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Geschichte, Interview

Annas Mitbewohner*innen

Lübeck: Meine Schwester Anna ist jetzt groß. Sie trifft ihre Entscheidungen selbst und so lernt sie an einem Tag im März fünf Ukrainer*innen kennen. Eine ganz persönliche Erfahrung einer Musikstudierenden, die vielleicht auch Hoffnung macht. Ein dreiviertel Jahr später habe ich die Möglichkeit, mit einer der ukrainischen Frauen über Umweltschutz in der Ukraine vor dem Krieg zu sprechen.

Meine Schwester Anna

Meine Schwester Anna wohnt in einem Fachwerk-Reihenhaus. Das Haus ist ganz klein, ungefähr 20m² inklusive Küchenzeile und Dusche, ein Sofa, ein Bett, Schreibtisch und Dachschräge – ohne Tisch, ein Stuhl. Annas Hochschule hat vor einiger Zeit ein Programm eingerichtet, durch das Erstsemester, die zu Studienbeginn noch keine Unterkunft gefunden haben, einen Schlafplatz bei anderen Studierenden vermittelt bekommen. Und dann beginnt der Ukraine-Krieg. Kurzerhand wird das Programm umfunktioniert: Wer kann Flüchtlinge aufnehmen? Anna ist begeistert. Sie entscheidet schnell und kreuzt an: „Platz für Mutter mit Kind“ und „ein Bett von 1,40m Breite“. Eine Mutter mit ihrem Baby braucht nicht so viel Platz, sie werden auf ihrem Bett schlafen können. Ich selbst schlafe dann auf dem Sofa, so plant sie.

Lange Zeit geschieht nichts

Lange Zeit geschieht nichts. Dring, dring! Sonntagnachmittag, Annas Handy klingelt. Zwei Ukrainerinnen, tatsächlich Mutter und Kind, kämen am Abend für einen Monat zu ihr. Ohweia, sie sind nicht nur viel älter als erwartet, die Tochter ist 30 (!), sie haben auch noch einen Hund. Und woher soll man bitteschön am Sonntag einen Hundenapf bekommen?! Einige Zeit später kommt die Verwandtschaft an, mit allem, was man so braucht: Essen, Kleidung, Hundefutter von der Tankstelle und einem improvisierten Napf. Besagter Sonntag:

Hinweis

Dieser Artikel wird nicht richtig dargestellt, wir wissen das und arbeiten dran, den entsprechenden Fehler zu beheben.

 

(um sie abzuholen)

 

 

Was Anna in diesem Moment auch noch erfährt: Sie bringen nicht nur einen Hund, sondern auch noch eine Katze mit.

 

 


Schichtwechsel

Es kommen also eine ukrainische Mutter, ihr 30-jähriges Kind, eine Hündin, eine Katze und Franja, eine sibirische Nacktkatze. Sie alle müssen sich das Bett teilen. Sie schlafen in Schichten, nachts die Frauen, tagsüber die Tiere –Der kleine, kaum zu erkennende rosa Fleck ist Franja, sie braucht natürlich eine Daunendecke, denn selbst für eine sibirische Nacktkatze ist es im März in Lübeck recht kalt. Der behaarten Katze reicht eine leichte Decke. Die Pudeldame liegt in gehörigem Abstand. Wo kämen wir denn hin; Hunde sind schließlich keine Katzen!

Alle fünf sind unendlich freundliche und positive Wesen, sodass Anna schon nach einer Woche sagt, sie möchte nie wieder ohne ukrainische Flüchtlinge sein.

Es ist dann Franja, die den beiden Ukrainerinnen den Start in Lübeck erleichtert. Sie besorgen sich bei einer Spendensammelstelle einen Kinderwagen für Franja und fahren mit ihr durch die Lübecker Altstadt spazieren.  Viele Lübecker Frauen schauen in Erwartung, ein süßes Baby zu erblicken, in den Wagen und  kommen so mit ihnen ins Gespräch; sie gewinnen sogar Freunde – Freunde, dank derer sie nach einem Monat schon eine eigene Wohnung mieten können, für die sie sogar das nötige Mobiliar überlassen bekommen.

So klingt die Geschichte, wenn Anna sie erzählt, mein Vater, meine Mutter oder eben ich. Wenn die beiden Ukrainerinnen sie erzählen würden, klänge die Geschichte sicherlich ein wenig anders. Vielleicht würde sie auch die dunklen Momente enthalten, die es in dieser Zeit sicher auch gegeben hat und sie würde mit einer Bombe beginnen, die in einem gerade neu gebauten Haus aus in einer Kleinstadt bei Kiew zu hören ist…

Interview

Du bist Vegetarierin. Wieso hast du dich dazu entschieden?

  • Ethische Gründe

[Ich bin der Meinung], dass Tiere Lebewesen sind, die Schmerz, Angst, Freude und Vergnügen empfinden und die leben und nicht leiden wollen.

  • Schutz der Umwelt

Die Produktion von Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr verursacht erhebliche Umweltschäden wie Abholzung, Bodenerosion, Süßwasserknappheit, Luft- und Wasserverschmutzung und Klimawandel.

  • Ursachen für die Gesundheit

Eine vegetarische Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Getreide und Obst hilft, den Blutdruck zu normalisieren, das Krebsrisiko zu senken, der Entstehung von Diabetes vorzubeugen und Fettleibigkeit zu beseitigen.

Kannst du uns etwas zum Thema Massentierhaltung und Schlachthöfen erzählen?

Die 24 Oblaste der Ukraine

Darüber weiß ich nicht so viel, aber Massentierhaltung ist in der Ukraine sehr populär. Einer der Schlüsselbereiche [für die Ukraine] ist die Fleischproduktion, die nicht nur sozioökonomisch, sondern auch organisatorisch, technologisch und politisch wichtig ist. Sie ist auch für die Wirtschaft der Ukraine sehr wichtig. In jedem der 24 Oblaste unseres Landes gibt es Tierzuchtbetriebe und Geflügelfarmen.

Hier in Deutschland sind viele junge Menschen nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Ist das auch in der Ukraine der Fall?

Sich vegetarisch oder vegan Ernährende sind vor allem in der jüngeren Generation zu finden, aber in der Ukraine noch nicht sehr verbreitet. Glücklicherweise bewegen wir uns allmählich in diese Richtung. In den Geschäften gibt es immer mehr Produkte, die Fleisch- und Milchprodukte ersetzen können.

Kannst du die Mülltrennung in Deutschland und in der Ukraine vergleichen?

Leider ist die Mülltrennung in der Ukraine noch nicht so weit fortgeschritten. Im Grunde genommen haben wir nur spezielle Container für Plastik und Orte, an denen man das Papier abgeben kann und je nach Gewicht Geld bekommt. Aber in der Stadt gibt es auch Mülltonnen für alle Abfallkategorien. Ich hoffe, dass die Ukraine in Zukunft auch in diese Richtung gehen wird. Als ich nach Lübeck kam, las ich viele Informationen darüber, wie man Müll sortiert, wo man verschiedenfarbiges Glas hinwerfen kann, das ist nicht schwer. Auf diese Weise hilft jeder Mensch jeden Tag, unseren Planeten zu retten. Das ist sehr wichtig und schön.

Was weißt du über Recycling und Foodsharing?

Leider weiß ich nicht, inwiefern wir solche Programme für Menschen haben, denn ich habe sie noch nie benutzt.
Es gibt aber spezielle Organisationen, die Mittag- und Abendessen für Menschen kochen, die keine Wohnung und kein Geld haben. Sie können sich dort auch waschen und schlafen.

Gibt es in der Ukraine viele Bio-Bauernhöfe?

Biobauernhöfe sind in der Ukraine sehr beliebt. Zahlreiche Menschen, die auf dem Land leben, bauen viel Gemüse, Obst und Beeren an. Oft haben sie Kühe, Schweine, Ziegen, Hühner, Enten und Gänse, sodass sie ihre eigenen Milch- und Fleischprodukte wie Butter, verschiedene Käsesorten, Hüttenkäse und saure Sahne herstellen können. Frühmorgens bringen die Menschen alles in die Stadt auf den Markt und verkaufen alles vor dem Mittagessen. Diese Produkte sind schmecken viel besser als im Laden, sie sind frisch (also das, was am Morgen gepflückt oder zubereitet wurde). Es leben in der Stadt auch viele Menschen, die ihren eigenen Garten haben. Diese bauen sehr oft Gemüse, Obst und Kräuter für sich und ihre Verwandten an: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Zwiebeln, Knoblauch, Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini, Dill, Petersilie, Basilikum, Rucola sind sehr beliebt, weil wir viel Sonne und einen sehr guten Boden haben.

Was hat dich positiv überrascht, als du nach Deutschland gekommen bist?

Mir hat gefallen, wie die Deutschen sich um die Natur und die wilden Tiere kümmern, das ist sehr cool. Und was mir aufgefallen ist, ist, dass in den Parks jeder Baum eine eigene Nummer hat, so dass man eine Liste der Bäume führen und sie auch retten kann. [Anm. d. Red.: Falls ihr es noch nicht gesehen habt: In vielen städtischen Parks sind Bäume nummeriert. Die Stadt hat einen Register, in dem alles über die Bäume notiert wird]


Originaltext

Klickt hier, um den Original-Interviewtext auf Russisch zu lesen. Kontaktiert uns gerne, wenn wir Wörter falsch übersetzt haben.


Bilder:

  • Eigene Bilder der ukrainischen Tiere und Messenger-Nachrichten
  • Urheberangabe zu „Die 24 Oblaste der Ukraine“: By Lencer – own work, used:Ukraine_adm_location_map.svg by User:NordNordWestUkraine_2022-02-21.svg by User:NordNordWestReliefkarte_Ukraine.png by User:TschubbyListe der Städte in der Ukraine, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115741689
  • Alle vier Bilder des obigen Titelbildes sind gemacht mit

 

20. Januar 2023/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/Bild1-1.png 480 496 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2023-01-20 16:07:202025-05-10 11:35:33Annas Mitbewohner*innen
Projekte

Wir beim MINT-Treffen

Am 23. 11. hat uns ein Lehrer eine Mail geschrieben. Unsere Schule brauche ein Projekt, das die Ehrung des unserer Schule als MINT-freundliche Schule unterstützt und am Treffen der MINT-Schulen vorgestellt wird.

Ob wir als AG uns dort vorstellen wollen? Klar! MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und bezieht sich auf Förderung und Projekte in diesen Bereichen. Wenn da andere Schulen dabei sind, so dachten wir, könnten wir ja die Chance nutzen und für ein Netzwerk aus Umwelt-AGs werben, um mehr zu bewirken und sich gegenseitig auszutauschen. Aufgeregt standen wir mit der MINT-Beauftragten Lehrerin unserer Schule in Louisenlund und hielten unsere „Rede“. Eine Vertreterin des Bildungsministeriums möchte mit uns in Kontakt bleiben und hilft uns bei der Bildung eines Netzwerkes. Es wollen uns dabei beispielsweise die Hebbel- und Käthe-Kollwitz-Schule (beide Kiel) helfen, sie wollten uns nochmal anschreiben. Was für ein Freude!

Nachtrag:

Mit der Umwelt-AG der Käthe-Kollwitz-Schule haben wir mittlerweile viel Kontakt und durch die Vertreterin des Bildungsministeriums haben wir uns mit unserer Partner-AG aus Bad Oldesloe vernetzen können – Alles nur wegen des MINT-Treffens:)!

Die Pressemitteilung auf mintzukunftschaffen.de:

https://web.archive.org/web/20230202113959/https://mintzukunftschaffen.de/2022/12/02/auszeichnung-mint-freundliche-schulen-und-digitale-schulen-in-schleswig-holstein-2022/

 

6. Januar 2023/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/loeschen-2.png 473 796 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2023-01-06 12:04:482025-03-30 14:48:11Wir beim MINT-Treffen
Abfall & Müll, Gewässer

Das Wichtigste zum Müll im Meer

Die Weltmeere bedecken mehr als 70% der Erdoberfläche. Das Meer war und ist eine der bedeutendsten Lebensräume für die Versorgung des Menschen mit Nahrung und Energie. Außerdem bieten die Meere und die Meeresküsten eine Erholungsmöglichkeit für den Menschen. Im Meer leben unzählige Arten von Fischen, Schildkröten, Quallen, Säugetieren und anderen Mikroorganismen. Außerdem haben auch viele Vogelarten ihr Zuhause über und auf dem Wasser. Doch der Mensch hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, das Ökosystem der Meere in eine gefährliche Lage zu bringen und damit die faszinierenden Wasserwelt zu vernichten.

Für die Zerstörung ist die globale Gesellschaft und auch jede*r einzelne verantwortlich

Die andauernde Verschmutzung der Meere hat verschiedene Ursachen, auf die in diesem Artikel genauer eingegangen wird. Besonders problematisch sind die in der Küstennähe und in den Meeresgewässern weggeworfenen, entsorgten oder hinterlassenen Feststoffe. Wie viele Tonnen Müll befinden sich wirklich im Meer? Kaum zu glauben: Rund 140 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmt in und auf den Ozeanen. Das entspricht dem Gewicht von 700.000 Blauwalen.

Doch woher kommt der Müll?

Er kommt zum größten Teil vom Land – 80% – wie zum Beispiel von Touristen und Mülldeponien. Der Müll gelangt durch Flüsse ins Meer. Ein kleiner Teil – 20% – kommt von Schiffen, Fischerbooten und Gas- und Ölbohrinseln. Schiffe entsorgen oft ihren Müll einfach im Meer, obwohl dies verboten ist. Außerdem verlieren viele Fischer ihre Fischernetze und andere Gerätschaften. Die Auswirkungen sind: Geisternetze, Verstrickung, Nahrungsaufnahme und Zerstörung und Veränderung der Lebensräume von den Meerestieren.

Wie lange bleibt Müll im Meer?

Der Plastikmüll verschwindet nicht einfach, sobald man ihn ins Meer geworfen hat. Allein ein Apfel braucht zwei Monate, bis er sich sozusagen aufgelöst hat. Holz 1-3 Jahre, Plastiktüten 1-20 Jahre, Alu-Dosen 200 Jahre, Six-Pack Ringe 400 Jahre, Plastikflaschen 450 Jahre, Fischernetze 600 Jahre, Angelschnüre 600 Jahre…

Sonderfall „Mikroplastik“

Eine weitere Bedrohung der Meere stellt das Mikroplastik dar. Durch Wellen, Sonne und Wind wird der Meeresmüll zerteilt und geschmirgelt. Auch durch Ablösung der Mikrofasern beim Waschen von synthetischen Textilien und durch Verwendung von Kosmetikprodukten mit Mikroplastikzusätzen gelangt immer mehr Mikroplastik in die Gewässer. Diese Kunststoffteilchen kann man nur unter einem Mikroskop sehen. Sie sind zwar klein, doch sie sind sehr gefährlich für Menschen und für Tiere. Mikroplastik saugt krebserregende Schadstoffe auf. Wie kommt Mikroplastik in unseren Körper? Es gelangt in die Nahrungskette. Das heißt, dass das Plankton die kleinen Körnchen aufnimmt. Muscheln oder andere kleine Tiere und Fische fressen Plankton. Diese werden von größeren Tieren gefressen. Irgendwann landen sie auf unseren Tellern.

Ölverschmutzung

Eine weitere Ursache für die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts im Meer ist die Ölverschmutzung. Schätzungsweise 6 Millionen Tonnen Erdöl fließen jährlich ins Meer. Die Ölteppiche stellen dabei nur einen geringen Teil dieser Menge dar. Die Hauptursache für die maritime Ölverschmutzung ist die versehentliche Einleitung von Ölraffinerien oder Bohrinseln, Öl aus Tankreinigungen und kleinen Lecks an Schiffen. Darüber hinaus gerät, absichtlich und unabsichtlich, Öl von Autos, Fabriken und Öltanks durch die Wasserläufe und Abwasserkanäle ins Meer. Der auf der Wasseroberfläche schwimmende Ölfilm verhindert den Sauerstoffaustausch zwischen Luft und Wasser. Dadurch wird die Atmung der Meerespflanzen und Tiere stark beeinträchtigt. An deutschen Küsten sterben daran jedes Jahr etwa 100.000 Vögel. Die Vögel gehören zu den ersten Opfern von Öl. Aber auch Meeressäuger, Fische und Reptilien reagieren äußerst empfindlich auf die Ölverschmutzung, schreibt der Nabu.

Versenkte Munitionen – Gefährlicher als man häufig denkt

In der Nord- und der Ostsee liegen ca. eine Million Tonnen Munition aus dem ersten und zweiten Weltkrieg. Die meisten Waffen wurden bewusst versenkt. Jedoch niemand weiß, in welchem Zustand sie sich heute befinden. Die Bergung wäre zu teuer und sehr riskant. Wenn eine Bombe gefunden wird, wird sie gesprengt. Das geschieht aber ausschließlich unter vorgeschriebenen Schallschutzvorkehrungen. Nach etwa 70 Jahren wird manchmal weißer Phosphor von Brandbomben an den Strand geschwemmt. Dieser sieht aus wie Bernstein, ist jedoch stark brennbar, wenn er mit Sauerstoff und Wärme in Berührung kommt. Es wird meistens von Kindern aufgesammelt. Er kann bis zu 1.300 Grad heiß werden.

Problemfall Landwirtschaft

Leider auch die Landwirtschaft wirkt sich sehr negativ auf die Verschmutzung der Gewässer aus. Vor allem durch den Einsatz von Gülle und Düngemitteln landen derzeit zu viele Nährstoffe im Meer. Die in Übermenge eingesetzten Mittel gelangen über das Grundwasser in die Flüsse und dann weiter in die Meere. Insbesondere Algen, die frei im Wasser treiben, wachsen durch das Überangebot an Nährstoff rasant und vermehren sich explosionsartig. Das führt dazu, dass weniger Licht in tiefere Wasserschichten vordringt. Die Folge sind sauerstofffreie Todeszonen, in denen bodenhaftende Seegräser, langsam wachsende Makroalgen, Würmer, Muscheln, Krebse und Fische nicht überleben. Mit den Seegraswiesen und Tankwäldern verschwindet die Heimat zahlreicher Tierarten, darunter der Hering, die Seenadel und das Seepferdchen. Früher erstreckten sich die Seegraswiesen in der Ostsee noch bis in 30 Metern Tiefe. Heute sind sie wegen der Wassertrübung nur noch bis zu einer Tiefe von sechs Metern zu finden. Das Ökosystem gerät aus der Balance. Die Ostsee ist aufgrund des geringeren Wasseraustauschs besonders stark betroffen. Nach einer Studie befinden sich etwa 100.000 chemische Substanzen, z.B. Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber. Diese Stoffe sind lebensgefährlich und höchst problematisch für unsere Gesundheit. Auch Tiere nehmen diese Schadstoffe auf.  Wie gelangt Dünger ins Meer? Dünger, der auf Feldern verteilt wird, kann durch Regen in die Flüsse oder ins Grundwasser gelangen. Durch Flüsse gelangt er in die Meere. Im Meer entstehen Algenteppiche, in diesen Teilen bilden sich tote Zonen. An solchen Orten sterben Algen ab und es herrscht Sauerstoffmangel. Dort kann kein Lebewesen leben.

Das kannst du tun!

Um die Verschmutzung aufzuhalten, muss die Welt den Plastikmüll in den Ozeanen reduzieren, das heißt: Versuchen, Plastik zu vermeiden. Man kann damit beginnen, anstatt Plastiktüten, am besten Stofftaschen zu benutzen. Beim nächsten Einkauf im H&M oder sonst wo, einfach auf die Plastiktüte verzichten und die Klamotten in eine mitgebrachte Stofftasche stecken. Achte darauf, dass ihr euren Müll aufräumt also einfach zurück nach hause mit nehmt. Benutzt Flaschen, die man immer und immer wieder befüllen kann. Kauft keine Fleece-Jacken, -Decken, -Laken und so weiter.

Professor Goldmann über Müll im Meer

→Recycling-Interview mit Professor Goldmann

Wenn wir alle etwas dazu beitragen, können wir gemeinsam die Ozeane säubern!


Das Thema Meeresverschmutzung hat mich schon immer interessiert. In der dritten Klasse habe ich an einem Küsten- und Flusswächter-Projekt teilgenommen. Zuerst haben wir uns wöchentlich getroffen und mit ausgebildeten Projektleitern die einzelnen Themen besprochen. Das Projekt dauerte ein Schuljahr und wurde von der Lighthouse Foundation unterstützt. Anschließend konnten freiwillige Kinder in den Sommerferien für eine Woche das Gelernte in der Praxis anwenden. Drei Tage lang sind wir mit dem Schiff Providentia von Kappeln bis nach Sonderburg und dann weiter Richtung Lotseninsel gesegelt. Die restlichen vier Tage haben wir auf der Insel verbracht. Während dieser Exkursion haben wir Wasser-, Sand- und Gesteinsproben entnommen und untersucht, in einem Aquarium Krebse und Fische beobachtet, am Land den angeschwemmten Müll gesammelt, unter Leitung der Fachleute in dem Naturschutzreservat der Lotseninsel die brütende Vögel beobachtet. ~Mia


Quellen:

  • Umweltbroschüre Lighthouse Foundation
  • Hallo Heft Müll 1/2020
  • Meeresatlas 2017
  • Nabu
21. Dezember 2022/0 Kommentare/von Mia
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/12/824415B6-E296-42E3-9BF0-A8FF42C7B486.jpeg 1500 2245 Mia https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Mia2022-12-21 20:53:282023-07-18 08:44:51Das Wichtigste zum Müll im Meer
Projekte

Wir sind auf Instagram!

Folge uns auf Instagram

Hallo, an alle, die das hier lesen:) Das hier kann man kaum als Projekt bezeichnen, aber noch weniger als Artikel, deshalb erscheint er in „Projekte“…

Wir sind jetzt auf Instagram!

Warum vielleicht lieber nicht?

Ob man generell Soziale Medien nutzen sollte, da sind wir auch als AG nicht ganz einig. Denn man wird gerade bei Instagram mit Bildern teilweise regelrecht vollgeballert und guckt sich nicht ausführlich dazugehörige Beiträge oder eben die Fotos an. Manche wischen einfach nur von Bild zu Bild. Das führt nicht gerade zu einem besonders tiefsinnigen Denken. Auch kann auf Instagram jede*r alles Mögliche verbreiten, ob das, was diese Person sagt, stimmt, ist dann eine andere Sache… Niederschmetternde Kommentare könnten auch eine Folge sein – oder vereinfachte und nicht gründlich durchdachte Thesen.

Warum vielleicht lieber doch?

Wenn man mit Bedacht Instagram nutzt, nicht zu viele Daten von sich frei gibt und vielleicht auch mit Ruhe nur die Beiträge ansieht, die einem wirklich gefallen, sollte Instagram kein großartiges Problem sein. Wir als AG nutzen Instagram, weil wir damit mehr Menschen erreichen können. Soziale Medien helfen, bekannter zu werden – gerade unter Schüler*innen und man kann viel mehr berichten, für das, was zu klein für eine Website ist!

Instagram beziehungsweise Meta ist umwelttechnisch leider noch nicht weit genug. Doch dazu bestimmt mal später.

 

12. Dezember 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/12/Instagram-e1670912616273.png 586 1455 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2022-12-12 21:31:112025-03-15 21:05:34Wir sind auf Instagram!
Digitales & Medien, Plakat, Wirtschaft

Ecosia – Die ökologische Suchmaschine

Was ist Ecosia und ist die Umwelt-Suchmaschine wirklich so toll? – als Plakat und Artikel!

Plakat

Klicke drauf!

Anmerkung zu „Eine Sekunde auf Google verursacht 510,49 kg CO₂“: Die Daten sind aus dem Jahr 2015. Expert*innen gehen mittlerweile von einer Steigung des Energieverbrauchs von Google aus: Statt 5,7 Terrawattstunden Strom verbrauche Google nun eher 12,4 Terrawattstunden. Dafür nutzt Google (eigene Angaben) mittlerweile 100% erneuerbare Energien.

Begriffserklärungen

Klicke drauf!

Die bekannteste Suchmaschine ist wohl Google. Über 90 Prozent der Deutschen nutzen Google. Nachhaltig ist der Konzern aber nicht unbedingt: 510,49kg CO₂ werden sekündlich ausgestoßen – 23 Bäume müssten pro Sekunde Auf-Google-Sein gepflanzt werden. Google unterstützt außerdem mehrere Gruppen, die sich dafür einsetzen zu verbreiten, dass die Klimakrise als nicht belegt gilt. Es gab zahlreiche Fälle, bei denen vermeintliche Wissenschaftler*innen im US-Fernsehen die Klimakrise leugneten.

Die Unterstützung folgender Institute ist unter anderem bekannt geworden:

  • Cato Institute
  • Competitive Enterprise Institute (CEI)
  • U.S. Chamber of Commerce

Das U.S. Chamber of Commerce unterstützt übrigens öffentlich Donald Trump, woraufhin Apple bei dieser sogenannten Denkfabrik ausgetreten ist.


Joana Moll ist eine Forscherin und Künstlerin aus Barcelona und hat einige Projekte zum Thema Energieverbauch und Umweltschädlichkeit von Internet gemacht – u. A.: Wie viel CO₂ stößt Auf-Google-Sein aus? Dort wird angezeigt, wieviel CO₂ man verbuchen würde, wenn die Website Google wäre. Auf der Projektseite von „DEFOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOREST“ wird gezeigt, wieviele Bäume pro Zeit gepflanzt werden müssten, um die Umweltschäden von Google wieder „gutzumachen“. Ein weiteres Projekt, „The Hidden Life of an Amazon User“ verdeutlicht auf umgerechnet fast 9.000 DIN-A4-Seiten, was im Hintergrund passiert, wenn man auf Amazon nach einem Buch von Jeff Bezos sucht.


Ecosia ist so eher nicht. Durch Baumpflanzungen und die Unterstützung von Solaranlagen ist Ecosia klimapositiv. Ihre Einnahmen und Ausgaben werden hier auf ihrer Website veröffentlicht und sind also sehr transparent. Ein Großteil ihrer Einnahmen werden an mal größere, mal kleinere Baumpflanzorganisationen aus vielen Ländern weitergereicht. Hier ein Überblick von Ecosia über aktuelle Partnerorganisationen in den Ländern. Das „Baumpflanz-Team“ von Ecosia schaut manchmal bei den Pflanzorten vorbei, um über den Stand der Dinge informiert zu werden, also darüber,wie viele Bäume gepflanzt wurden. Es wird außerdem streng darauf geachtet, dass keine Monukulturen entstehen, sondern die Bäume richtig gepflanzt werden. Bei FridaysForFuture ist das Ecosia-Team auch manchmal als Redner zu Gast und der Gründer von Ecosia hat sich enteignet und mit Hilfe der Purpose-Stiftung dafür gesorgt, dass es auch rechtlich unmöglich ist, den Unternehmens-zielen nicht mehr treu zu sein. Übrigens: Ecosia nutzt die Suchalgorythmen von Microsoft Bing. Wenn ihr mal etwas nicht finden solltet, könnt ihr „#g“ eingeben, dann werdet ihr zu Google weitergeleitet. Einige Konzerne wie RWE markiert Ecosia übrigens mit einem schmutzigen Kohlekraftwerk und andere dagegen mit einem grünen Blatt. Große Unternehmen wie Netflix, Amazon, Twitter oder Meta werden in Zusammenarbeit mit der TU Berlin auf ihre Nachhaltigkeitsberichte hin bewertet. Die jeweilige Note (A-F) steht klein neben dem Suchergebnis. Schaut euch gerne mal die Youtube-Videos (Eng.) von Ecosia an oder durchstöbert deren Blog, um weitere Informationen zu erhalten.

Quellen:

  • Bilder: Ecosia-Pressefotos
  • Bild: By Web Summit – HM2_7122, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83702385
  • http://www.janavirgin.com/CO₂/
  • http://www.janavirgin.com/CO₂/DEFOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOREST.html
  • https://www.dw.com/de/warum-finanzieren-google-co-klimaleugner/a-38592641
  • https://de.blog.ecosia.org/ecosia-finanzberichte-baumplanzbelege/
  • Inhalte von Ecosia, dem dazugehörenden Blog und dem YouTube-Kanal
  • https://ecosia.helpscoutdocs.com/article/368-climate-pledge-rating
  • https://seo-ag.de/seo-blog/google-aktuelle-zahlen-zum-taeglichen-suchvolumen
  • https://blog.oeko.de/digitaler-co2-fussabdruck/
  • https://utopia.de/google-finanziert-klimawandel-leugner-160228/ (nicht mehr abrufbar)
4. Dezember 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/12/Bilder-scaled.jpeg 2560 1707 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2022-12-04 14:02:572025-09-05 20:01:26Ecosia – Die ökologische Suchmaschine
Artenvielfalt, Plakat

Wo sind die Insekten hin?

Das, was du über den Insektenschwund wissen musst – als Plakat!

Problem

Klicke drauf!

Was ihr tun könnt

Klicke drauf!

4. Dezember 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/12/bee-gec3c850df_1920.jpg 1280 1920 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2022-12-04 13:00:552023-11-23 16:56:17Wo sind die Insekten hin?
Politik, Wirtschaft

Weg von Gas & Öl – Ist Wasserstoff die Lösung?

Aktuell wird Wasserstoff von vielen als umweltfreundliche Alternative zu Kohle,
Öl und Gas betrachtet. Er hat die Chance, für mehr Unabhängigkeit von Russlands Gas zu sorgen und… Ja, was ist Wasserstoff überhaupt? Über Wasserstoff wissen viele nicht mehr, als, dass es ein Element ist, das kleinste. Manch eine*r wird sich sogar fragen, ob Wasser und Wasserstoff das Gleiche sind.

Nein, im Gegensatz zum Wasserstoff im All ist auf der Erde kaum reiner Wasserstoff vorhanden, aber in Verbindung mit Sauerstoff kommt er als flüssiges Wasser, Eis und Wasserdampf vor. Wasser und Wasserstoff sind nicht das Gleiche. Anders als im All ist auf der Erde kaum reiner Wasserstoff vorhanden. Zusammen mit anderen  Elementen bildet er zum Beispiel Erdöl, verschiedene Mineralien und Methan; in Verbindung mit Sauerstoff  kommt er als flüssiges Wasser, Eis oder Wasserdampf vor. Auf der Erde müsste einem also vor allem die Mischung aus Wasser- und Sauerstoff bekannt sein, im (restlichen) Universum dagegen nicht, dort liegt der Wasserstoffanteil statt bei (geringen) 0,87 Prozent bei 70 Prozent.

Gewinnung von Wasserstoff

Wenn es eigentlich nur Wasser auf der Erde gibt und wir aber Wasserstoff als
grüne Energie benötigen, liegt die Vermutung nahe, dass Wasser in Wasserstoff
umgewandelt werden müsste – richtig.
Man beachte den Vorgang der Elektrolyse und nehme:
– einen Behälter
– zwei längliche Stücke Metall
– Klebe
– Wasser
– Salz
– eine große Schale
Außerdem benötigt man einen Stromkreis.
Man klebe ein längliches Stück Metall in einen möglichst länglichen Plastikbehälter und befülle eine große Schale mit Wasser und Salz. Das Salz erhöht die Leitfähigkeit des Wassers. Der Behälter mit dem Metall werde mit Wasser befüllt und im Wasser (mit der offenen Fläche nach unten) aufgerichtet. Das ergibt die Kathode, den Minuspol. Ein weiteres Stück längliches Metall werde ins Wasser gehalten. Das ergibt die Anode, den Pluspol. Beide Pole sollten mit Zangen oder Ähnlichem im Wasser gehalten und mit dem nötigen Rest zum Erstellen eines Stromkreises verbunden werden.
Wenn der Strom angeschaltet ist, sollte jetzt bei der Kathode doppelt so viel Wasserstoff entstehen wie Sauerstoff bei der Anode. Wasserstoff hat die chemische Formel H bekommen und Sauerstoff O, Wasser
H₂O.

H₂ – O

Dass wirklich Wasserstoff entsteht, ist durch das Verschwinden von Wasser in
dem Gefäß (Kathode) zu erkennen. Man kann auch noch mit einem Feuerzeug
kurz Feuer an das Gefäß halten, wenn es (nicht laut) knallt, dann ist es wirklich
Wasserstoff.

Wasserstoff = Explosionen?

Ein Grund dafür: die Katastrophe von 1937 mit dem Luftschiff „Hindenburg“, in dessen Heckteil durch Wasserstoff ein Feuer ausbrach, was eine Explosion bewirkte. Der genaue Verlauf des Unglücks ist bis heute unklar. Am Unglückstag (6. Mai 1937) war der Himmel gewittrig und aus irgendeinem Grund kam es wohl zu einer elektrostatischen Entladung (vielleicht ein Blitzeinschlag?). Dann fing Wasserstoff an zu brennen. Das Benzin für die Motoren sorgte für eine Ausbreitung des Feuers.

Zeppelin Hindenburg

Ganz genau weiß man es nicht. Fest steht, dass vollständig reiner Wasserstoff weder brennen noch explodieren kann, aber eben doch, wenn er mit anderen Stoffen reagiert. Wasserstoff als Energieträger ist, wenn man sich möglicher Gefahren bewusst ist, ungefährlich, sagt Stina Christiansen von der Firma GP Joule, die erneuerbare Energien anbietet:

„Wasserstoff ist in Verbindung mit Sauerstoff brennbar und ab einem bestimmten Verhältnis ist ein Gemisch explosiv. Dazu ist allerdings ein Anteil von mindestens 18 % Wasserstoff nötig. Das kommt sehr selten zustande. Wasserstoff ist über 14x leichter als Luft und verflüchtigt sich somit sehr schnell.“


Ist Wasserstoff eine Energie der Zukunft?

Gefährlich scheint Wasserstoff  nicht zu sein – oder vielleicht doch? Gefährlich für die Umwelt. Auch Wasserstoff kann  umweltschädlich sein, nämlich dann, wenn es sich nicht um grünen Wasserstoff handelt, welcher per Elektrolyse gewonnen wird.

Wir haben „grünen Wasserstoff“ gewonnen. Neben grünem gibt es auch noch braunen, rosafarbenen, schwarzen, gelben, türkisfarbenen, blauen […] und vor allem grauen Wasserstoff, der im Moment hauptsächlich genutzt wird. Grauer Wasserstoff verursacht 10 Tonnen CO2 pro Tonne Wasserstoff und wird aus Erdgas (Methan) mittels Dampfreformierung gewonnen. Letztendlich gibt es sehr viele Varianten von Wasserstoffherstellung und eigentlich nur grüner Wasserstoff ist zukunftsfähig. Doch auch der könnte aus ökologischer Perspektive ein Problem werden, nämlich, wenn der Strom, der für die Elektrolyse benötigt wird, nicht erneuerbar ist. Oder, wenn der erneuerbare Strom zu teuer ist, dann könnte es sich womöglich preistechnisch gar nicht mehr lohnen, Wasserstoff zu nutzen. Das ist im Moment der Fall.

Ist es nicht ein Umweg, wenn man doch Erneuerbare nutzt, um mit diesen erneuerbaren Wasserstoff zu produzieren?

Grüner Wasserstoff ist eine gute Lösung, um die bisherigen Erneuerbaren zu ergänzen, bzw. er könnte als eine Art „Zwischen-Energiespeicher“ dienen. Windenergie funktioniert nämlich nicht, wenn kein Wind da ist, Solarenergie nicht, wenn keine Sonne scheint. Man nennt das Problem „Dunkelflaute“. Gleichzeitig gibt es momentan noch keine effizienten Speicher: Wenn es mal richtig stürmt oder die Sonne brennt und dadurch mehr Energie produziert wird als in dem Moment nötig, kann diese zu viel erzeugte Energie kaum richtig gespeichert und später wieder benutzt werden. Wenn man nun mit dieser Energie Wasserstoff produzieren würde und ihn erst in Energie umwandelte, wenn sie benötigt würde, zum Beispiel während einer Dunkelflaute, könnte Wasserstoff fast schon ein Ersatz für die Speicher sein.

„Es ist richtig, dass sehr viel Strom für die Produktion von Wasserstoff benötigt wird. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Strom (z. B. aus Wind und Sonne) ansonsten gar nicht genutzt werden würde, sondern verpufft, stellt die Nutzung von Wasserstoff eine sehr gute Möglichkeit der Speicherung sowie Ergänzung zur Energie durch Wind und Sonne und ebenso zur Elektromobilität dar.“ (Stina Christiansen, GP Joule)


Grüner Wasserstoff: alternativer Treibstoff

Ernstzunehmende Elektroautos gibt es schon seit über 20 Jahren und schaffen mittlerweile durchschnittlich 400-600 Kilometer, danach müssen die meisten Modelle erst einmal längere Zeit laden, sofern keine Schnellladestelle zur Verfügung steht. Die wenigen Wasserstoff-Automodelle auf dem Markt dagegen schaffen schon 650 Kilometer, haben also eine Reichweite, die der eines Benziners entspricht. Auch ist die Herstellung von Wasserstoff viel ressourcensparender als die von zum Beispiel einer Batterie für ein E-Auto. Für das Elektroauto spricht aber, dass die Wirkung des Aufwandes sehr viel höher ist als bei einem Wasserstoffauto. Wenn wir Wasserstoff umfassend in der Mobilität einsetzen würden, hätten wir 22 Prozent weniger Emissionen.

„In der Praxis ist [Wasserstoff] […] weniger gefährlich als beispielsweise andere Auto-Treibstoffe.“ (Stina Christiansen, GP Joule)

…und Heizmöglichkeit?

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurde Stadtgas statt Erdgas verwendet. Es bestand zu über 50 Prozent aus Wasserstoff. Es ist auch technisch möglich, das Gasnetz vollständig zu einem Wasserstoffnetz zu machen. Heizungen vertragen mehr als 20 Prozent Wasserstoff. Theoretisch könnte aber überschüssiger Ökostrom durch einen Elektrolyseur in Wasserstoff verwandelt und, wenn es an Ökostrom mangelt, durch Brennstoffzellen als Wärme genutzt werden.

Wenn wir es in Deutschland schaffen würden, mit Hilfe von grünem Wasserstoff alle Emissionen im Heiz- und Strombereich zu reduzieren, hätten wir 42 Prozent weniger Emissionen!

Doch was ist mit dem restlichen CO₂? Für sieben Prozent der aktuellen CO₂-Emissionen ist die Stahlindustrie verantwortlich. Aktuell nutzt man Kohlenstoff (aus Kohle), die sich im Hochofen mit Sauerstoff aus Eisenerz verbindet, um Stahl herzustellen. Statt der Kohle kann man aber auch Wasserstoff verwenden, um den Sauerstoff aus dem Eisenerz zu lösen und dadurch Stahl herstellen.

Alle Parteien im Bundestag (außer der AfD, die  eigentlich alle erneuerbaren Energien strikt ablehnt) sind mal klarer und mal weniger klar für die bevorzugte Verwendung von Wasserstoff in der Stahlindustrie oder in „Industrien, bei denen es zurzeit noch keine ökologischen Alternativen gibt“. Doch um das umzusetzen bräuchte man ungefähr doppelt so viel Strom in der Stahlindustrie wie bisher.


Problem: Zu wenig Ökostrom

Wir in Deutschland können wohl höchstens 800 Mrd. kWh Ökostrom erzeugen, im Moment stehen wir bei 250 Mrd. kWh. Aber wir könnten aus anderen Ländern Ökostrom bekommen – statt fossiler Energien. Vor allem Wüsten bilden gute Chancen. Vielleicht etwas überdimensioniert ist diese Vorstellung, denn auch Wüsten sind Ökosysteme, aber: Mit einer gut durchdachten und gut strukturierten Solartechnologie in der Sahara-Wüste könnte das 7.000-fache des Energiebedarfs ganz Europas abgedeckt werden!

„Es reichen bereits 830 Elektrolyseure à 100 Megawatt aus, um eine Vollversorgung in Deutschland zu gewährleisten. Solch ein Elektrolyseur braucht mit Nebenanlagen ungefähr so viel Platz wie eine Tankstelle. Von denen haben wir 14.000 in Deutschland. Zudem lässt sich das Erdgas-Netz mit einigen Anpassungen für Wasserstoff nutzen. Die Pipelines sind vorhanden und mit entsprechenden Ertüchtigungen geeignet; das haben die Ferngasnetz-Betreiber bereits untersucht.“ ~ Stina Christiansen, GP Joule


Was tut die Politik?

Laut nationaler Wasserstoffstrategie sollen neun Milliarden Euro für Wasserstoff bereitgestellt werden – davon zwei Milliarden für den Ausbau internationaler Partnerschaften. Es wurde außerdem ein Wasserstoffrat aus 25 Experten einberufen. Der ganze Plan beginnt damit, dass bis 2023 der Markthochlauf begonnen haben soll („Der Markt“ bietet in dem Fall Wasserstoff normal an und Wasserstoff fängt an, verbreitet zu sein). Damit das geschieht, steht im Raum, dass grünen Wasserstoff herzustellen, weniger Steuern, Umlagen, Abgaben kosten soll. Auch CO₂ könnte dann noch teurer werden. 2007 lag der CO₂-Preis übrigens in der EU noch bei durchschnittlich 0,73 Euro pro Tonne, jetzt liegt er zwischen 50 und 80 Euro.

Außerdem sollen Wasserstoffhersteller und Netzbetreiber durch ein bis zwei Modellprojekte besser zusammenarbeiten können und als Folge dadurch eine Netzentlastung entstehen zu angemessen Preisen. Auch werden Chemie- und Stahlindustrie gefördert, wenn sie statt Kohle Wasserstoff verwenden. Und – natürlich sollen Erneuerbare insgesamt vorangetrieben werden, damit man genug Wasserstoff aus der in dem Moment überschüssigen Energie machen kann. Sowohl für Auto als auch für Flugzeuge soll Einsatz von Wasserstoff bei der Herstellung gefördert werden und es soll einen Mindestanteil an Nutzung von Ökoenergien im Verkehr festgelegt werden, der deutlich höher ist, als in der EU. Etwa bei der Flugzeugindustrie sollen bis 2030 mindestens 2 Prozent von den für die Herstellung benötigten Stoffen Wasserstoff sein..

Sowohl im Industriebereich als auch im privaten Haus soll Wasserstoff gefördert werden. Außerdem werden größere Bildungs- und Forschungs-Projekte sowie der Ausbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes geplant.


Quellen:

  • https://www.youtube.com/watch?v=qNqkoCSTJ7k
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatische_Entladung
  • https://www.tuev-nord.de/de/unternehmen/energie/wasserstoff/wasserstoff-eigenschaften-sicherheit-gefahren/
  • https://www.dw.com/de/ist-wasserstoff-der-energietrProzentC3ProzentA4ger-der-zukunft/a-61314634
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffherstellung
  • https://www.klimareporter.de/technik/gruener-wasserstoff-ist-nicht-gleich-gruener-wasserstoff
  • https://www.glpautogas.info/data/hydrogen-stations-map-germany.html
  • [archivierte Version von] https://enery.energy/2021/05/11/sahara-strom-wueste-als-wahres-energie-paradies/
  • https://energyload.eu/energiewende/deutschland/wasserstoffstrategie/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1304069/umfrage/preisentwicklung-von-CO₂-emissionsrechten-in-eu/

 

29. November 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/11/pexels-photo-10670941.webp 1315 2520 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2022-11-29 08:20:032025-03-30 14:09:12Weg von Gas & Öl – Ist Wasserstoff die Lösung?
Geschichte, Gewässer, Politik, Wirtschaft

Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg

Als der Krieg begann ...

Es ist der 24. Februar 2022, 4:15 Uhr, die Tagesschau meldet online: Putin hat den Krieg angeordnet und dadurch begonnen. In Kiew seien erste Explosionen zu hören.

Die Welt ist im Schockzustand. Ich gehe zur Schule, irgendwie ist die Stimmung in unserer Klasse ernster als sonst, dann erfahre ich von den anderen, was Putin getan hat. Ich bin natürlich wie alle anderen einfach nur entsetzt.

20:00 Uhr: Es läuft die Tagesschau. Noch nicht mal beim Mauerfall und der Wiedervereinigung wurde dort ausschließlich über ein Thema berichtet. Heute schon – und die nächsten Tage auch.

Keine Frage, der Krieg ist dramatisch für die Menschen, das sollte nicht verharmlost werden, aber auch schlimm für das Klima. Durch kriegerische Handlungen leiden nicht nur die Streitparteien, sondern auch Tiere, Natur und eigentlich auch alle Menschen. Egal, wie neutral sie eingestellt sind: Letztendlich wird jede*r durch die steigenden CO2-Emissionen bestraft. Inwiefern genau, darum geht es in dieser Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg.

4. März

Das Völkerrecht verbietet unter anderem auch umweltschädliche Kriege. Im Zusatzprotokoll der Genfer Konvention von den Vereinten Nationen, bei dem auch Russland als Vertragspartei aufgeführt wird, werden Techniken, die lang anhaltende, verbreitete und schwere Schäden verursachen, verboten.

Nicht nur Tonnen von CO₂ werden durch einen Krieg ausgestoßen, es wird auch Grundwasser verseucht, Wälder und Natur werden verwüstet und durch Waffen verbrannt.


Doch weshalb genau wird das CO₂ freigesetzt? Zum einen wegen der Kriegsflugzeuge und Panzer, die natürlich nicht elektrisch betrieben werden wie heute schon einige Autos. Zusätzlich verbrauchen Panzer viel mehr Treibstoffe, was zu einem höheren Ausstoß beim Panzerfahren im Gegensatz zum Autofahren führt. Wenn mehr Treibstoffe in den Tank eines Panzers gefüllt werden müssen als bei einem Auto und der Panzer trotzdem nur die gleiche Strecke mit der Tankladung fahren kann, wird natürlich auch für die gleiche Fahrtlänge deutlich mehr CO₂ ausgestoßen.

Panzer: Treibstoff

Beim russischen Panzer „T-72“ gelten beispielsweise folgende Verbrauchswerte: Auf befestigten Straßen verbraucht er 250 Liter Diesel-Treibstoff pro 100 Kilometer, ein durchschnittlicher PKW verbraucht auf gleicher Strecke dagegen „gerade mal“ 7,5 Liter Kraftstoff und wird schon damit als umweltschädlich eingestuft! Da es insgesamt nicht so viele CO₂-Ausstoß-Daten von Kriegswaffen gibt, kann als Beispiel für Flieger (B25-Bomber) nur ein amerikanisches Modell genommen werden. Der B25-Bomber verbraucht 15.000 Liter pro Stunde. Ein Auto müsste um so viel zu verbrauchen 18 Jahre fahren.

Fest steht für die Ukraine, dass sie Russland eines Tages für die Umweltschäden verklagen will.

März – April: Mariupol


Es rückt das Asow-Stahlwerk in den Vordergrund. Die Stadt Mariupol ist besonders umkämpft und die letzten Einwohner der Stadt sind in das Stahlwerk geflüchtet. Daraufhin wird es angegriffen.


Wären dabei die tausenden Tonnen giftiger Schwefel-Wasserstoff-Lösung in das Asowsche Meer ausgeflossen, wäre die gesamte Flora und Fauna (so die Stadtregierung von Mariupol) einer fast doppelt so großen Fläche wie Schleswig-Holstein, quasi komplett zerstört. Das wäre ein immenser Schaden für Wirtschaft, Natur, Mensch und Tier. Und das wird nicht das einzige Beispiel eines Schadens an Natur durch den Krieg sein.

11. März: Inflation


Langsam bekommt man in Deutschland eine Inflation zu spüren, die in gewisser Weise auch der Umwelt schadet.


Auch auf E-Autos hat der Krieg Auswirkungen

Ein besonders wichtiges Element für den Bau eines Elektroautos ist Nickel. Am 11. März kam die Meldung, dass Nickel mittlerweile 18% teurer geworden ist, und Russland als Vertragspartner und drittgrößter Anbieter von Nickel weltweit wurde sanktioniert. Bei so einem Krieg ist das zwar das Mindeste, was getan werden sollte als Reaktion, aber trotzdem führt das auch dazu, dass Nickel nicht mehr vor allem aus einer noch einigermaßen nahen Region kommt, sondern beispielsweise von den Philippinen, und das bedeutet lange Transportwege, also viel CO₂. Und auch für die bereits erwähnten Elektroautos hat das Folgen. Es ist zu befürchten, dass die geplanten 15.000.000 E-Autos in Deutschland bis 2030 durch Preise und Nickel-Mangel nicht erreicht werden.

23. März: Klimaforschung

Die Arktis ist wegen der Klimakrise in Gefahr, die Region erwärmt sich besonders schnell; Eis schmilzt. Unglaubliche Rekord-Temperaturen werden jährlich gemessen – im Jahr 2021 waren es 38 Grad. Und: Russland ist der größte Nachbar der Arktis. Forschende der Uni Leipzig wollten eigentlich Messungen, die wegen Corona ausfallen mussten, nachholen. Schon vor dem Krieg wurden ihre geplanten Aktivitäten von Putins Seite aus beschränkt – sie dürfen den russischen Luftraum nicht befliegen.

Viele deutsche Forschungsgesellschaften und Institute haben nach Beginn des Krieges aus Solidarität mit der Ukraine die Zusammenarbeit mit russischen Wissenschaftler*innen unterbrochen, dadurch auch deren gemeinsame Projekte. Man kann streiten, ob es richtig ist, für den Krieg auch die Wissenschaftler*innen aus Russland zu bestrafen. Doch auch Projekte wie das „Icarus“, welches den Strom von Zugvögeln untersuchen sollte, scheinen von russischer Seite aus abgebrochen worden zu sein. Seit einiger Zeit bekommen deutsche Forschungsteams keine Daten aus Moskau, und deutsche Ingenieure, die zur Zeit in Russland arbeiteten, haben den Kontakt zu ihren deutschen Kolleg*innen verloren.

26. August: Asbest

Übrigens, mal am Rande bemerkt:

Nicht nur Chemie-Fabriken und Atomkraftwerke stellen eine Gefahr dar: Auch einfache Gebäude, für die der Baustoff Asbest eingesetzt wurde, tun dies – für die Gesundheit. Wenn diese Häuser durch Bombenangriffe zerstört werden, kann der krebserregende Stoff in die Luft und von dort in die Lunge, in Gewebe und Organe gelangen und Jahre später Tumore verursachen. Durch den Wind kann er weiter verbreitet werden.

Asbest wurde jahrzehntelang in Häusern verbaut. Es wurde vor allem bei Dacheindeckungen (Kunstschiefer, Wellfaserzement) und Dämmstoffen verwendet. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften für den Abbau und eine (teure) Sondermüll-Entsorgung.


5. Oktober

Das AKW Saporischschja (beide Kamine und die zwei kleinen Häuser links daneben gehören zum Wärmekraftwerk)

Momentan diskutiert die FDP intensiv über eine Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten in
Deutschland, während in der Ukraine gerade die Gefahr besteht, dass durch das von
russischen Soldaten eingenommene AKW Saporischja, das größte Atomkraftwerk Europas,
ein dritter Super-Gau entsteht. In Deutschland sollen die AKWs die Energie-Versorgung sicherstellen und bezahlbar machen, dabei seien laut Öko-Institut „Strompreiseffekte im Großhandelsmarkt eines Streckbetriebs der Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim äußert gering“, um 0,5-0,8 Prozent würde sich der Preis senken. Und gerade Mal weniger als 0,2 % Gasverbrauch würde ein Streckbetrieb von allen drei AKWs einsparen.

9. Oktober: Fazit

Bisher schätzt die Ukraine die Umwelt-Folgen auf 36 Millionen Euro ein, der Wiederaufbau werde rund 80 Millionen Tonnen CO₂ kosten. Laut Ukraine seien bisher durch den Krieg 31 Millionen Tonnen CO₂ in die Luft gestoßen worden – die Produktion von Waffen ist noch nicht einmal mit hinein gerechnet. Allein in Deutschland fallen für die Produktion von Waffen 32.000 Tonnen CO₂ an, 8.700 Tonnen entstehen bei der Herstellung von Kampffahrzeugen.

Und wir wissen nicht, was noch alles kommt. Angesichts der Tatsache, dass die Kohlekraft wieder hochgefahren werden muss, angesichts der Diskussion über Fracking (Flüssiggas-Gewinnung), angesichts von plötzlich auftretenden Pipeline-Lecks, …

Ein Jahr Krieg – Fortsetzung


Der Ukraine-Krieg hört nicht auf, sondern läuft auf grausame Art weiter. Einmal jährlich, zwischen Februar und März, aktualisieren wir deshalb diesen Artikel.


Bei der UN-Klimakonferenz wurde zum ersten Mal seit Jahren über die Klimafolgen von Krieg und Rüstungsindustrie gesprochen. 49 Millionen Tonnen CO2 seien durch Russlands Handlungen in den ersten sieben Monaten des Kriegs ausgestoßen worden. Und nach mittlerweile ungefähr einem Jahr Krieg kann man mehr über die Umweltschäden durch den Krieg lesen: Über 280.000 Hektar Wald sind zerstört worden, 20 Prozent aller ukrainischen Schutzgebiete sind beschädigt worden, verseuchtes Grundwasser kommt immer wieder vor und es gab viele, viele Fabrikexplosionen… Die Berechnung wird aber noch gewaltiger: Nicht nur in der Ukraine wird die Umwelt verwüstet, sondern natürlich auf Russlands oder anderer Länder Grund und Boden. Russland fackelte Unmengen an Gas ab, das bedeutete in den Mengen zu der Zeit einen CO2-Ausstoß von 9.000 Tonnen! Durch die Sabotage an Nordstream 1 sind 75.000 bis 230.000 Tonnen Methan entwichen, so schätzen Expert*innen. Nicht zu vergessen die Inflation, die beispielsweise dazu führte, dass die Menschen weniger Bio kauften. Von Januar bis Oktober 2022 ging der Umsatz in der Biolebensmittelbranche um 4,1 Prozent zurück (was sich zugegebenermaßen ein wenig relativiert: Das ist das erste Mal, dass der Umsatz dort sinkt und ist im Vergleich zu anderen Jahren trotzdem ausgesprochen gut). Oder zum Fall Lützerath: Viele begründen die Räumung mit dem Willen, die Energieversorgung sicherzustellen.

Und mit all dem haben wir vor ein bisschen mehr als einem Jahr in keinster Weise gerechnet. Mal schauen, was in diesem Jahr noch alles geschieht…


Quellen:

  • Bild von AKW Saporischschja: Von Ralf1969 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7343361
  • https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-russland-ukraine-krise-donnerstag-101.html#Augenzeugen-Explosionen-in-Kiew-zu-hoeren
  • https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-9195.html
  • https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/sarah-fluchs-wie-kriege-die-umwelt-schaedigen.html
  • https://www.autozeitung.de/jaehrliche-fahrleistung-197899.html
  • https://www.derstandard.de/story/2000137983050/kriege-die-vergessenen-klima-und-umweltsuender
  • https://www.stern.de/auto/fahrberichte/ukraine-krieg-und-seine-folgen-die-klimaziele-wanken-31698538.html
  • https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/umwelt/neuer-waermerekord-von-38-grad-celsius-in-der-arktis-gemessen-13375644
  • https://www.mdr.de/wissen/ukraine-krieg-folgen-klimaforschung-arktis-100.html
  • https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-montag-181.html#Umwel
  • https://www.welt.de/wirtschaft/article211016375/CO₂-Emissionen-Krieg-und-Ruestung-die-vergessenen-Klimasuender.html
  • https://www.wiwo.de/technologie/forschung/umkaempftes-atomkraftwerk-in-der-ukraine-hier-sehen-sie-wie-gross-die-radioaktive-gefahr-bei-ihnen-ist/28132014.html
  • https://odlinfo.bfs.de/ODL/DE/themen/wo-stehen-die-sonden/karte/karte_node.html
  • https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/atomkraft-keinen-tag-laenger
  • https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-umweltschaeden-werden-das-land-viele-jahre-belasten-O52RC7Y7VK6GJ5P3SVB3WVJGPE.html
  • https://www.tagesschau.de/faktenfinder/klima-krieg-ukraine-101.html
  • https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/nord-stream-gas-verbrennen-russland-sanktionen-flamme-gaspreis-gazprom-bbc-101.html
  • https://www.ipg-journal.de/rubriken/wirtschaft-und-oekologie/artikel/gruene-auferstehung-6536/
  • [archivierte Version von] https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/umwelt-auswirkung-ukraine-krieg-russland-100.html
  • https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukrainekrieg-umwelt-schaeden-102.html
  • https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ukraine-welche-folgen-der-krieg-fuer-die-umwelt-hat
  • https://www.heise.de/news/Nord-Stream-So-viel-Methan-stroemte-aus-den-zerstoerten-Pipelines-7523985.html
  • https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/klima-und-nachhaltigkeit-bio-lebensmittel-und-inflation-hat-bio-noch-eine-zukunft,TUbRRa9
9. Oktober 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/10/ruin-3393530_1280.jpg 720 1280 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2022-10-09 08:39:372025-05-10 11:35:19Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg
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Dies wurde ursprünglich als Reel gepostet, aber au Dies wurde ursprünglich als Reel gepostet, aber aufgrund der aktuellen Debatte veröffentlichen wir die Inhalte nochmal als Beitrag.
Wir haben nachgefragt und genau ein Bundesland hat explizit klargestellt, man sei gegen ein Tempolimit. Eine Ablehnung einer Tempolimit-Initiative im Bundesrat wäre trotzdem eher unwahrscheinlich: Klar äußern wollen sich viele Ministerien erst, wenn es einen konkreten Antrag gibt, und bei strittigen Themen wird sich häufig eher enthalten, was im Bundesrat quasi als Nicht-Zustimmung gewertet wird.
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Wir sind ein Umwelt-Magazin aus Schülern und wolle Wir sind ein Umwelt-Magazin aus Schülern und wollen mit unterschiedlichsten Meinungen in Kontakt kommen. Deshalb haben wir mit @techaktien Kontakt aufgenommen und wollten herausfinden, wieso er schreibt "Klimaschutz Deindustrialisierung ist" und nicht etwa die aktuelle Form der Klimapolitik beispielsweise. Das wäre deutlich weniger pauschal.
Mal so am Rande bemerkt... Mal so am Rande bemerkt...
Wir geben euch hiermit ein paar Hintergründe dazu, Wir geben euch hiermit ein paar Hintergründe dazu, was wir gerade machen, sind optimistisch (ha ha ha) und verfolgen das Thema weiter.
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