing) oder …, … eingeben muss, wissen wir nicht.



Dann hielten Luisa Galli und Lovis Eichhorn vom Jungen Rat ihre großartige Rede zum Thema Ecosia, die wir gespannt per Livestream verfolgten.

Anschließend äußerten sich Grüne, SPD und CDU zu dem Antrag.

„Die Idee von Ecosia und die Idee dieses Antrags ist eine tolle. [Wir] finden den Antrag gut und wollen ihn unterstützen. […] Wir werden hier nochmal auf den Jungen Rat und alle Unterstützer*innen des Antrags zugehen.“ ~ Sven Krumbeck, Kieler Grüne

Sven Krumbeck war derjenige, zu dem wir schon Kontakt hatten. Er sah als einziges Problem, dass nicht alle Geräte von der städtischen IT zentral verwaltet werden und es schwer möglich sei, alle Geräte einzusammeln und dann wieder auszugeben. Wenn einige wenige Endgeräte nicht umgestellt werden würden, würden wir das verkraften, aber zumindest die Schulen sollten unserer Meinung nach Ecosia voreingestellt bekommen.

„Wir finden diesen Antrag super. […] Insgesamt ein super Antrag und ich bin immer glücklich, wenn so gute Anträge aus dem Jungen Rat kommen.“ ~ Volkhard Hanns, Kieler SPD

Die Kieler SPD unterstützt also auch den Antrag, sehen aber datenschutzrechtliche Probleme. Herr Hanns fände es, so sagte er in seiner Rede, sehr interessant, was der Junge Rat zum Datenschutz gesagt habe, weil die SPD nämlich genau das Gegenteil gehört habe. Wir verstehen nicht so recht, auf was für Probleme dort angespielt wird, denn Ecosia gilt als sehr gut in Sachen Datenschutz. Das kann man auch hier nachlesen.

„Aber grundsätzlich finden wir das eine gute Idee und danken dem Jungen Rat für diesen Vorstoß“ ~ Constanze Prange, CDU Kiel

Auch die CDU bemängelt den Datenschutz von Ecosia.

Alle drei Parteien, die sich äußerten, waren aber dafür, grundsätzlich die Forderungen des Antrags zu erfüllen.

Es wurde dann einstimmig dafür abgestimmt, dass das Anliegen in dem Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung weiter konkretisiert wird und die AfD thematisierte ihren Änderungsantrag nicht weiter!

17. August 2023

Wie schon in dem Zitat von Sven Krumbeck thematisiert, wurden wir von den Grünen Kiel zu einem Gespräch eingeladen. Geplant war: Der Junge Rat, wir und noch andere Unterstützende sollen uns mit den Grünen besprechen, unsere Haltung vertreten und im Idealfall auf den gleichen Nenner kommen. Da der Junge Rat, aber nicht wir, im Ausschuss etwas sagen darf, würden die Grünen dann versuchen unsere Haltung mitzuvertreten. Bei dem Treffen mit den Grünen wurden uns dann mögliche Argumente genannt, die andere Parteien oder die Grünen selbst haben oder haben könnten. Wir sollten auf die Argumente reagieren. Das haben wir auch getan.

Es ging vor allem um den Suchalgorithmus. Die Verwaltung der Stadt bräuchte doch Google; Ecosia hätte einen schlechten Algorithmus. Ecosia nutzt den Suchalgorithmus von Bing. Besonders schlecht ist der unserer Meinung nicht. Wir kennen viele, die Ecosia nutzen, aber niemand von denen hat sich je über den Algorithmus beschwert. Die Initiative „Ecosia on Campus“ zeigt: Universitäten, also Professor*innen und Studierende nutzen Ecosia und kommen damit zurecht. Außerdem könnte man im Notfall zu dem Suchbegriff zusätzlich „#g“ eingeben, dann würde man einmalig auf Google geleitet werden. Nein, das finden wir nicht zu kompliziert. Außerdem kann es doch nicht sein, dass die Verwaltung Kiels regelmäßig mit der Datenkrake Google arbeitet… (Das ist uns leider zu spät eingefallen)

Letztendlich waren wir erstmal sehr unsicher. Die Grünen würden einen Änderungsantrag formulieren, der der SPD gezeigt werden würde und von ihr überarbeitet wird. Dann käme der Änderungsantrag in den Ausschuss zum Thema „Digitalisierung“ der Ratsversammlung. Änderungsantrag meint in dem Fall nichts anderes als „Konkretisierungsantrag“. Wie dieser Konkretisierungsantrag aussehen würde, wussten wir aber nicht genauer. Er sollte sich – wie gesagt – an dem Besprochenen und der Meinung der Unterstützer*innen orientieren. Weil das Treffen dann aber sehr viele kritische Nachfragen enthielt, wussten wir aber nicht, ob der Antrag sich wirklich an unserer Meinung orientieren würde.

23. August 2023

Uns wurde der Änderungsantrag mit Bitte um Rückmeldung geschickt. Der Großteil des Antrags bestand aus einer ausführlichen Begründung für folgende Antragspunkte:

  • Ecosia an allen internetfähigen Geräten der Stadt Kiel als Standardsuchmaschine einstellen, bei denen es (mit vertretbaren Aufwand) per Fernwartung möglich ist
  • Ecosia an allen neuen internetfähigen Geräten der Stadt Kiel als Standardsuchmaschine einstellen, bei denen es mit einem vertretbaren Aufwand möglich ist
  • Eine interne Informationskampagne über Ecosia starten um über Energieverbrauch durch Suchmaschinen informieren
  • Mitarbeiter*innen soll es freigestellt sein, ob sie Google wieder zurückstellen oder nicht. Eine Anleitung soll mitgeliefert sein.

Fernwartung: Geräte müssen nicht eingesammelt werden und händisch nacheinander umgestellt werden, sondern können über ein zentrales Gerät gesteuert werden. Unseres Wissens nach ist das bei Schulgeräten so.


Mit all diesen Punkten waren wir überaus einverstanden. Es ist inhaltlich genau das, worüber wir uns bei dem Gespräch mit den Grünen unterhalten haben. Die Argumente gegen Ecosia schienen aus dem Weg geräumt zu sein. Viele unserer Argumente standen nun im Begründungstext. Zu schwammig formuliert war unserer Meinung die Aussage von einem „vertretbaren Aufwand“. Dass das im Großen und Ganzen für „per Fernwartung“ steht, wurde uns aber schon bei dem Gespräch mit den Grünen geschrieben. Andere Kritikpunkte beziehungsweise Fragen von uns wurden berücksichtigt. Vieles ließe sich aber erst nach einer Rücksprache mit Verwaltung beantworten.

Die SPD war weitgehend einverstanden und hat nichts besonders Bedeutendes verändert.

30. August 2023

Immerhin besuchen konnten wir dann am Tag vor unserer AG-Fahrt nach Clausthal-Zellerfeldt den Ausschuss. Der Ausschuss war für die Öffentlichkeit zugänglich, deshalb können wir auch genauer schreiben:

Vertreten waren Grüne und SPD, die die Hälfte der im Ausschuss anwesenden Politiker*innen ausmachten und CDU, SSW, Die Linke / Die Partei, AfD.

Grundsätzlich ist festzuhalten: Alle Parteien waren von der Idee und dem Ziel des Antrags angetan. Trotzdem fing die CDU an, gegenan zu kämpfen. Sie war der Meinung, es müssten erst Expert*innen einberufen werden, die sich mit Ecosia befassen. Das würde dazu führen, dass alles sehr viel länger dauern würde. Während die CDU weiter auf ihre Datenschutzbedenken bestand und die Grünen erklärten, dass es aber bei Ecosia keine Datenschutzbedenken zu geben hat und man sich selbst die Datenschutzerklärung durchlesen könne oder nach Kritikpunkten im Internet recherchieren solle (dafür brauche man keine Experte*innen), vergingen für uns gefühlte Stunden. Wir saßen am Rand, zitternd und angespannt. Teilweise hatten wir sehr das Bedürfnis unseren Senf dazuzugeben – Genauso wie der Junge Rat, der das auch tat.

Dann meldete sich jemand von der SPD zu Wort. Es sei albern, die Diskussion so in die Länge zu ziehen. Es handele sich doch um einen vergleichsweise kleinen Antrag. Dem stimmen wir übrigens zu:)

Als dann die CDU von einem schon fast skandalösen Vorgehen sprach, meldete sich Sven Krumbeck zum wiederholten Male zu Wort und sagte etwas, was eigentlich jede Person überzeugt haben müsste – finden wir. Er erklärte:

Unsere städtischen Geräte sind zum Großteil von Apple, weil Apple vergleichsweise gut Daten schützt. Wissen Sie aber, wieso wir bisher Google voreingestellt haben? Weil Google jährlich unfassbar viel Geld an Apple gibt, damit es Standardsuchmaschine bleibt. Wer am meisten Geld anbietet, wird auf Safari Standard. Keiner hat sich darüber Gedanken gemacht, als Apple-Geräte angeschafft wurden! Niemand hat darüber geredet. Es gab nicht so eine Sitzung zum Thema Google und Datenschutz. Apples Standard wurde bedenkenlos übernommen. Wieso wird sich jetzt gerade bei einer nachweisbar besseren Suchmaschine so aufgeregt?!

Wir finden, das, was Sven Krumbeck da angesprochen hat, ist skandalös. Wieso wird bedenkenlos irgendeine Suchmaschine auf in Kiel vorinstalliert, nur weil sie Geld an Apple gegeben hat?

Natürlich haben sich Vertreter*innen aller Fraktionen zu dem Thema geäußert. Nach der Abstimmung kann man Folgendes festhalten.


  • Die Grünen waren verständlicherweise für ihren Antrag
  • Die SPD war genauso für ihren Antrag
  • Die CDU fand die Idee des Antrags gut, die „überstürtzte“ Umsetzung schlecht. Expert*innen hätten noch eine Einschätzung geben sollen.
  • Der SSW war deutlich weniger bestimmt in seiner Haltung, hatte aber die gleiche Meinung wie die CDU
  • Die Linke / Die Partei hat letzendlich für die Mehrheit an dafür-Stimmen gesorgt. Sie wirkte anfangs eher zögerlich, war aber letztendlich dafür.
  • Die AfD hat sich nicht sehr stark beteiligt, hat letztendlich auch dagegen gestimmt. Von ihrer Seite aus wurde ein weiterer Änderungsantrag gestellt, der inhaltlich mit dem der Grünen und SPD übereinstimmte…: Ziel des Änderungsantrags war, dass man auch die Möglichkeit hat, Google wieder voreinzustellen. Von den anderen Fraktionen wurde dieser Antrag übrigens abgelehnt.

Also: ECOSIA IN KIEL!!!


Ganz großen Dank an den Jungen Rat für die Umsetzung unseres Anliegens und Sven Krumbeck von den Grünen für die Einladung in den AK Digitales! Wir danken auch dem Beirat für Senior*innen und dem für Menschen mit Behinderungen, die den Ecosia-Antrag unterstützen. Wir waren wirklich überrascht von der Ratsversammlung, wie einig sie sich bei dem Thema waren. Das hat uns riesig gefreut. Besonders dankbar sind wir Jan Dobruschkin, der uns zum Jungen Rat eingeladen hat und Luisa Galli sowie Lovis Eichhorn, die den Antrag vorgestellt haben. Insgesamt sind wir unfassbar glücklich, dass die Grünen und die SPD ihren Konkretisierungsantrag gestellt haben und sie und – letztendlich entscheidend – Die Linke / Die Partei für den Antrag gestimmt haben. DANKE!


Euer Umwelt-Magazin

Bilder der Kieler Wahlergebnisse: (farblich leicht bearbeitet) https://www.wahlen-sh.de/kreiswahlen_kreisfreie_stadt_01002.html – © Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Hamburg 2023

Char2cool stellt mit der Produktion von Pflanzenkohle aus Pflanzen, die normalerweise Probleme bereiten, eine der effektivsten Arten für Treibhausgasabnahme aus der Atmosphäre zur Verfügung. Pflanzenkohle als Mittel gegen die Klimaerwärmung klingt paradox, wird aber beispielsweise vom Weltklimarat als Kohlenstoffsenke explizit empfohlen. Warum? Das lest ihr hier!



Vermeiden, reduzieren, kompensieren

Warum sollten wir Emissionen überhaupt dauerhaft speichern?
Wir produzieren in Deutschland etwa elf Tonnen Kohlendioxidäquivalente pro Jahr und Person, obwohl uns nur drei Tonnen bei gerechter Verteilung auf die Weltbevölkerung zum Erreichen des 1,5 Grad-Zieles zustehen.
Also sollten wir Emissionen vermeiden – Stichwort Essen, Mobilität, Konsum -, sie reduzieren und den Rest müssen wir kompensieren – also der Atmosphäre wieder entziehen. Das ist kein Freibrief für weitere Emissionen, aber ohne diesen zusätzlichen Beitrag werden wir die Ziele im Klimaschutz nicht erreichen.

Wie funktioniert das?

In Afrika hat die invasive Wasserhyazinthe ganze Seen und Flüsse zugewuchert und bereitet seit den 1990er Jahren riesige Probleme – Wobei alle bisherigen Versuche zur Bekämpfung gescheitert sind.
Die Lösung besteht darin, die Wasserhyazinthen oder andere Pflanzen zu ernten, zu trocknen und sie dann unter Sauerstoffmangel zu karbonisieren, so dass Pflanzenkohle entsteht. Das funktioniert ähnlich wie Holzkohle. Dabei bleibt das beim Wachstum der Atmosphäre entzogene CO₂ dauerhaft in der Pflanzenkohle gespeichert. Zusätzlich vermeidet man große Mengen Methan, ein sehr starkes Treibhausgas, das beim Absterben der Pflanzen entstehen würde, so dass die Effektivität noch deutlich gesteigert wird.
Pflanzenkohle kann sehr gut Wasser und Nährstoffe binden und trägt somit extrem zur Verbesserung der schlechten tropischen Böden bei, so dass man Ernten vervielfachen kann. Die Umsetzung ist schnell und günstig vor Ort zu realisieren und bereits mehrfach erprobt. Es bedarf lediglich einer kurzen Schulung und einer einmaligen Investition für jedes einzelne Projekt.

Herstellung von Pflanzenkohle

Die TMS und char2cool

Die TMS hat am Lake Ol Bolossat in Kenia an einer Partnerschule mit char2cool ein Projekt realisiert, was innerhalb von etwa 18 Monaten dazu führte, dass ein ganzes Dorf mit 350 Menschen sich mit gesundem Gemüse ernähren kann. Die Idee, dass das Konzept des Schulgartens mit Pflanzenkohle von den Menschen für Kitchen-Gardens übernommen wird, ist vollständig aufgegangen – das Dorf ist voller

Das Ergebnis im Gemüsegarten

Gemüsegärten – und das stärkt besonders die Frauen und Kinder. Nun sollen auch die Männer durch die Produktion und Vermarktung der Pflanzenkohle mit ins Boot geholt werden und auch ein Aufforstungsprojekt ist geplant. Ferner interessieren sich schon die Menschen in den Nachbardörfern für das Konzept, so dass es sich von selbst vergrößert.


Übrigens haben wir für char2cool ein paar Erklärvideos gemacht, die ihr auf deren YouTube-Kanal anschauen könnt.


Mitmachen und mithelfen

Es gibt viele Möglichkeiten diese Idee zu unterstützen. Wichtig ist, dass das Konzept sich schnell verbreitet.

  • Kompensiere deine eigenen Emissionen und unterstützte damit Menschen im globalen Süden (20 Euro pro Tonne)
  • Erzähle anderen Menschen von der Idee und hilf somit bei der Verbreitung
  • Organisiere an deiner Schule eine Partnerschaft mit char2cool
  • Überzeuge Betriebe ihre Restemissionen zu kompensieren

Infos über das Konzept bekommt ihr unter www.char2cool.de

Quellen

 

Über 50 Geräte, genauer gesagt 36 Handys, acht Ladekabel, fünf Tablets, ein Mikrofon und eine Kamera! Das hat unsere Schule zusammengesammelt und das finden wir ziemlich großartig!

Das alles wird in der nächsten Zeit an die Naturschutzorganisation Nabu geschickt. Diese gibt das weiter an Recyclingorganisationen; dafür bekommt der Nabu Geld. Dieses kommt in die Nabu-Insektenschutzfonds.

Laut Deutscher Umwelthilfe und zahlreichen anderen Organisationen werden 70 Kilogramm natürliche Ressourcen für die Herstellung eines Smartphones benötigt. 75 Prozent der Emissionen eines Handys gehen dabei auf die Herstellung! Zu den Fakten in Bezug auf Insektenschutz haben wir schonmal ein »Plakat gemacht. Schaut es euch doch nochmal an:)

Im Januar hat die ganze Aktion begonnen und mittlerweile haben unsere Partner-AGs „Sozial engagiert“ aus Wilhelmshaven und die Nachhaltigkeits-AG aus Kiel auch Handyboxen bei ihren Schulen aufgestellt.

Danke an alle, die mitgemacht haben!

Euer Umwelt-Magazin


 

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