Umwelt-Magazin
  • Über uns
  • Artikel
  • Projekte
  • Wir alle für Klimaschutz jetzt!
  • Unterstützer*in-Newsletter
  • Deutsch
    • Deutsch
    • Français
    • English
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Digitales & Medien, Geschichte, Interview, Politik

Literaturprofessor Heinrich Detering über Ökologie in der Literatur

Wir haben Professor Heinrich Detering interviewt. Er ist ein renommierter Literaturwissenschaftler und hat an verschiedensten Universitäten – zum Beispiel in Wuhan, Washington, Aarhus, Kiel und Göttingen – gelehrt. Er war Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und hat unter anderem das Große Verdienstkreuz mit Stern verliehen bekommen. Nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Schriftsteller, arbeitete er. In drei seiner Bücher geht es um die ökologischen Gedanken großer Autor*innen. Ein anderes Buch befasst sich mit der Rhetorik der AfD. 

Inhalt

Eine Stunde haben wir über Ökologie in der Literatur  und die Rhetorik der AfD geredet. Wir haben darüber gesprochen, ob er sich als links-grün-versifft betrachtet und wieso er Goethe, wenn er sich für jemanden entscheiden müsste, der umweltbewussteste Schriftsteller war. Heinrich Detering hat uns erklärt, wie schon vor Jahrhunderten ökologische und unglaublich aktuelle Themen präsent waren. Damit meint er keine unbekannten Personen, sondern weltbekannte Schriftsteller, die zu dem Thema schrieben.

Wir haben uns bewusst entschieden, nicht so viel Inhaltliches zu verraten, weil es immer dazu führt, dass wichtige Gedanken verloren gehen. Wir müssten uns entscheiden, etwas zu gewichten und das wollen wir nicht. Das Interview ist als etwas Zusammenhängendes zu sehen und nicht als Haufen verschiedener Fragen, die losgelöst voneinander betrachtet werden können.

Interview



 

10. September 2025/0 Kommentare/von Mia, Janni und Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/09/Botschaften-Website-12.png 318 845 Mia https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Mia2025-09-10 19:36:092025-09-10 19:36:09Literaturprofessor Heinrich Detering über Ökologie in der Literatur
Abfall & Müll, Digitales & Medien, Geschichte, Interview, Politik, Wirtschaft

„Wenn das Tempolimit irgendwann mal kommt, geht die Welt nicht unter“

Daniel Günther ist der schleswig-holsteinische Ministerpräsident. Wir haben ihn interviewt, weil wir uns von Zeit zu Zeit immer mehr gefragt haben, wie er mit den Widersprüchen umgeht, die zwischen seiner und der Politik der Bundes-CDU herrschen:

Widersprüche


 
Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

Daniel Günther - Markus Söder

“Anstatt einfach den Mund zu halten und zu sagen, wir kämpfen für eine starke CDU. Und eine starke CSU. Markus Söder führt diese Diskussion mit sich selbst.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Markus Söder

“Es ist ein kleines und schönes Land mit schöner Landschaft, wirtschaftlich enormen Problemen, finanziell hoch verschuldet [… ] Ich würde mal sagen: Um die eigenen Probleme kümmern und dann mit einer ordentlichen Bilanz bundesweit auftreten, ist okay. Ansonsten kann ich nur sagen: [Meine] Position zu den Grünen ist die mehrheitliche Position der Unionswähler.” ~ Markus Söder

Daniel Günther über das Gendern

“Bei manchen Genderdebatten stellen sich mir auch die Nackenhaare auf, aber wir müssen begreifen: Es bringt uns gar nichts, wenn wir über so einen Mist diskutieren.” “Populistisches Draufhauen” helfe der CDU nicht, “die Leute gehen nahtlos zur AfD”. “Kurs der Mitte, sprachlich sauber bleiben, keine Debatten über das Gendern und andere Nebensächlichkeiten führen – den Leuten halt keinen Scheiß erzählen.” ~ Daniel Günther, zitiert in der Süddeutschen Zeitung

Daniel Günther - Friedrich Merz

“Wir müssen diese Möglichkeit, ein [AfD-] Parteiverbot anzustreben, dann auch nutzen. Diese Auffassung teile ich mit vielen.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Friedrich Merz

[AfD-Verbot:] “Das riecht mir zu sehr nach politischer Konkurrentenbeseitigung” ~ Friedrich Merz

Daniel Günther - Carsten Linnemann

“Linke und AfD kann man nicht miteinander gleichsetzen.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Carsten Linnemann

“Der Unvereinbarkeitsbeschluss ist gut so, wie er ist.” ~ Carsten Linnemann

mehr Beispiele jetzt im Interview

Viel Spaß beim Ansehen!


Das Interview

Mit Daniel Günther haben wir eine halbe Stunde über Klimakrise und Umweltschutz gesprochen. Es ging um Populismus und das Einhalten der Klimaziele. Es ging um die Frage, was Friedrich Merz denn tun würde, wenn unter dem Einhalten der Klimaziele der Wohlstand des Landes gefährdet wird. Laut Merz könnte man dann nämlich die wohlstandsgefährdenden Klimaschutzmaßnahmen nicht durchführen. Wir haben Günther gefragt, ob Verbote vielleicht doch nicht immer so schlecht sind und was er eigentlich von einem Tempolimit hält. Wir haben über Superreiche und Privatjets geredet. Umweltpolitik in Schleswig-Holstein war ein großes Thema. Wir haben ihn zu Robert Habeck befragt und ihm drei Geschenke überreicht, mit denen er etwas machen soll. Wie er geantwortet hat, als wir ihm einen Tempolimitsticker, eine Ausgabe von „Der Schimmelreiter“ sowie ein überraschendes Zitat von Konrad Adenauer gegeben haben, erfahrt ihr im Interview.



 

7. Juli 2025/0 Kommentare/von Janni, Toni, Tim, Emma und Sia
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/07/Asisi-Website-4.png 318 845 Janni https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Janni2025-07-07 07:30:402025-07-06 23:14:33„Wenn das Tempolimit irgendwann mal kommt, geht die Welt nicht unter“
Artenvielfalt, Geschichte, Interview, Politik, Wirtschaft

Interview mit Konrad Adenauer, Enkel des ehemaligen Bundeskanzlers

Der gleichnamige Enkel des ehemaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Interview: Für unsere Recherche über Konrad Adenauers Umweltpolitik haben wir viele Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen kontaktiert, die uns geholfen haben, doch am aufregendsten war das Gespräch mit dessen Enkel. Das Gespräch war ausgesprochen nett und wir sind ihm wirklich unglaublich dankbar, dass er so wertschätzend war und sich so viel Zeit für uns, auch im Nachgang, genommen hat. Er heißt „Konrad Adenauer“, ist Vorstandsvorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins und hat streitbare Positionen zum Klimaschutz in einem Boulevard-Magazin vertreten. Im Interview erklärt er, dass „Thunberg“ einerseits eine Riesenshow sei, mit der Geld verdient wird, und er andererseits nichts gegen Umweltschutz habe. Außerdem berichtet er viel von umweltpolitischen Gedanken seines Großvaters. 


Die ersten zwei Fragen und Teile der darauffolgenden Antworten wurden nicht aufgezeichnet und sind nachträglich von der Redaktion rekonstruiert worden. Aufgrund von Übertragungsproblemen haben wir uns nicht sonderlich gut verstanden. Das Interview wurde in dieser Form von Herrn Adenauer genehmigt und einzeln durchgegangen. Es wurde insgesamt sehr wenig geändert.

Umwelt-Magazin: Haben Sie Ihren Großvater Konrad Adenauer noch persönlich kennengelernt?

Konrad Adenauer: Ja, ich habe ihn persönlich kennengelernt. Mehr als zwanzig Jahre hatten wir ein wirklich sehr enges Verhältnis. Dann ist er leider verstorben.

„Nachhaltigkeit ist ein Wort, das ich nicht für gut halte“

Umwelt-Magazin: Wie sehr spielt er heutzutage eine Rolle in der Familie Adenauer?

Konrad Adenauer: Mein Großvater spielt natürlich immer noch eine sehr bedeutende Rolle in unserer Familie. Wir engagieren uns alle bei politischen Institutionen und sind auch sehr gut vernetzt. Einige sind in der Konrad-Adenauer-Stiftung, die von verschiedenen Bundesministerien unterstützt wird und weltweit tätig ist. Ich bin bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf tätig. Das ist eine Stiftung nach Bundesrecht, die überparteilich ist. Sie pflegt das Haus in Rhöndorf, gibt Bücher heraus, führt Veranstaltungen durch wie Tagungen und so weiter. In allen drei Gremien der Stiftung ist die Familie vertreten. Ich bin im Vorstand seit über 33 Jahren, ein Schwager von mir ist im wissenschaftlichen Beirat und unser erster Sohn ist im Kuratorium tätig – und auch noch andere Verwandte. Im Kuratorium von zehn Personen sind vier aus der Familie. Das heißt, wir haben da sehr viel mit zu tun.

Umwelt-Magazin: Wissen Sie, wie sehr Nachhaltigkeit bei Ihrem Großvater Gesprächsthema war? Wenn wir über Nachhaltigkeit reden, meinen wir die ökologische Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist ein Wort, das es damals noch gar nicht gab – und ein Wort, das ich auch eigentlich gar nicht für gut halte. Es ist eine Erfindung aus den letzten Jahrzehnten. Sie kennen das Verb „nachhalten“. Das kommt in Kartenspielen vor. Man muss sich merken, welche Karten schon gefallen sind. Das ist das übliche Nachhalten. Also man „denkt“ über das „nach“, was schon passiert ist. Man „hält“ es nach. Dann gab es den Begriff auch im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft. Da ging es darum, dass man „nachhielt“, wie viele Bäume man gefällt hat, um zu wissen, wie viel man neu pflanzen muss in gewissen Abständen. Das war nachhaltig. Das Wort hat dann seinen Inhalt verloren. Es geht heute eher um Umweltschützen und Umwelterhaltung. Nachhaltigkeit ist ein Größenbegriff, eine Eigenschaft wie groß und klein und schnell und langsam und intensiv und extensiv. Das hat damals keine Rolle gespielt.

[Anmerkung der Redaktion: Viele Wörterbücher schreiben auch, dass „nachhalten“ für „längere Zeit andauern“ steht und dass „nach“ im zeitlichen Sinne als „in der Zukunft“ zu verstehen ist.]

Umwelt-Magazin: Sie haben im Jahr 2019 in der Boulevardzeitung „Express“ einen Gastbeitrag geschrieben. Hätten Sie den aus heutiger Sicht anders geschrieben? Würden Sie Stellen verändern?

„Zur Zeit kann man dem Klimawahnsinn kaum entgehen. […] Das Kohlendioxid (CO₂) beträgt 0,038% unserer Atmosphäre und ist daher zu vernachlässigen. Von diesem Kohlendioxid produziert die Natur selbst 96%. […] Darüber hinaus ist gar nicht einmal sicher, ob das Kohlendioxid wirklich unser Klima verändert.“~ Konrad Adenauer bei „Express“

Konrad Adenauer: Bei „Express“ habe ich mehrfach Beiträge geschrieben. Da weiß ich nicht, um welchen es geht. Das müssten Sie mir später noch sagen, dann kann ich dazu Stellung nehmen.

Umwelt-Magazin: Soll ich sagen?

Konrad Adenauer: Ja, wenn Sie das gerade haben, können Sie mir es sagen.

Umwelt-Magazin: Okay, ich habe es gleich… „‘Klima-Wahnsinn‘ – Kölner Konrad Adenauer wettert gegen Greta Thunberg„.


Greta Thunberg


Thunberg ist irrelevant: “ Sachen, von denen Sie noch nie gehört haben, werde ich kennen.“

Konrad Adenauer: Ja, Thunberg… Also die Überschrift macht ja nicht der Interviewte. Das macht der Interviewer immer hinterher. Die habe ich nicht gemacht. Ich fand nur: Thunberg ist für mich irrelevant, verstehen Sie? Diese Frau hat nichts Neues verkündet. Das Ganze ist nur ein Über-Hype. Das ganze Klima ist doch schon seit vielen Jahren bei uns Thema, schon vor Thunberg. Wir hatten den ersten Umweltminister schon im vorigen Jahrhundert, verstehen Sie? Ich fand das maßlos übertrieben, die Schüler von der Arbeit abzuhalten, anstatt was zu lernen und auf die Straße zu gehen. Da ist nichts Neues gesagt worden, es ist nur Wirbel gemacht worden. Insofern halte ich davon gar nichts, das bleibt dabei.

Umwelt-Magazin: Aber daraufhin sind bestimmte Sachen in Gang gekommen im Bereich Klimaschutz. Es ist ja (…)

Konrad Adenauer: Weiß ich nicht, das ist alles schon früher gedacht worden. Sie sind [Anm. d. Red.: unter 18] Jahre alt, ich bin fast 80. Ich habe schon sehr viel in meinem Leben mitbekommen. Ich kenne die Entwicklungen alle: Sachen, von denen Sie noch nie gehört haben, werde ich kennen.

Umwelt-Magazin: Ja, (…)

Konrad Adenauer: Das sieht so aus, als wäre es noch nicht in Gang gekommen. Das war alles vorher schon in Gang. Ich bin für Umweltschutz und so weiter, aber ich bin kein Thunberg-Anhänger. Das ist alles vorgeschoben. Das ist eine Show, eine Riesenshow, mit der Geld verdient wird (…)

Umwelt-Magazin: Wie wird Geld verdient? (…)

Konrad Adenauer: Ich bleibe bei meiner Ablehnung. Wir machen weiter.

„Erneuerbar“ ist ein falsches Wort

Das Interview bezieht sich auf die Recherche zu Konrad Adenauers Umweltpolitik.

Umwelt-Magazin: Hat der Großvater über Vormodelle von erneuerbaren Energien nachgedacht?

Konrad Adenauer: Eigentlich kaum, wüsste ich nicht, denn das Wort „Erneuerbar“ ist auch völlig falsch. Ich sage Ihnen das ganz klar. Das Einzige, was jeden Tag neu kommt, ist die Sonnenenergie. Alles andere ist alt. Kann auch nicht erneuert werden. Die Energie, die verbraucht ist, ist weg. Verstehen Sie? Ist weg.

Umwelt-Magazin: Aber sie ist nicht (…)

Konrad Adenauer: Man muss andere Begriffe dafür finden. Energie, die von der Sonne neu kommt – Das ist damit gemeint, verstehen Sie? So, die Sonne macht alles hier bei uns, ist viel mächtiger als wir. Wie gesagt, Vormodelle gab es nicht, weil auch gar kein Bedarf dafür da war. In der Zeit meines Großvaters bestand die Herrschaft der Kohle. Dann kamen sehr, sehr, sehr viel später – nach dem Zweiten Weltkrieg – Öl, Benzin und danach auch noch sehr viel moderneres Gas hinzu. Es hieß damals immer, das sei unendlich, das reiche für Millionen Jahre. Ich weiß es nicht. Mein Vater war Vorstand der Rheinischen Braunkohlenwerke im Westen von Köln und ich kenne die großen Braunkohlewerke, die jetzt alle zum Erliegen kommen werden.

Was mich immer als jungen Menschen gestört hat lassen, ist, dass ich dachte: Irgendwann gehen alle Vorräte mal zu Ende. Und darum war ich immer schon jemand, der dachte, wir müssen die Vorräte, die wir haben, schonen. Das gilt auch heute für Kohle, Gas und Öl. Man weiß ja nicht, wofür wir sie noch ansonsten brauchen können.

Umwelt-Magazin:  Also erneuerbar, würde ich jetzt sagen, ist ein Begriff, der dafür steht, dass die Energie unerschöpflich ist.

Konrad Adenauer: Aber das kommt ja aus dem Englischen. Das ist wieder nachgefasst aus dem Englischen. Das eine ist „sustainable“, das andere ist „renewable“. Das gibt es nicht. Man kann Energie nicht erneuern. Das gibt es nicht.

Umwelt-Magazin:  Und meinetwegen ist es auch (…)

Konrad Adenauer: Man kann sie nachbeziehen. Nachbeziehen.

Umwelt-Magazin:  Ja

Konrad Adenauer: Das Wort „erneuern“ ist völlig falsch. Verstehen Sie?

Umwelt-Magazin:  Ja, meinetwegen „nachbeziehen“. Aber (…)



„Das Höchste an Erfindung, was es gibt, ist Atomkraft.“

Konrad Adenauer: Die erneuerbare Energie wirkt im Moment, dann ist sie weg. Die kann ich nicht erneuern. Ich kann über andere Energiequellen nachdenken. Das kann ich tun. Aber man kann die nicht erneuern. Das Wort ist völlig falsch im Gebrauch (…)

Umwelt-Magazin:  Dann machen wir es konkreter (…)

Konrad Adenauer: Solche Modesachen mache ich nicht mit, verstehen Sie? Das sind für mich Quatschbegriffe. Die sollen sagen (lacht)… So ein nachwachsendes Holz wächst nach, sehr langsam natürlich, das ist eine nachwachsende Energie, aber sie kommt von der Sonne her. Was heute scheint, wird morgen zu Holz.

Umwelt-Magazin:  Ja, ich verstehe vollkommen, was Sie meinen, aber da diese Art von Energie ja recht bekannt unter diesem Begriff ist, hatte ich es jetzt so genannt. Also sagen wir es so: Wasserstoff oder (…)

Konrad Adenauer: Ja ich will es Ihnen ja auch gar nicht vorwerfen. Das ist heute die Mode. Aber wie gesagt, man brauchte sich damals nichts Neues vorzustellen. Das war keine Frage damals. Das sind Fragen, die sind später aufgekommen.

Umwelt-Magazin:  Bei Atomkraft zum Beispiel, war man sich der möglichen Konsequenzen, ob jetzt schlimm oder gut, damals bewusst?

Konrad Adenauer: Die Atomkraft war gerade im Entstehen. Das hat ja auch nach dem Krieg erst angefangen – außer der Atombombe vorher – und man war damals dafür. Ich habe übrigens als Schüler in Ihrem Alter das erste deutsche Atomkraftwerk in Kahl am Main besucht. Dann habe ich in der Klasse berichtet, im Physikunterricht. Ich habe Interesse dafür gehabt und halte Atomkraft weiterhin für gut, um das ganz klar zu sagen – ohne Wenn und Aber. Alle Welt macht das, nur wir dummen Deutschen nicht; weil wir befangen sind.

Umwelt-Magazin:  Ok (…)

Konrad Adenauer: Also brauchen wir nicht darüber zu sprechen. Atom ist gut. Das Höchste an Erfindung, was es gibt, ist Atomkraft. Wenn wir aus der Materie selbst die Kraft rausholen, verstehen Sie? Die Kraft, die in Atomen steckt, die holen wir raus. Das ist viel besser als Kohle holen oder Gas oder Öl. Das ist für mich ganz klar und wir waren für Atomkraft, für deren friedliche  Nutzung. Natürlich waren wir das.

„Quält es die Natur, kann man es eben nicht machen.“

Umwelt-Magazin:  Ja, okay – Ich habe ein Zitat von Adenauer herausgesucht. „Lassen Sie mich noch zwei Sachen hinzufügen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte: Die Sorge für gutes Wasser und für frische Luft. Das sind Dinge, die sind genauso wichtig wie das richtige Bauen und das gute Wohnen. Was hilft es Ihnen, wenn Sie in guten Wohnungen leben, atmen aber täglich eine verseuchte Luft ein?! Sie müssen mit aller Entschiedenheit von den Machtmitteln, die Sie als Gemeindevertreter haben, auch gegenüber wirtschaftlichen Unternehmen Gebrauch machen, die das Wasser und die Luft verderben. Ich bin sehr dafür, dass wir wirtschaftlich aufsteigen, aber nicht auf Kosten der Menschen. Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle – und nicht der Profit.“

[Wir sprechen darüber, dass wir uns beide recht schwer verstehen können.]

Konrad Adenauer: Das Zitat kannte ich bisher nicht.

Umwelt-Magazin:  Was denken Sie: Weshalb hat er das gesagt?

Konrad Adenauer: Er hat gemerkt, dass in den 40 Jahren, die seit seinem Einsatz für den Kölner Grüngürtel vergangen waren,  die Luftverhältnisse noch schlechter geworden waren und auch die Gewässer gelitten hatten; Es tat ihm für die Menschen Leid. Er war sicherlich für die Reinheit der Natur, die Reinheit der Gewässer genauso wie die der Landschaft als solche. Das ist völlig klar – bin ich auch. Man hat damals schon erkannt, dass man im Rhein nicht mehr schwimmen konnte und dass die Fische da oft starben, weil die Chemie ihre Abwässer verunreinigt hat. Die Reinhaltung der Gewässer fing ja damals an. Das Zitat ist völlig richtig, das sehe ich genauso. Und mein Großvater war nicht, was viele meinen, der böse Kapitalist und sowas alles. Er war sehr gerecht, in der Mitte. Er war ein Anwalt des kleinen Mannes. Er hat auch damals von dem „verdammten Geschäft“ geredet. Er war nicht jemand, der für jedes Geschäft zu haben war. Das Geschäft stört die Politik häufig. Man kann nicht mit allem Geschäft treiben. Quält es die Natur, kann man es eben nicht machen, nicht wahr?

Umwelt-Magazin: Wir haben auch mit einem Kölner Stadtarchivar geschrieben und uns wurde Ähnliches erzählt. Ich denke mal, dass der Großteil der Deutschen diese Seite von ihm nicht unbedingt erwartet hätte.

Konrad Adenauer: Richtig, das kann gut sein. Da haben wir es nicht so herausragend wie bei anderen Bereichen, bei Außenpolitik zum Beispiel, sodass man ihn nicht so damit verbindet.



Adenauer war Artenschutz wichtig

Umwelt-Magazin: Und war Adenauer Artenschutz wichtig?

Konrad Adenauer: Ja, sicher! Ich kann jetzt kein Zitat von ihm bringen, aber das ist bei ihm gar nicht anders denkbar. Da kommen wir aber nachher nochmal bei anderen Fragen darauf zu sprechen. Ich meine: Der Naturschutz im Allgemeinen, der war Adenauer sicherlich wichtig. Er war schon seit Jugend ein Mitglied und Bezieher der Zeitschrift Kosmos. Das war die Zeitschrift für Naturfreunde. Da ging es um Pflanzen, Pilze, Tiere und so weiter: Von Natur bis zur Astronomie hin. Er war sehr an Themen wie diesen interessiert und auch sehr für die Erhaltung vor allem des Grünen, des Waldes und des Gartens. Er war ein Gartenfreund, da war ihm Artenschutz wichtig. Damals brachte er sich dafür nicht ein, Artenvielfalt war Allgemeingut. Damals war nie einer gegen Artenschutz, verstehen Sie. Man hat heute ganz andere Mittel, festzustellen, welche Arten aussterben. Damals gab es noch nicht diese wandernden Pflanzen und Tiere, diese Neophyten und so weiter, diese Zuwanderer, die hier andere Kulturen zerstören. Das wusste und kannte man damals nicht.

Die Natur bekämpft immer auch die Natur selber, das ist Entwicklung gewesen. Wir haben ja nicht mehr alle Tiere, die wir früher hatten, haben auch keine Saurier mehr, verstehen Sie? Das ist gar nicht zu verhindern. Die Natur ist eben lebendig und nicht statisch. Nur: Was wir tun sollten – das ist meine Meinung – ist, dass nicht unnötig durch unser Wirken, Tiere aussterben. Was die Natur selber mit ihren Tieren macht, das müssen wir ihr überlassen.

In einem kleinen Haus mit drei Fenstern in der Innenstadt von Köln ist mein Großvater groß geworden. Da gab es vielleicht ein bisschen Erde im Hintergrund, in der er auch schon Stiefmütterchen gezüchtet hat. Er hat immer vom Garten geträumt. Er hat sich auch Blumenkataloge bestellt – in Holland für Tulpen und alles Mögliche andere. Er war immer schon jemand, der einen Garten haben wollte. Und dann hat er erkannt, dass gerade in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg immer größere Siedlungen entstanden sind, dass alles sehr verstädtert wurde und dass die Menschen sich stark vermehrten, dass sie keinen Kontakt mehr zum Erdboden und zum Grünen hatten. Und darum hat er nach dem Ersten Weltkrieg die Idee bekommen, diese Grüngürtel in Köln anzulegen, auf ehemaligem Festungsgelände beziehungsweise im Vorfeld des Festungsgeländes. [Anm. d. Red.: Mit „Festungsgelände“ ist vor allem die ehemalige Stadtmauer Kölns gemeint, die abgerissen wurde, und ihr Vorgelände. Auf diesem Gebiet wurde ein großer Teil des Grüngürtels von Köln angelegt.] Adenauer hat tüchtige Helfer gehabt, aber die Idee und die Durchsetzung kamen von ihm. Er hat gesagt, dass das eine Lebensfrage Kölns sei. Wer sich an dem Grüngürtel vergreifen sollte, dem hat er gedroht. Also musste das Grün erhalten werden. Er wollte, dass sich die Leute im Grüngürtel aufhalten können – nicht in abgegrenzten Vierecken, sondern so, dass sie da feiern, Sport treiben, sich aufhalten können, mit Kindern, mit Hunden, mit Spielen und dergleichen. Es sollten sich auch Clubs ansiedeln, Sportfeiern sollten dort möglich sein. Und Adenauer hat vor allen Dingen gesagt, der Mensch muss den Kontakt – ich sag mal – zum dampfenden Erdboden haben. Er darf die Bodenhaftung nicht verlieren. Das war für ihn wichtig. Und das ist dann ja auch viel gemacht und gepriesen worden – bis heute. Ich kämpfe selber an vielen Stellen für die Erhaltung des Grüns. Es gibt Vereine wie den 1. FC Köln, der immer wieder daran nagen und neue Betonbauten daraufsetzen will, Kunstrasen und so weiter und so weiter. Adenauer war dafür, dass die ganze Bevölkerung alles Grün nutzen kann. Das war ihm wichtig. Das hat er auch durchgesetzt. So etwas ist dann in dem Maße in Köln nicht wieder passiert. Ich versuche weiterzuhelfen, dass die Enden der beiden Grüngürtel verlängert werden und auch ein dritter Gürtel angelegt wird. Es war vieles damals noch geplant, was dann nachher durch das Dritte Reich und den Krieg dann nicht mehr durchgeführt worden ist. Aber diesen Mut, so großflächig vorzugehen, einen richtig großen Park anzulegen, den hat Köln nachher nie mehr gehabt. Man kümmert sich, soweit es geht, um den Bestand. Ich habe viele Vorstellungen gehabt, wo man in Köln weitere Bereiche mit Grün hätte bestücken können.


CDU-Wahlplakat mit Adenauer


„Ich denke, es wäre nach wie vor CDU.“

Umwelt-Magazin: Unter Adenauer als Oberbürgermeister wurde die Abfallwirtschaft ja maßgeblich vorangebracht.

Konrad Adenauer: Da denken Sie an die Müllverbrennungsanlage?

Umwelt-Magazin: Genau. Das war ja damals ein ganz neues System. Köln, so wurde uns erzählt, war eine der ersten Städte überhaupt, die überhaupt ein funktionierendes Müllsystem hatte und dann auch irgendwann eine Müllabfuhr.

Konrad Adenauer: Das ist richtig, das war so. Wie man heute das sieht, weiß ich jetzt nicht genau. Ich bin da kein Fachmann. Ich war fünf Jahre im Rat der Stadt Köln in den 90er Jahren. Da ging es auch um die damalige neue Müllverbrennung in Köln, die von den Grünen bekämpft wurde. Ich weiß nicht mehr genau, was sie dem System vorwarfen. Es lag wohl daran, dass die Verbrennungsanlage zu groß dimensioniert war und man Müll irgendwo kaufen musste, um sie wirtschaftlich zu betreiben. Wie das heute funktioniert – wirtschaftlich oder auch ökologisch -, weiß ich nicht genau. Aber die Idee war damals schon gekommen, da haben Sie völlig Recht.

Umwelt-Magazin: In welcher Partei wäre Adenauer umweltpolitisch heutzutage?

Konrad Adenauer: Ich denke, es wäre nach wie vor CDU. Der erste Umweltbeflissene in Deutschland war Herbert Gruhl. Der war in der CDU. Die Ideen waren schon früher da. Das Thema ist eigentlich ein urkonservatives Thema. Man darf nur nicht politisch rückwärts denken. Die CDU heute hat mit der damaligen CDU natürlich etwas zu tun, hat sich aber geändert: Sie hat manche Prinzipien aufgegeben, die sie früher hatte. Sie hat Teile ihres Kerns aufgegeben oder, wie soll man sagen, sich von bestimmten Markenzeichen verabschiedet. Man ist sich immer weiter anderen Parteien ähnlich geworden.

Die CDU und ihre Prinzipien

Umwelt-Magazin: Wo zum Beispiel? In welchem Bereich?

Konrad Adenauer: Ja, ich denke, die Marktwirtschaft geht noch einigermaßen, aber die Werte sind heute viel weniger vorhanden als früher. Die christlichen Werte des Menschen kommen kaum noch vor – auch nicht in der Praxis der Parteimitglieder.

Umwelt-Magazin: Also zum Beispiel?

Konrad Adenauer: Scheidung, zweimal heiraten, aber auch Ethikfragen, zum Beispiel was die menschliche Fortpflanzung angeht. Früher hat man viele Dinge enger gesehen, man hat sie aber auch besser gesehen. Manche hat man fallen gelassen.

Es fehlt heute ein Vorbild. Jemand, den ich beispielhaft finde, wo ist der? Adenauer konnte als Beispiel gelten. Er lebte so, wie er sprach. Er war glaubwürdig. Und das haben die Leute auch gemerkt. Sie haben ihm vertraut – denke ich mir. Er war für sie ein Vater, der es richtig macht, dem man vertrauen konnte und der sie nicht belog oder irgendwie betrog – so, wie man sich eine Familie vorstellte. Davon ist viel verloren gegangen heute. Wir haben den Kommerz überall und auch wieder vorgeschobene Dinge, was zum Beispiel den Umweltschutz angeht. Das ist ja nur ein Teil unseres Lebens. Klima ist ein Begleitzustand. Wir leben nicht vom Klima, sondern mit ihm. Wir müssen also erkennen, dass neben ihm auch andere Werte und Umstände für unsere Zukunft wichtig sind. Ohne Arbeit und Einkommen können wir keinen Umweltschutz betreiben, da wird der Umweltschutz nur ausgebeutet nachher.

Umwelt-Magazin: Klar, aber (…)

Konrad Adenauer: Ökonomie und Ökologie müssen in einem Gleichgewicht stehen.

Umwelt-Magazin: Stellt sich die Frage, ob Klimaschutz in die anderen Bereiche einspielt oder nicht.

Konrad Adenauer: Ja, das soll schon einspielen, aber es darf nicht alleiniger Maßstab sein, verstehen Sie?

Umwelt-Magazin: Alleiniger Maßstab nicht – auf jeden Fall nicht (…)

Konrad Adenauer: Wir haben viele Prinzipien, denen wir folgen müssen. Jedermann muss sich ernähren. Ich muss mich auch noch ernähren, verstehen Sie? Und wenn Sie reinen Naturschutz und reinen Umweltschutz betreiben wollen, dann dürften Sie gar nicht mehr arbeiten und sich gar nicht mehr bewegen. Man muss aber Folgendes sehen: Die Weltbevölkerung hat sich ja in kurzer Zeit verdoppelt. Das heißt, viele Probleme sind dadurch entstanden, dass wir so viele Menschen sind. Ich sage es mal sehr brutal: Das Beste für den Umweltschutz wäre, die Hälfte der Menschen würden da sein. Dann hätten wir Umweltschutz. Man muss rational denken, nicht gefühlsmäßig, nicht wahr? Wir stehen uns ja selber im Wege eigentlich – weil wir zu viele sind. Wir verbrauchen zu viel, zu viel Energie, zu viel Raum, das ist alles zu viel. Und da fängt es eigentlich an. Das kann man noch ganz weit ausführen. Ich will natürlich keinen umbringen, aber wir werden eben mit mehr Menschen zurechtkommen müssen. Das führt eben zu vielen Problemen. Die kann man nicht nur mit Umweltschutz lösen. Die Leute wollen ja ernährt werden und etwas anzuziehen haben. Durch diese Notwendigkeit entstehen heutzutage die Migrationen.

Das Wort „Umwelt (-politik)“

Man hat Umweltpolitik ja namentlich noch nicht betrieben. Das Wort wurde langsam erfunden. Als ich Student war, habe ich beim WDR in den Sommerferien als Kabelhilfe gearbeitet. Das war Mitte der 60er Jahre. Da gab es einen amerikanischen Vortragskünstler, der hieß Tom Lehrer und war ein Rezitator und Sänger. Bei der Aufzeichnung einer seiner Fernsehsendungen habe ich mitgewirkt. Der Titel eines seiner englischsprachigen Lieder hieß „Pollution“. Das bedeutete damals „Umweltverschmutzung“ und war hier völlig neu.



Mein Vater [Anm. d. Red.: Konrad Adenauer, der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers] war 1967 Gründer eines neuen Kölner Rotary Clubs. Sein erster Vortrag handelte von dem Club of Rome. Haben Sie mal was vom Club of Rome gehört? Damals hat er schon über Umweltverschmutzung gesprochen. Das kam damals auf. Das war das Jahr, in dem mein Großvater, der ehemalige Bundeskanzler, gestorben war. Für ihn hatte Klimaschutz beziehungsweise Umweltschutz noch keine Rolle gespielt – wohl aber schon der Gewässerschutz.

Umwelt-Magazin: Ich glaube, man hat früher auf jeden Fall nicht über Klimaschutz geredet, ist ja auch klar, (…)

Konrad Adenauer: Das Wort gab es nicht. Es gab kalte Winter, warme Sommer, das war es. Das hat man also hingenommen, wie es eben war. Es gab immer sehr kalte Winter, es gab auch sehr trockene Sommer, sehr nasse Sommer, das gab es alles auch. Vielleicht sind das heute ein paar Grad mehr.

Bundeskanzler Adenauers Autounfall

Umwelt-Magazin: Konrad Adenauer liebte es, zu rasen und hat vermutlich dabei einen schweren Autounfall erlitten. Hat er daraus Konsequenzen gezogen?

Konrad Adenauer: Mit dem Rasen hat es das Folgende auf sich: Er war ja am Kriegsende schon 70 Jahre alt. Er wollte Kanzler werden. Er ist von Stadt zu Stadt gefahren, um Wahlkampf zu betreiben, von 1945 bis 1949. Dabei hat er es immer eilig gehabt, er musste in seiner Lebenszeit alles noch packen. Er war ein Mann, der keine Freizeit kannte und keine Adiletten, Turnanzüge oder eine andere Sportbekleidung trug. Der war immer im Dienst, mit Hut, Weste und allem Drum und Dran. Er war immer ein Herr und keiner, der am Boden rumkroch; Er hatte immer wichtige Termine vor sich. Für die brauchte er Zeit und musste daher schnell fahren. Es gibt einen schönen Spruch von Adenauer zu seinem Fahrer Schumacher: „Schumacher, jeben Se Jas!“ Also, er musste schnell fahren. Er fuhr selber nie Auto, hatte keinen Führerschein, aber der von Ihnen erwähnte Unfall hatte mit Geschwindigkeit nichts zu tun. Das ist 1917 passiert. Im Ersten Weltkrieg war er noch nicht Oberbürgermeister. Er war erster Beigeordneter und für die Ernährung Kölns zuständig. Sein Fahrer ist mit ihm ist auf der Aachener Straße, also der Ost-West-Achse Kölns, nach links abgebogen und dabei gegen eine entgegenkommende Straßenbahn gefahren. Der Fahrer war müde, es war Mittagszeit, und war offensichtlich eingenickt. Es war also Straßenunfall. Das hatte nichts mit der Geschwindigkeit zu tun. Außerdem konnte man damals gar nicht so schnell fahren, um 1917. Und dann hat er ein halbes Jahr an dem Unfall laboriert, hat fast alle Zähne damals verloren und seitdem nicht mehr gut geschlafen. Das war ein schwerer Unfall. Aber er war sonst ein Freund der Technik. Was den Flugverkehr angeht, hat er sich engagiert. Er hat diese Dinge, diese Entwicklung immer frühzeitig erkannt und auch für seine Zwecke zu nutzen verstanden. Er war insofern immer modern.

Die Stadt Köln

Umwelt-Magazin: Okay, Stichwort „Straßenbahn“: Hat er sich stark in seiner Zeit als Oberbürgermeister um den öffentlichen Nahverkehr bemüht?

Konrad Adenauer: Es war nicht seine Hauptaufgabe, wie das alles funktionierte in Köln. Es gab einen Beigeordneten, der für die Verkehrspolitik zuständig war. Diese Herren waren sehr tüchtige Leute, die im späteren Leben oft noch Chefs von Aktiengesellschaften wurden. Es war so, dass der Austausch zwischen Verwaltung und Wirtschaft sehr viel größer war als heute, ja, und er war flexibler damals. Da war Köln schon gut dran, denke ich mir. Köln ist eine Stadt des Verkehrs gewesen. Wir haben zehn Autobahnen, die auf Köln zuführen. Wir haben als erste Stadt einen Autobahnring erhalten. Von Köln aus führen viele Eisenbahnlinien weg. Jeder zweite Zug in Deutschland berührt entweder Frankfurt oder Köln. [Anm. d. Red.: Wir haben keine Infos dazu gefunden] Köln hat die meisten Berührungspunkte in der Eisenbahn. Nicht Berlin, auch nicht München – und auch nicht Hamburg. Köln ist eine Stadt des Verkehrs. Viele wollen das nicht wahrhaben, aber davon hat Köln gelebt, von der Römerzeit an. Der Rhein war die Verkehrsachse und dazu kamen die Römerstraßen nach Aachen und über Belgien bis nach England hin, die Straßen verliefen auch am Rhein entlang, nach Koblenz, Mainz, umgekehrt weiter nach Neuss im Norden in Richtung Niederlande. Es hat immer den Verkehr gegeben in Köln. Köln musste sich breit aufstellen, bereit für Verkehr und Handel. Der Verkehr brachte den Handel nach Köln. Köln besaß das Stapelrecht. Vom Mittelalter an bis noch nach 1800 mussten alle Schiffe in Köln halt machen und ihre Waren zum Kauf anbieten. Die Kölner hatten quasi ein Vorkaufsrecht auf alle Waren. Und in Köln wurde der Schiffstyp gewechselt. Die Schiffe kamen von Süden bis nach Köln. Diese Schiffe hießen „Oberländer“. In Köln wurde dann auf die „Niederländer“ umgeladen. Also: Köln war eine Stadt des Handels und auch der Träume.

Umwelt-Magazin: Welcher CDU-Politiker oder meinetwegen auch CDU-Bundeskanzler hat Ihrer Meinung nach am meisten nach den Werten von Adenauer Politik geführt?

Konrad Adenauer: Ja, ich denke Kohl, würde ich mal sagen. Da fällt mir als Erster Kohl ein.


Angela Merkel


Angela Merkels Fehler

Umwelt-Magazin: Und am wenigsten?

Konrad Adenauer: Ja, weiß nicht, die Merkel vielleicht (lacht). Also ich habe jetzt so noch nicht darüber nachgedacht. Also Merkel hat am meisten aufgegeben vom Kern der CDU. Warum, weiß ich nicht. Sie will ihr Buch vorstellen, demnächst, ich will ihre Erinnerungen lesen. Wir waren am Ende von ihr enttäuscht. Sie hat drei große Fehler begangen. Das war die Migrationsgeschichte, die sie ohne Absprache mit den Nachbarländern unternommen hat, Atomausstieg nur wegen der drei Wochen bevorstehenden Wahl in Baden-Württemberg. Und was war noch? Da war eine dritte Sache noch… Dann hat sie nicht früh genug als Bundeskanzlerin aufgehört. Sie hätte nach 14 Jahren aufhören müssen. Ein Fehler war auch, dass sie als Vorsitzende der CDU zurücktrat und nicht gleichzeitig als Bundeskanzlerin. Außerdem war Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende nicht geeignet. Sie hätte die beiden Ämter nicht trennen dürfen. Das macht man nicht. Auch Macron hat sich kürzlich geirrt, als er ohne Not eine Neuwahl des französischen Nationalrats anordnete. Das macht man nicht. Das ist dumm. Man muss doch aus der Geschichte lernen. Manchmal kann man es fühlen, mit den Fingern fühlen. Jeder Blinde kann das mit seinem Krückstock fühlen. Macron hat sich mit seiner gespaltenen Regierung selbst Leid zugefügt. Selber Schuld, selbstgemachtes Leid. Es gibt einen alten Spruch: Geh nicht zu Deinem Souverän, wenn du nicht gerufen bist.

Spazierengehen

Ich wollte aber zum Grünen noch was sagen. Mein Großvater war ja Chef im Palais Schaumburg. Das war von einem großen Park umgeben, der geht bis zum Rhein runter. Um den hat er sich sehr gekümmert. Da ist er mittags spazieren gegangen. Als er Urlaub machte in seinen jüngeren Jahren, also in den 20er und 30er Jahren, fuhr er immer in die Schweiz, ins Wallis, auf 2.000 Meter Höhe. Er war Freund der hohen Berge und des Wanderns. Nach dem 2. Weltkrieg war er als Kanzler die ersten Jahre im Schwarzwald, dann auch wieder in der Schweiz und später ganz in Oberitalien an den Seen. Er hat immer die Natur geliebt, ist gerne gewandert und war sehr beweglich. Als er Bundeskanzler war, hat er sehr viele Wahlkämpfe bestreiten müssen. Die hat er immer per Bahn bewältigt. Es gab also einen Wagen der Bahn, den er mieten konnte und den er natürlich auch bezahlen musste. Dieser Waggon ist heute noch im Haus der Geschichte in Bonn zu besichtigen (…)



Umwelt-Magazin: Da war ich!

Konrad Adenauer: Da waren Sie schon, ah ja, gut! Sehr gut! Und dann hatte er mitveranlasst, die Lufthansa zu gründen. Er war schon in den 20er-Jahren im Aufsichtsrat der damaligen Lufthansa. Der Verkehr hat ihn schon immer sehr interessiert. So hat er ja auch die Autobahn Köln-Bonn, die erste deutsche Autobahn schlechthin, mit ins Leben gerufen. Er war bei all diesen Dingen für Fortschritt und Schnelligkeit. Er war in den 20 Jahren auch im Auftrag des RWE, das sagt Ihnen ja was, oder?, und auch von Rheinbraun. Mit Paul Silverberg hat er 1932/33 dafür gekämpft, dass RWE Rheinbraun nicht auffraß, was dann doch geschehen ist.

Adenauers Erfindungen

Es gibt zwei Bücher, die Sie vielleicht interessieren könnten. Ich könnte Ihnen auch diese Buchtitel zumindest einmal mailen. Die handeln von seinen Erfindungen. Er war dafür, dass der Antrieb von Dampf-Lokomotiven verbessert wird. Gut, er war kein Ingenieur, das hat ihm nichts gemacht. Es ging ihm darum, mehr Nutzen aus der Kohle, die verheizt wird, herauszuholen. Dann hat er sich interessiert für die Beseitigung der Staubentwicklung durch den Autoverkehr und für eine Reaktionsdampfmaschine. Er dachte, man könne wie bei einer Rakete mehr Energie aus der Dampfmaschine herausholen. Das Wichtigste auf diesem Gebiet war aber, wie man die Abluft, also die Abgase aus dem Rauch der Kamine, beseitigte. Damals gab es sehr viele von Kaminen beheizte Räume. Er schlug vor, dass man diese Abgase nicht nach oben durch den Schornstein in den Himmel steigen lassen sollte, sondern, dass man sie nach unten zog, also in den Keller absaugte und dann über die Kanalisation aus den Städten heraus, verstehen Sie? Das war seine Idee. Die ist ernsthaft besprochen worden, aber dann hat man gesagt, das ginge schlecht. Wenn die Kanäle voll seien, sei kein Luftraum mehr frei, um die Abgase zu entsorgen, und es gäbe natürlich viele Probleme. Aber die Idee war schon damals da, schädliche Gase von den Bürgern fernzuhalten. Also die Idee hat ihn beschäftigt, aber gut, er war kein Ingenieur und hat auch kein Büro dafür gehabt. Das war damals nicht möglich, umzusetzen.

Umwelt-Magazin: Das ist wirklich richtig interessant. Vielen Dank!

Konrad Adenauer: Ich wollte Ihnen noch ein Kompliment machen. Sie sind ja erst […] Jahre alt. Ich wollte sagen, dass Sie sich schon toll in diese Thematik eingearbeitet haben, sich über das Archiv usw. eingearbeitet haben – Das finde ich schon bemerkenswert, sage ich mal. Das erlebt man nicht häufig, so etwas.

Das freut mich riesig, danke! Lieben Dank auch, dass Sie sich die Zeit genommen haben für das Interview, dass Sie unsere Fragen beantwortet haben. Es hat mich sehr gefreut, mit Ihnen sprechen zu können und so spannende Informationen zu bekommen. Ich finde es immer gut, wenn man respektvoll mit anderen Meinungen umgeht und auch offen für andere Meinungen ist. Ich denke, das haben wir ganz gut geschafft.

Bildquellen

  • Titelbild: © KHUG Alexander Wloka
  • CDU-Wahlplakat mit Konrad Adenauer: Von CDU – Diese Datei wurde Wikimedia Commons freundlicherweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16173763
  • Angela Merkel: Von EU2017EE Estonian Presidency – Diese Datei ist ein Ausschnitt aus einer anderen Datei, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63047045
  • Waggon im HdG: Von Holger.Ellgaard – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16614798
26. November 2024/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2024/11/Adenauer-Interview-Titelbild.png 318 845 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Tim2024-11-26 21:43:452025-05-10 11:36:20Interview mit Konrad Adenauer, Enkel des ehemaligen Bundeskanzlers
Artenvielfalt, Geschichte, Gewässer, Politik, Wirtschaft

Konrad Adenauer und seine Umweltpolitik

Er war der erste Bundeskanzler Deutschlands. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hat sich nach ihm benannt. Die Westbindung und der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg sind Erfolge, die man ihm zurechnet. Wie er zu Umweltschutz gedacht hat, wissen die wenigsten. Wir haben Mails an Expert*innen, Weggefährten und Verwandte geschrieben, Interviews geführt, Archivmaterialien angeschaut, Bücher durchforstet und versucht, eine Antwort zu finden.

Der Grüngürtel Kölns – eine „Lebensnotwendigkeit“

Von 1917 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten war Konrad Adenauer Oberbürgermeister der Stadt Köln. Eine der bekannteren Errungenschaften Adenauers war die Umstrukturierung des Kölner Festungswalls in einen Grüngürtel. Der Festungswall bestand aus zwei Festungsringen. Der innere Ring wurde entfernt, das Abreißen des zweiten Ringes wurde spätestens im Jahr 1919 geplant. Oberbürgermeister Adenauer war strikt für die Anlegung eines Grüngürtels. Er schreibt immer wieder in Anträgen und Briefen von einer „Lebensfrage“. Die Großstadt müsse reformiert werden – wie, das sei leicht erkennbar, wenn man sich die Gründe der Schäden in Großstädten klarmache. Großstädte seien Häusermeere und Steinhaufen, die immer mal wieder von künstlichen Grünanlagen unterbrochen seien. Sie seien zu konzentriert. Großstädter seien Höhlenbewohner, weil sie keine Erde mehr riechen, kein Blühen und Welken der Natur bemerken und keinen Horizont mehr sehen könnten. In dieser Hinsicht kranke Großstädte vergifteten laut Adenauer das Volk. Köln sei in einer gefährlichen Lage und es gebe einen Ausweg: den Grüngürtel. Die „Festung“ Köln solle nicht wiederherstellbar sein. Es wurden Architekten für den Grüngürtel bei einem Wettbewerb ausgewählt; vieles fand unter äußerster Geheimhaltung statt. Auf eine Anfrage von Seiten Wilhelm Sollmanns (SPD) bezüglich einer öffentlichen Stellungnahme Adenauers zum Projekt „Grüngürtel“ antwortete der Oberbürgermeister: „Ich werde in einem größeren Artikel, dessen Aufnahme den Zeitungen vor der Wahl […] nicht zugemutet werden kann, in einer ausführlichen Weise darlegen, daß es sich bei diesem Projekte um eine Lebensnotwendigkeit für Köln handelt […]“. Vor der anstehenden Kommunalwahl war ihm eine öffentliche Diskussion um den Grüngürtel zu riskant. In vielen Städten verlief die Entwicklung einer Stadt gegenteilig. Nicht wenige kritisierten, als dann die konkreten Pläne öffentlich waren, Grünanlagen seien Geldverschwendung. Andere ärgerten sich über die Enteignung von Grundbesitzern, die auf dem Gebiet des geplanten Grüngürtels dann stattfinden müsste.

Innerer Grüngürtel heute

Jedem, den wir gefragt haben, fiel zuerst Adenauers Engagement für einen Grüngürtel, der im Laufe der Zeit auch vergrößert wurde, ein. Wieso war Adenauer so stark gegen eine übermäßige Verstädterung? Holger Löttel, Historiker bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef-Rhöndorf, meint, Adenauer habe aus der Ethik des christlichen Schöpfungsverständnisses eine emotionale Bindung zur Natur gehabt. In der Publikation „Konrad Adenauer. Seine Zeit – Sein Werk“ (Historisches Archiv der Stadt Köln) wird geschrieben, dass Adenauer in seiner Kindheit eine große Verbundenheit zu seinem kleinen Garten verspürt habe. Ein bisschen Natur erschien ihm lebensnotwendig, man dürfe nicht die „Berührung mit der heiligen Erde“ verlieren. Außerdem sei eine Stadt voller einheitlich aussehender Häuser langweilig und unsozial. Wohnen auf neuen Bauflächen könnten sich nur die Reichen leisten. Häufig bezog Adenauer sich dabei auf Pläne des Stadtbaurates Carl Rehorst, die vor seiner Zeit als Oberbürgermeister entworfen wurden. Nach diesen Plänen sollte Köln zwar vergleichsweise viele Naturräume erhalten, aber nicht genügend für Konrad Adenauer. Der Entwurf des Städteplaners Fritz Schumacher setzte sich gegenüber den anderen Entwürfen durch und Adenauer bekam seinen Grüngürtel.

Adenauers Verhältnis zur Natur

„Aus unserer Sicht scheint die Adenauersche Vision der „grünen Stadt“, die damals nicht zeitgeistkonform war, als klimapolitisch zukunftsweisend. Im Hinblick auf die urbane Planung wurde Adenauers Denken aber weniger von ökologischen Kategorien, sondern von sozialen und sozialpolitischen Erwägungen bestimmt. Es ging ihm vorrangig um die Lebensqualität insbesondere auch der Arbeiterklasse in der modernen Großstadt.“ ~ Holger Löttel

Adenauers Naturverbundenheit ging weit. Er war Abonnent der Zeitschrift „Kosmos“, in der über Pflanzen und Tiere geschrieben wurde. Konrad Adenauer liebte Rosen und Blumenkataloge und ist mindestens in seiner Zeit als Bundeskanzler jeden Tag spazieren gegangen. Sein Mitspaziergänger Hans Globke wurde mit einem „Wollen wir, Herr Globke?“ eingeladen, mit durch den Park des Palais Schaumburg zu gehen. Urlaub machte er in seiner Kölner Zeit im Wallis in der Schweiz und wanderte, später im Schwarzwald, dann wieder in der Schweiz und dann an italienischen Seen. Aber Naturverbundenheit hieß für Adenauer nicht, ein sonderlich großes Bewusstsein für Artenschutz gehabt zu haben.

An seinen Nachbarn schrieb er folgenden Brief:


„Sehr geehrter Herr Keiser!

Seit gestern schwärmen Ihre Bienen wieder derartig über unser Grundstück und unser Haus herum, daß wir weder im Garten arbeiten noch den Weg zum Hause benutzen können. Gestern haben meine Angehörigen sich nicht aus dem Hause wagen können. Die Fenster mußten geschlossen werden vor den angriffslustigen Tieren.

Ich habe Sie wiederholt schon gebeten, dafür zu sorgen, daß sich diese Dinge nicht wiederholen, ohne daß Sie bis jetzt darauf reagiert haben. Ich fordere Sie nunmehr auf, binnen 3 Tagen mir zu erklären, daß Sie den angriffslustigen Bienenschwarm, um den es sich hier handelt, entfernt haben. Ich werde sonst polizeiliche Hilfe gegen Sie in Anspruch nehmen.

Hochachtend!“


Er drohte mit der Polizei, weil ihn die Bienen des Nachbarn störten. Ein anderes Beispiel ist ein Protokoll einer Kabinettssitzung  aus seiner Zeit der damaligen Bundeshauptstadt Bonn von 1957. Franz Josef Strauß (CSU) empfiehlt, einige Flächen für militärische Manöver zu nutzen. Adenauer betont: Naturparks für Manöver zu nutzen, sei für ihn nicht tragbar. Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Walter Hallstein (CDU), erwidert, es gäbe doch 700 Naturschutzgebiete. Konrad Adenauer klärt das Missverständnis auf. Natürlich meine er nicht Manöver auf Naturschutzgebieten. Die hätten den Schutz seltender Pflanzen zum Ziel. Er spreche von Naturschutzparks, die der Erholung von „Städtern“ dienten. Diese müssten in jedem Falle von Manöverübungen ausgenommen werden.

Wichtig dabei zu bedenken ist, dass das Artensterben damals nicht so sichtbar war wie heutzutage.

Adenauers Garten heute (© StBKAH)

„Ich würde die These wagen, Adenauer besaß ein innigeres Verhältnis zur Natur als alle bisherigen Kanzler nach ihm.“ ~ Holger Löttel

Nicht nur als Politiker, wenn er von der Verwandlung einer „verkrüppelten“ Großstadt zu einer „modernen“ durch den Grüngürtel spricht, sondern auch im Privaten ist Adenauers Liebe zur Natur bemerkbar. Mit einer Hingabe schreibt er an seinen Sohn, der während des Zweiten Weltkrieges im Wehrdienst ist (Adenauer muss als Gegner der Nationalsozialisten zeitweise sogar ins Gefängnis gehen) über seine Apfelbäume, über Frostperioden. Am 20. 11. 1941 „blüht noch allerhand im Garten, einige Rosen,  Chrysanthemen, Veilchen, Stiefmütterchen und vor allem die schönen Christrosen“. Am 11. 12. „haben wir“, so schreibt Adenauer an seinen Sohn, „zum ersten Male von dem von Dir gepflanzten Grünkohl gegessen, er war ganz ausgezeichnet, er ist auch ziemlich gewachsen, er bedeutet eine wertvolle Bereicherung unseres Tisches.“ Gestern sei eine Karre Dünger gekommen. Das neue Obst sei gepflanzt. „Du wirst staunen!“

Apropos Dünger: Adenauer forderte mehr künstlichen Dünger um die landwirtschaftliche Produktion hochzukurbeln. Das war üblich für die Zeit.

Soja-Wurst bis Feinstaubfilter

Eine bekannte Erfindung Adenauers ist die Sojawurst. Adenauer war längere Zeit ein leidenschaftlicher Erfinder und versuchte Sojawurst patentieren zu lassen. Das misslang in Deutschland, trotz der Bescheinigungen des Direktors am Kölner Krankenhaus, dessen Patienten die Wurst gemocht und vertragen haben. Die Wurst war nicht vegan, sondern bestand neben Soja auch aus Fleischbrühe oder Fleischbrei. Fleisch, das damals rar war, hätte vermutlich bei einem Erfolg der Wurst eingespart werden können.

Patent auf Sojawurst (©StBKAH)

Auch entwarf Adenauer auf dem Papier Feinstaubfilter für die Industrieanlagen oder Zylinder von Eisenbahnen. Für Autoabgase hatte er ähnliche Ideen, die mit den „Adlerwerken“ besprochen, aber nicht umgesetzt wurden.

Erfindung gegen Luftverschmutzung

Dass Adenauer ein Bewusstsein für die Verschmutzung der Umwelt hatte, wird durch seine Erfindungen deutlich. Insbesondere gute Luft war ihm wichtig, weil er im Wallis bemerkt hat, wie viel besser dort die Luft im Vergleich zu der in Köln war. Der in der Zeit des Nationalsozialismus aus seinem Amt entfernte Adenauer hatte vermutlich Zeit, atmete die Luft in der Eifel und dachte nach. Er wollte sich mehr über das Thema informieren, schrieb dem Leiter des Hygienischen Instituts der TH Dresen, Herrn Süple, an und erkundigte sich nach Literatur über Luftverschmutzung. Dieser antwortete recht ausführlich. Herr Adenauer ließ sich inspirieren zu einer weiteren Erfindung und schrieb einen Brief, um ein Patent auf folgende Idee zu bekommen: „Die schädlichen Folgen der Verunreinigung der Luft durch die Abgase, den Ruß usw. der Feuerstellen sind bekannt“, schreibt er und erklärt das Prinzip einer Einrichtung, die die Abgase, den Ruß usw. der Feuerstellen, also Kamine, nach unten in die Kanalisation leiten soll. An einigen Stellen sollte auch die Luft gefiltert und deren übrige Wärme wiederverwertet werden.

Dieser Entwurf eines Ableitens von Kaminrauch in die Kanalisation, den Adenauer geschrieben hat, wurde letztendlich vor allem abgelehnt, da die Kanalisation dadurch nicht mehr begehbar gewesen wäre.

Auf der „Bundesvertreterversammlung der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU/CSU“ sagte Adenauer im Jahr 1960:

„Lassen Sie mich noch zwei Sachen hinzufügen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte: Die Sorge für gutes Wasser und für frische Luft. Das sind Dinge, die sind genauso wichtig wie das richtige Bauen und das gute Wohnen. Was hilft es Ihnen, wenn Sie in guten Wohnungen leben, atmen aber täglich eine verseuchte Luft ein? Sie müssen mit aller Entschiedenheit von den Machtmitteln, die Sie als Gemeindevertreter haben, auch gegenüber wirtschaftlichen Unternehmen Gebrauch machen, die das Wasser und die Luft verderben. Ich bin sehr dafür, dass wir wirtschaftlich aufsteigen, aber nicht auf Kosten der Menschen. Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle und nicht der Profit.“

In einer Kabinettssitzung aus dem Jahr 1963 berichtete Walter Bargatzky (Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheitswesen – BMG) von den gesundspolitischen Folgen der Kohleenergie. Man habe es in England und in den USA geschafft, Kohle zu vergasen, wodurch die Verschmutzung der Luft reduziert werde. Adenauer bittet darum, dass an der Thematik schnell im BMG gearbeitet werde.

Kohle, Öl und futuristisches Atom

„Adenauer war, was die Wirtschafts- und Energiepolitik betrifft, ganz und gar ein „Mann der Kohle“. Bereits als Oberbürgermeister von Köln hatte er persönliche und mandatsmäßige Kontakte zu den großen Fördergesellschaften an der Ruhr und im Rheinischen Braunkohlerevier unterhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte vor allem die Steinkohle als Schmierstoff des westdeutschen „Wirtschaftswunders“ und brachte viele Menschen in Lohn und Brot. Als Ende der 1950er Jahre die Kohlekrise im Ruhrgebiet einsetzte, machte sich der Kanzler für Stützungs- und Subventionsmaßnahmen stark, weil er die sozialen Folgen von Massenentlassungen im Bergbau und nicht zuletzt eine politische Destabilisierung fürchtete. Obgleich die Verschmutzungen an Ort und Stelle offenkundig waren, galten die fossilen Energieträger als gesellschaftlich akzeptiert. Ein diesbezügliches Umdenken setzte erst später ein.“ ~ Holger Löttel

Die einzige „erneuerbare“ Energieform, die zu der Zeit Adenauers im Gespräch war, war Atomkraft. Sie galt als kostengünstig und als Energieform, die einen unabhängig von anderen Ländern machen könnte.

„Bei alledem spielte die Kernenergie keine konkrete Rolle im energiepolitischen Kalkül, sondern war vornehmlich Projektionsfläche für die vermeintlich strahlende Zukunft einer autonomen, den Weltmarktzwängen enthobenen Energiequelle. Zwar wurden während Adenauers Kanzlerschaft die Weichen für den Aufbau der bundesdeutschen Atomwirtschaft gestellt; im großen Stil gingen die Reaktoren aber erst später ans Netz.“ ~ Holger Löttel

Im Jahre 1955 wurde dann ein Bundesministerium für Atomfragen eingerichtet. Der Bundeskanzler hielt vermutlich eine übertriebene Atomkraft-Euphorie für nicht hilfreich. Später, 1967, hat Adenauer sich klar für Atomkraft ausgesprochen, weil diese konkurrenzlos günstig sei. In einem Kabinettsprotokoll aus dem Jahr 1959 findet sich jedoch ein Hinweis darauf, dass Adenauer damals noch einige Skepsis gegenüber Atomkraft gehabt haben könnte. Als Ergebnis einer Besprechung mit zwei Ministern, zwei weiteren politischen Persönlichkeiten und Adenauer wird festgehalten, dass zwar viele Fragen zur Atomkraft geklärt worden seien, es aber noch „gewisse technische Risiken“ gebe, für die die Bundesregierung bisher keine Verantwortung übernehmen könne. Wer diese technischen Risiken angesprochen hat, ist in dem Protokoll nicht genauer festgehalten.

Ein Enkel von Konrad Adenauer, der CDU-Politiker in Gütersloh ist, hat uns bezüglich der Haltung von Konrad Adenauer zu Atomkraft geschrieben:

„Ich kann […] nicht viel beitragen, nur so viel, dass man ja damals zum Beispiel dem Thema Atomenergie viel offener gegenüber war als heute. Und im Nachhinein betrachtet ist ja die Atomenergie nach wie vor die Energie, die aus meiner Sicht am klimaneutralsten ist und am wenigsten CO₂ verbraucht. Das war möglicherweise ein Aspekt, der damals noch nicht die Rolle gespielt hat, sondern eher ein, wenn auch nicht gewollter, Nebeneffekt war.“ ~ Sven-Georg Adenauer

Klara Theil war Köchin von Konrad Adenauer und kannte ihn aus den Jahren, in denen er noch nicht Kanzler war. Sie ist mittlerweile 106 Jahre alt und konnte aus Adenauers Privatleben berichten. Er besaß überall elektrisches Licht und habe häufig vergessen – besonders im Stall -, das Licht auszumachen.

Adenauer-Statue in Berlin

Adenauer – Wie ist er nun umweltpolitisch zu bewerten?

Adenauer lebte in einer anderen Zeit als heute. Man sollte ihn nicht an heutigen Maßstäben bewerten. Kohle war Standard. Nach zwei Weltkriegen lagen große Teile Deutschlands in Trümmern und man war mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Es gab Frauen, die als Trümmerfrauen arbeiteten. Es herrschte generell Energieknappheit, Erneuerbare kannte man nicht wirklich. Die Folgen der Zerstörung der Umwelt waren schon damals sichtbar, vielleicht sogar noch sichtbarer als heute, aber man hat die Thematik eher als ärgerliche Nebenwirkung, die erstmal hintangestellt werden müsse, angesehen, erzählte uns Matthias Zöller, Archivar beim Kölner Stadtarchiv. Der wirtschaftliche Aufschwung war lange Zeit das wichtigere Thema.

So sehr wir uns bemüht haben, wir haben keine politische Aussage aus Adenauers Zeit zur Klimathematik gefunden. Klimapolitik war damals kein Thema. Früher hätte man die Inhalte des Artikels auch nicht mit „Umweltpolitik“ betitelt. Man hat Gewässerverschmutzung, Schutz und Erholung des Menschen, Luftverschmutzung, Artensterben und Abgase eher als einzelne Themen betrachtet. Ein Wort wie „Umweltverschmutzung“ wurde damals kaum genutzt. Für seine Zeit war Adenauer dennoch sehr modern und dachte in Ansätzen bereits nachhaltig. Vor mehr als 100 Jahren den Wert von Grünflächen in Städten nachvollziehen zu können und auch die Gesundheitsrisiken von Luftverschmutzung zu erkennen, ist beachtlich. Das Prinzip der „Schwammstadt“ ist moderner denn je, doch Adenauer hat es schon vor langer Zeit vertreten, während sich heutzutage nicht wenige konservative Politiker*innen einer lebenswerteren Stadt verweigern. Autos gab es noch nicht so viele wie heutzutage. Es wurden zwar nicht nur einseitig Autos gefördert, aber das Ideal der „autogerechten Stadt“ bestand.

Köln wurde unter Adenauer zum Vorbild für die Müllabfuhren in riesigen Städten wie Moskau und Leningrad (heute „St. Petersburg“). Die Abfallwirtschaft in Köln war eine der ersten und modernsten. Von Widerständen ließ Adenauer sich nicht abschrecken solange er von seinem Projekt überzeugt war.

Adenauer argumentierte beim Grüngürtel mit der zu erwartenden zukünftigen Lebensqualität, die ohne Grüngürtel verloren ginge. Auch wenn die Kosten des Projekts kritisiert wurden, hat er sich durchgesetzt. Er sagte explizit: „Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle und nicht der Profit.“ Man müsse sich da im Zweifel gegen die Wirtschaft durchsetzen. Mit diesen Standpunkten, mit dem Prinzip einer Schwammstadt, unterscheidet er sich von vielen anderen Politikern seiner Zeit. Christlich zu sein hieß für ihn, gemeinwohlorientiert zu sein und nicht wirtschaftliche Interessen vor „Lebensnotwendigkeiten“ oder die Gesundheit der Bevölkerung zu stellen. Konservativ zu sein, hieß für ihn Lebensgrundlagen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.

„Was die wirtschaftliche Entwicklung in der Nachkriegszeit betrifft, hätte sich Adenauer durchaus mehr Nachhaltigkeit gewünscht, aber eher aus gesellschafspolitischen und weniger aus ökologischen Gründen. […] In Erhards Augen konnte die Wirtschaft auch immer weiter wachsen, solange die Nachfrage der Konsumenten stimuliert und bedient wurde. […] Adenauer wiederum hat von der erfolgreichen Wirtschaftspolitik seines Ministers sehr profitiert. Gleichwohl sah er deren gesellschaftliche Auswirkungen kritisch. Den Massenkonsum der 1950er und 1960er Jahre (die sprichwörtlichen „Wellen“ wie Fresswelle, Reisewelle., usw.) hielt er für oberflächlich und ethisch problematisch. Er wünschte sich einen gezielteren, überlegteren und in die Zukunft gerichteten Konsum; deshalb war er auch ein großer Freund des Sparens. Abgesehen von öffentlichen Appellen zum Maßhalten hat sich diese Konsumkritik in der praktischen Politik nicht niedergeschlagen, weil das sehr unpopulär gewesen wäre und zu den Erfordernissen einer freien Marktwirtschaft auch schlecht gepasst hatte. Im Prinzip steckt hier aber durchaus ein Nachhaltigkeitsaspekt drin, der heute wieder sehr aktuell geworden ist, obgleich er damals anders motiviert war.“ ~ Holger Löttel

Er war anscheinend sehr pragmatisch und manche seiner Handlungen und Positionen vermisst man im Wahlkampf der aktuellen CDU. Trotzdem wurde unter ihm die Umwelt massiv belastet. Er hatte viel Kontakt zu Kohlelobbyisten und Wirtschaft. Die Umweltbelastung in Gewässern und Luft hat er als problematisch empfunden, aber stark an der Politik konnte und wollte er vermutlich nichts ändern.

Danke!

Danke an

  • Carsten Sick, Archiv Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, Rhöndorf
  • Hans-Werner Frohn, Stiftung Naturschutzgeschichte, Königswinter
  • Hellmuth Linnemann, Bundesarchiv, Koblenz
  • Holger Löttel, Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, Rhöndorf
  • Jennifer Andres, Parlamentsdokumentation, Berlin
  • Jürgen Rosebrock, Stiftung Naturschutzgeschichte, Königswinter
  • Kirsten Landmann, Haus der Geschichte, Bonn
  • Klara Theil
  • Konrad Adenauer und das Sekretariat, Kölner Haus- und Grundbesitzerverein, Köln
  • Matthias Zöller, Historisches Archiv, Köln
  • Sven-Georg Adenauer, CDU, Gütersloh

für die unfassbar netten Mails, die Sie uns geschrieben haben, an die Literaturtipps, Kontakttipps, Fragenbeantwortungen, Erklärungen und das Lob! Ohne Sie hätten wir den Artikel nicht schreiben können. Dafür gibt es bisher im Internet zu diesem Thema einfach zu wenige Informationen.

Quellen

Bildquellen:

  • Titelbild: Adenauer erklärt den Kölner Grüngürtel: © StBKAH
  • Innerer Grüngürtel heute: Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=89555330
  • Patent auf Sojawurst: © StBKAH
  • Adenauer-Statur in Berlin: By  OTFW, Berlin – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8847499

Es kann vorkommen, dass einige Bücher nicht für den Artikel genutzt wurden. Sie wurden aber für die Recherche und Einarbeitung verwendet.

  • Konrad Adenauers Bienenbrief: Quelle
  • Energiepolitik
  • Konrad Adenauer: Wie die Kölner ihren Grüngürtel bekamen | Kölner Stadt-Anzeiger
  • DPMA | Adenauer
  • Geschichte der Naturschutzpolitik | Naturschutzpolitik | bpb.de
  • Umweltverschmutzung und Umweltschutz in der Bundesrepublik Deutschland | APuZ 27/1971 | bpb.de
  • 67. Kabinettssitzung am Donnerstag, dem 7. März 1963 TOP 2, in: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, hrsg. für das Bundesarchiv von Hartmut Weber, Band 16 / 1963, bearb. von Ulrich Enders und Christoph Seemann unter Mitwirkung von Ralf Behrendt, Uta Rössel und Josef Henke, URL: https://kabinettsprotokolle.bundesarchiv.de/protokoll/f1e21843-4676-4bf1-9df8-d55d560887ce#hit0
  • 5. Kabinettssitzung am Mittwoch, den 27. November 1957 TOP 2, in: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, hrsg. für das Bundesarchiv von Friedrich P. Kahlenberg, Band 10 / 1957, bearb. von Ulrich Enders und Josef Henke, URL: https://kabinettsprotokolle.bundesarchiv.de/protokoll/eaec9938-5584-462f-9547-3bd69f6b061d#hit0
  • 87. Kabinettssitzung am Donnerstag, dem 26. November 1959 TOP 6, in: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, hrsg. für das Bundesarchiv von Hartmut Weber, Band 12 / 1959, bearb. von Josef Henke und Uta Rössel unter Mitwirkung von Ralf Behrendt, Markus Buth, Ulrich Enders und Christoph Schawe, URL: https://kabinettsprotokolle.bundesarchiv.de/protokoll/d33b25c0-4356-4564-babd-bde2133bf708#hit0
  • Blumenwitz, Dieter: Beiträge der Wissenschaft
  • Blumenwitz, Dieter: Beiträge von Weg- und Zeitgenossen
  • Böcher, Michael: Umweltpolitik in Deutschland. eine politikfeldanalytische Einführung
  • Dahlhoff, Günther: Konrad Adenauer. Innenpolitik 1949 53 und ihre Bedeutung
  • Feyerabend, Christian; Breitschuh, Roland: Adenauer. Der Garten und sein Gärtner
  • Geppert, Dominik: Die Ära Adenauer
  • Historisches Archiv der Stadt Köln: Konrad Adenauer. Seine Zeit – Sein Werk
  • Hommel, Engelbert: Konrad Adenauers Erfindungen
  • Koch, Peter: Die Erfindungen des Dr. Konrad Adenauer
  • Kölnisches Stadtmuseum: Konrad der Grosse. Die Adenauerzeit in Köln 1917-1933
  • Kuske, Bruno: Die Großstadt Köln als wirtschaftlicher und sozialer Körper. als Beitrag zur allgemeinen Großstadtforschung
  • Rosebrock, Jürgen: Wegbereiter der bundesdeutschen Umweltpolitik. eine kleine Geschichte der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft
  • Schulz, Günther: Konrad Adenauer 1917 – 1933. Dokumente aus den Kölner Jahren
  • Stehkämper, Hugo: Konrad Adenauer. Oberbürgermeister von Köln ; Festgabe der Stadt Köln zum 100. Geburtstag ihres Ehrenbürgers am 5. Januar 1976
  • Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert
  • Weymar, Paul: Konrad Adenauer. Die autorisierte Biografie
  • Wolfrum, Edgar: Die 50er Jahre. kalter Krieg und Wirtschaftswunder
  • Ziegler, Dieter: Rohstoffgewinnung im Strukturwandel. der deutsche Bergbau im 20. Jahrhundert
9. November 2024/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2024/11/Konrad-Adenauer-Titelbild.png 318 845 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Tim2024-11-09 12:12:522025-11-09 13:26:21Konrad Adenauer und seine Umweltpolitik
Geschichte, Politik

Historische Urteile – Klimaschutzgesetze Deutschlands

Dass der Klimawandel eine Gefahr für den Menschen darstellt, kann man nicht mehr leugnen. In diesem Gebiet ist sich die Wissenschaft einig. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass man jetzt etwas tun muss – Sonst wird es fatale Folgen für die zukünftigen Generationen haben.

Mir persönlich stellt sich natürlich, wenn ich an das Thema Umweltschutz denke, die Frage, ob es ein Gesetz gibt, welches den Staat dazu verpflichtet, sich um die Umwelt zu sorgen. Denn angesichts der aktuellen Lage finde ich es selbstverständlich, dass man etwas tun muss. Nach einigem Recherchieren stellte sich heraus, dass es sogar mehrere Gesetze bezüglich Umweltschutz gibt.

Im Grundgesetz findet man den Artikel 20a, der im Jahr 1990 in die Verfassung eingefügt wurde:

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Was gibt es an konkreten Gesetzen?

Am 18. Februar 2019 legte die damalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) einen Gesetzentwurf für ein Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) vor. Somit wurde erstmals versucht, Klimaschutz gesetzlich zu verankern. Ende 2019 wurde das Gesetz verabschiedet. Am 24. Juni 2021 wurde es nochmals überarbeitet. Hier ist ein Teil des neuen Gesetzentwurfes:

„[…] Das bestehende nationale Klimaschutzziel für das Jahr 2030 wird auf mindestens 65 Prozent (weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990) erhöht. Für das Jahr 2040 gilt ein neues nationales Klimaschutzziel von mindestens 88 Prozent. Bis zum Jahr 2045 sind die Treibhausgasemissionen so weit zu mindern, dass Netto-Treibhausgasneutralität erreicht wird. […]“

Dieses Gesetz wurde von Verfassungsrichter*innen in Karlsruhe kritisiert, da die Ziele nicht ausreichend die nächsten Generationen schützen. Die Klimaziele seien nicht effizient und dienten hauptsächlich dazu, drastische Maßnahmen zum Klimaschutz durch Einschränkungen im Alltag möglichst weit aufzuschieben. Der oben erwähnte Artikel aus dem Grundgesetz war einer der Auslöser für die Kritik des Verfassungsgerichts, das auf die Klage verschiedener Umweltorganisationen hin, das deutsche Klimaschutzgesetz als teils verfassungsfeindlich erklärte. Was diesen Vorfall so besonders macht ist, dass es diesmal keine jungen demonstrierenden Menschen sind, deren Meinungen man leicht ignorieren kann, sondern dass diesmal die Kritik von höchst offizieller Stelle kommt – in Sachen Klimaschutz eine völlig neue Erfahrung für die Politik. Eigentlich gab es kein Entkommen mehr für die Politik. Es musste endlich gehandelt werden.

Reaktionen auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts

Nach dem Urteil äußerten sich sämtliche Politiker*innen und Aktivist*innen positiv dazu. Wie zum Beispiel die ehemalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die den ersten Gesetzentwurf zum Klimaschutzgesetz verfasste. Sie sagte, dass sie sich schon immer für eine Erweiterung des Gesetzes eingesetzt habe, allerdings sei dies mit der CDU und der CSU nicht machbar gewesen. Der damalige Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) kritisierte Peter Altmeier (CDU) und warf ihm vor,  den Klimaschutz zu blockieren. Außerdem befürworteten CSU-Chef Markus Söder, Armin Laschet (CDU) und die damalige Grünen-Chefin Annalena Baerbock eine bessere Umweltpolitik.

Als ich das gelesen habe war ich selber positiv überrascht, vor allem, weil das Urteil des Verfassungsgerichtes sich teilweise gegen die Klimapolitik der verschiedenen Parteien richtete – Das war in der Geschichte eher neu.

Dieses Ereignis liegt nun schon mehr ein Jahr zurück, und man hört so gut wie nichts mehr zu diesem Thema, was angesichts der Krisenzeit in der wir leben nicht weiter verwunderlich ist.


Aber trotzdem ist es schlecht, dass die Politik viel zu kurzfristig denkt und keinen Gedanken daran verschwendet, wie die zukünftigen Generationen mit den Versäumnissen der heutigen Politik kämpfen werden müssen.


Quellen:

  • Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art. 20a: Art 20a GG – Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)
  • Deutscher Bundestag  (19/30230)
  • Süddeutsche Zeitung: https://bit.ly/3QkXP8X
  • Zeit Online: https://bit.ly/3Cr341j
  • Wikipedia: https://bit.ly/3vBWQI6
  • Bundesregierung: https://bit.ly/3GIwslW

Das obige Titelbild ist von Guido Radig in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, Link

25. Januar 2023/0 Kommentare/von Sia
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/Bundesverfassungsgericht_-_Karlsruhe-scaled.jpg 1702 2560 Sia https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Sia2023-01-25 15:56:352025-05-10 11:35:54Historische Urteile – Klimaschutzgesetze Deutschlands
Geschichte, Interview

Annas Mitbewohner*innen

Lübeck: Meine Schwester Anna ist jetzt groß. Sie trifft ihre Entscheidungen selbst und so lernt sie an einem Tag im März fünf Ukrainer*innen kennen. Eine ganz persönliche Erfahrung einer Musikstudierenden, die vielleicht auch Hoffnung macht. Ein dreiviertel Jahr später habe ich die Möglichkeit, mit einer der ukrainischen Frauen über Umweltschutz in der Ukraine vor dem Krieg zu sprechen.

Meine Schwester Anna

Meine Schwester Anna wohnt in einem Fachwerk-Reihenhaus. Das Haus ist ganz klein, ungefähr 20m² inklusive Küchenzeile und Dusche, ein Sofa, ein Bett, Schreibtisch und Dachschräge – ohne Tisch, ein Stuhl. Annas Hochschule hat vor einiger Zeit ein Programm eingerichtet, durch das Erstsemester, die zu Studienbeginn noch keine Unterkunft gefunden haben, einen Schlafplatz bei anderen Studierenden vermittelt bekommen. Und dann beginnt der Ukraine-Krieg. Kurzerhand wird das Programm umfunktioniert: Wer kann Flüchtlinge aufnehmen? Anna ist begeistert. Sie entscheidet schnell und kreuzt an: „Platz für Mutter mit Kind“ und „ein Bett von 1,40m Breite“. Eine Mutter mit ihrem Baby braucht nicht so viel Platz, sie werden auf ihrem Bett schlafen können. Ich selbst schlafe dann auf dem Sofa, so plant sie.

Lange Zeit geschieht nichts

Lange Zeit geschieht nichts. Dring, dring! Sonntagnachmittag, Annas Handy klingelt. Zwei Ukrainerinnen, tatsächlich Mutter und Kind, kämen am Abend für einen Monat zu ihr. Ohweia, sie sind nicht nur viel älter als erwartet, die Tochter ist 30 (!), sie haben auch noch einen Hund. Und woher soll man bitteschön am Sonntag einen Hundenapf bekommen?! Einige Zeit später kommt die Verwandtschaft an, mit allem, was man so braucht: Essen, Kleidung, Hundefutter von der Tankstelle und einem improvisierten Napf. Besagter Sonntag:

Hinweis

Dieser Artikel wird nicht richtig dargestellt, wir wissen das und arbeiten dran, den entsprechenden Fehler zu beheben.

 

(um sie abzuholen)

 

 

Was Anna in diesem Moment auch noch erfährt: Sie bringen nicht nur einen Hund, sondern auch noch eine Katze mit.

 

 


Schichtwechsel

Es kommen also eine ukrainische Mutter, ihr 30-jähriges Kind, eine Hündin, eine Katze und Franja, eine sibirische Nacktkatze. Sie alle müssen sich das Bett teilen. Sie schlafen in Schichten, nachts die Frauen, tagsüber die Tiere –Der kleine, kaum zu erkennende rosa Fleck ist Franja, sie braucht natürlich eine Daunendecke, denn selbst für eine sibirische Nacktkatze ist es im März in Lübeck recht kalt. Der behaarten Katze reicht eine leichte Decke. Die Pudeldame liegt in gehörigem Abstand. Wo kämen wir denn hin; Hunde sind schließlich keine Katzen!

Alle fünf sind unendlich freundliche und positive Wesen, sodass Anna schon nach einer Woche sagt, sie möchte nie wieder ohne ukrainische Flüchtlinge sein.

Es ist dann Franja, die den beiden Ukrainerinnen den Start in Lübeck erleichtert. Sie besorgen sich bei einer Spendensammelstelle einen Kinderwagen für Franja und fahren mit ihr durch die Lübecker Altstadt spazieren.  Viele Lübecker Frauen schauen in Erwartung, ein süßes Baby zu erblicken, in den Wagen und  kommen so mit ihnen ins Gespräch; sie gewinnen sogar Freunde – Freunde, dank derer sie nach einem Monat schon eine eigene Wohnung mieten können, für die sie sogar das nötige Mobiliar überlassen bekommen.

So klingt die Geschichte, wenn Anna sie erzählt, mein Vater, meine Mutter oder eben ich. Wenn die beiden Ukrainerinnen sie erzählen würden, klänge die Geschichte sicherlich ein wenig anders. Vielleicht würde sie auch die dunklen Momente enthalten, die es in dieser Zeit sicher auch gegeben hat und sie würde mit einer Bombe beginnen, die in einem gerade neu gebauten Haus aus in einer Kleinstadt bei Kiew zu hören ist…

Interview

Du bist Vegetarierin. Wieso hast du dich dazu entschieden?

  • Ethische Gründe

[Ich bin der Meinung], dass Tiere Lebewesen sind, die Schmerz, Angst, Freude und Vergnügen empfinden und die leben und nicht leiden wollen.

  • Schutz der Umwelt

Die Produktion von Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr verursacht erhebliche Umweltschäden wie Abholzung, Bodenerosion, Süßwasserknappheit, Luft- und Wasserverschmutzung und Klimawandel.

  • Ursachen für die Gesundheit

Eine vegetarische Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Getreide und Obst hilft, den Blutdruck zu normalisieren, das Krebsrisiko zu senken, der Entstehung von Diabetes vorzubeugen und Fettleibigkeit zu beseitigen.

Kannst du uns etwas zum Thema Massentierhaltung und Schlachthöfen erzählen?

Die 24 Oblaste der Ukraine

Darüber weiß ich nicht so viel, aber Massentierhaltung ist in der Ukraine sehr populär. Einer der Schlüsselbereiche [für die Ukraine] ist die Fleischproduktion, die nicht nur sozioökonomisch, sondern auch organisatorisch, technologisch und politisch wichtig ist. Sie ist auch für die Wirtschaft der Ukraine sehr wichtig. In jedem der 24 Oblaste unseres Landes gibt es Tierzuchtbetriebe und Geflügelfarmen.

Hier in Deutschland sind viele junge Menschen nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Ist das auch in der Ukraine der Fall?

Sich vegetarisch oder vegan Ernährende sind vor allem in der jüngeren Generation zu finden, aber in der Ukraine noch nicht sehr verbreitet. Glücklicherweise bewegen wir uns allmählich in diese Richtung. In den Geschäften gibt es immer mehr Produkte, die Fleisch- und Milchprodukte ersetzen können.

Kannst du die Mülltrennung in Deutschland und in der Ukraine vergleichen?

Leider ist die Mülltrennung in der Ukraine noch nicht so weit fortgeschritten. Im Grunde genommen haben wir nur spezielle Container für Plastik und Orte, an denen man das Papier abgeben kann und je nach Gewicht Geld bekommt. Aber in der Stadt gibt es auch Mülltonnen für alle Abfallkategorien. Ich hoffe, dass die Ukraine in Zukunft auch in diese Richtung gehen wird. Als ich nach Lübeck kam, las ich viele Informationen darüber, wie man Müll sortiert, wo man verschiedenfarbiges Glas hinwerfen kann, das ist nicht schwer. Auf diese Weise hilft jeder Mensch jeden Tag, unseren Planeten zu retten. Das ist sehr wichtig und schön.

Was weißt du über Recycling und Foodsharing?

Leider weiß ich nicht, inwiefern wir solche Programme für Menschen haben, denn ich habe sie noch nie benutzt.
Es gibt aber spezielle Organisationen, die Mittag- und Abendessen für Menschen kochen, die keine Wohnung und kein Geld haben. Sie können sich dort auch waschen und schlafen.

Gibt es in der Ukraine viele Bio-Bauernhöfe?

Biobauernhöfe sind in der Ukraine sehr beliebt. Zahlreiche Menschen, die auf dem Land leben, bauen viel Gemüse, Obst und Beeren an. Oft haben sie Kühe, Schweine, Ziegen, Hühner, Enten und Gänse, sodass sie ihre eigenen Milch- und Fleischprodukte wie Butter, verschiedene Käsesorten, Hüttenkäse und saure Sahne herstellen können. Frühmorgens bringen die Menschen alles in die Stadt auf den Markt und verkaufen alles vor dem Mittagessen. Diese Produkte sind schmecken viel besser als im Laden, sie sind frisch (also das, was am Morgen gepflückt oder zubereitet wurde). Es leben in der Stadt auch viele Menschen, die ihren eigenen Garten haben. Diese bauen sehr oft Gemüse, Obst und Kräuter für sich und ihre Verwandten an: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Zwiebeln, Knoblauch, Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini, Dill, Petersilie, Basilikum, Rucola sind sehr beliebt, weil wir viel Sonne und einen sehr guten Boden haben.

Was hat dich positiv überrascht, als du nach Deutschland gekommen bist?

Mir hat gefallen, wie die Deutschen sich um die Natur und die wilden Tiere kümmern, das ist sehr cool. Und was mir aufgefallen ist, ist, dass in den Parks jeder Baum eine eigene Nummer hat, so dass man eine Liste der Bäume führen und sie auch retten kann. [Anm. d. Red.: Falls ihr es noch nicht gesehen habt: In vielen städtischen Parks sind Bäume nummeriert. Die Stadt hat einen Register, in dem alles über die Bäume notiert wird]


Originaltext

Klickt hier, um den Original-Interviewtext auf Russisch zu lesen. Kontaktiert uns gerne, wenn wir Wörter falsch übersetzt haben.


Bilder:

  • Eigene Bilder der ukrainischen Tiere und Messenger-Nachrichten
  • Urheberangabe zu „Die 24 Oblaste der Ukraine“: By Lencer – own work, used:Ukraine_adm_location_map.svg by User:NordNordWestUkraine_2022-02-21.svg by User:NordNordWestReliefkarte_Ukraine.png by User:TschubbyListe der Städte in der Ukraine, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115741689
  • Alle vier Bilder des obigen Titelbildes sind gemacht mit

 

20. Januar 2023/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/Bild1-1.png 480 496 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Tim2023-01-20 16:07:202025-05-10 11:35:33Annas Mitbewohner*innen
Geschichte, Gewässer, Politik, Wirtschaft

Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg

Als der Krieg begann ...

Es ist der 24. Februar 2022, 4:15 Uhr, die Tagesschau meldet online: Putin hat den Krieg angeordnet und dadurch begonnen. In Kiew seien erste Explosionen zu hören.

Die Welt ist im Schockzustand. Ich gehe zur Schule, irgendwie ist die Stimmung in unserer Klasse ernster als sonst, dann erfahre ich von den anderen, was Putin getan hat. Ich bin natürlich wie alle anderen einfach nur entsetzt.

20:00 Uhr: Es läuft die Tagesschau. Noch nicht mal beim Mauerfall und der Wiedervereinigung wurde dort ausschließlich über ein Thema berichtet. Heute schon – und die nächsten Tage auch.

Keine Frage, der Krieg ist dramatisch für die Menschen, das sollte nicht verharmlost werden, aber auch schlimm für das Klima. Durch kriegerische Handlungen leiden nicht nur die Streitparteien, sondern auch Tiere, Natur und eigentlich auch alle Menschen. Egal, wie neutral sie eingestellt sind: Letztendlich wird jede*r durch die steigenden CO2-Emissionen bestraft. Inwiefern genau, darum geht es in dieser Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg.

4. März

Das Völkerrecht verbietet unter anderem auch umweltschädliche Kriege. Im Zusatzprotokoll der Genfer Konvention von den Vereinten Nationen, bei dem auch Russland als Vertragspartei aufgeführt wird, werden Techniken, die lang anhaltende, verbreitete und schwere Schäden verursachen, verboten.

Nicht nur Tonnen von CO₂ werden durch einen Krieg ausgestoßen, es wird auch Grundwasser verseucht, Wälder und Natur werden verwüstet und durch Waffen verbrannt.


Doch weshalb genau wird das CO₂ freigesetzt? Zum einen wegen der Kriegsflugzeuge und Panzer, die natürlich nicht elektrisch betrieben werden wie heute schon einige Autos. Zusätzlich verbrauchen Panzer viel mehr Treibstoffe, was zu einem höheren Ausstoß beim Panzerfahren im Gegensatz zum Autofahren führt. Wenn mehr Treibstoffe in den Tank eines Panzers gefüllt werden müssen als bei einem Auto und der Panzer trotzdem nur die gleiche Strecke mit der Tankladung fahren kann, wird natürlich auch für die gleiche Fahrtlänge deutlich mehr CO₂ ausgestoßen.

Panzer: Treibstoff

Beim russischen Panzer „T-72“ gelten beispielsweise folgende Verbrauchswerte: Auf befestigten Straßen verbraucht er 250 Liter Diesel-Treibstoff pro 100 Kilometer, ein durchschnittlicher PKW verbraucht auf gleicher Strecke dagegen „gerade mal“ 7,5 Liter Kraftstoff und wird schon damit als umweltschädlich eingestuft! Da es insgesamt nicht so viele CO₂-Ausstoß-Daten von Kriegswaffen gibt, kann als Beispiel für Flieger (B25-Bomber) nur ein amerikanisches Modell genommen werden. Der B25-Bomber verbraucht 15.000 Liter pro Stunde. Ein Auto müsste um so viel zu verbrauchen 18 Jahre fahren.

Fest steht für die Ukraine, dass sie Russland eines Tages für die Umweltschäden verklagen will.

März – April: Mariupol


Es rückt das Asow-Stahlwerk in den Vordergrund. Die Stadt Mariupol ist besonders umkämpft und die letzten Einwohner der Stadt sind in das Stahlwerk geflüchtet. Daraufhin wird es angegriffen.


Wären dabei die tausenden Tonnen giftiger Schwefel-Wasserstoff-Lösung in das Asowsche Meer ausgeflossen, wäre die gesamte Flora und Fauna (so die Stadtregierung von Mariupol) einer fast doppelt so großen Fläche wie Schleswig-Holstein, quasi komplett zerstört. Das wäre ein immenser Schaden für Wirtschaft, Natur, Mensch und Tier. Und das wird nicht das einzige Beispiel eines Schadens an Natur durch den Krieg sein.

11. März: Inflation


Langsam bekommt man in Deutschland eine Inflation zu spüren, die in gewisser Weise auch der Umwelt schadet.


Auch auf E-Autos hat der Krieg Auswirkungen

Ein besonders wichtiges Element für den Bau eines Elektroautos ist Nickel. Am 11. März kam die Meldung, dass Nickel mittlerweile 18% teurer geworden ist, und Russland als Vertragspartner und drittgrößter Anbieter von Nickel weltweit wurde sanktioniert. Bei so einem Krieg ist das zwar das Mindeste, was getan werden sollte als Reaktion, aber trotzdem führt das auch dazu, dass Nickel nicht mehr vor allem aus einer noch einigermaßen nahen Region kommt, sondern beispielsweise von den Philippinen, und das bedeutet lange Transportwege, also viel CO₂. Und auch für die bereits erwähnten Elektroautos hat das Folgen. Es ist zu befürchten, dass die geplanten 15.000.000 E-Autos in Deutschland bis 2030 durch Preise und Nickel-Mangel nicht erreicht werden.

23. März: Klimaforschung

Die Arktis ist wegen der Klimakrise in Gefahr, die Region erwärmt sich besonders schnell; Eis schmilzt. Unglaubliche Rekord-Temperaturen werden jährlich gemessen – im Jahr 2021 waren es 38 Grad. Und: Russland ist der größte Nachbar der Arktis. Forschende der Uni Leipzig wollten eigentlich Messungen, die wegen Corona ausfallen mussten, nachholen. Schon vor dem Krieg wurden ihre geplanten Aktivitäten von Putins Seite aus beschränkt – sie dürfen den russischen Luftraum nicht befliegen.

Viele deutsche Forschungsgesellschaften und Institute haben nach Beginn des Krieges aus Solidarität mit der Ukraine die Zusammenarbeit mit russischen Wissenschaftler*innen unterbrochen, dadurch auch deren gemeinsame Projekte. Man kann streiten, ob es richtig ist, für den Krieg auch die Wissenschaftler*innen aus Russland zu bestrafen. Doch auch Projekte wie das „Icarus“, welches den Strom von Zugvögeln untersuchen sollte, scheinen von russischer Seite aus abgebrochen worden zu sein. Seit einiger Zeit bekommen deutsche Forschungsteams keine Daten aus Moskau, und deutsche Ingenieure, die zur Zeit in Russland arbeiteten, haben den Kontakt zu ihren deutschen Kolleg*innen verloren.

26. August: Asbest

Übrigens, mal am Rande bemerkt:

Nicht nur Chemie-Fabriken und Atomkraftwerke stellen eine Gefahr dar: Auch einfache Gebäude, für die der Baustoff Asbest eingesetzt wurde, tun dies – für die Gesundheit. Wenn diese Häuser durch Bombenangriffe zerstört werden, kann der krebserregende Stoff in die Luft und von dort in die Lunge, in Gewebe und Organe gelangen und Jahre später Tumore verursachen. Durch den Wind kann er weiter verbreitet werden.

Asbest wurde jahrzehntelang in Häusern verbaut. Es wurde vor allem bei Dacheindeckungen (Kunstschiefer, Wellfaserzement) und Dämmstoffen verwendet. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften für den Abbau und eine (teure) Sondermüll-Entsorgung.


5. Oktober

Das AKW Saporischschja (beide Kamine und die zwei kleinen Häuser links daneben gehören zum Wärmekraftwerk)

Momentan diskutiert die FDP intensiv über eine Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten in
Deutschland, während in der Ukraine gerade die Gefahr besteht, dass durch das von
russischen Soldaten eingenommene AKW Saporischja, das größte Atomkraftwerk Europas,
ein dritter Super-Gau entsteht. In Deutschland sollen die AKWs die Energie-Versorgung sicherstellen und bezahlbar machen, dabei seien laut Öko-Institut „Strompreiseffekte im Großhandelsmarkt eines Streckbetriebs der Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim äußert gering“, um 0,5-0,8 Prozent würde sich der Preis senken. Und gerade Mal weniger als 0,2 % Gasverbrauch würde ein Streckbetrieb von allen drei AKWs einsparen.

9. Oktober: Fazit

Bisher schätzt die Ukraine die Umwelt-Folgen auf 36 Millionen Euro ein, der Wiederaufbau werde rund 80 Millionen Tonnen CO₂ kosten. Laut Ukraine seien bisher durch den Krieg 31 Millionen Tonnen CO₂ in die Luft gestoßen worden – die Produktion von Waffen ist noch nicht einmal mit hinein gerechnet. Allein in Deutschland fallen für die Produktion von Waffen 32.000 Tonnen CO₂ an, 8.700 Tonnen entstehen bei der Herstellung von Kampffahrzeugen.

Und wir wissen nicht, was noch alles kommt. Angesichts der Tatsache, dass die Kohlekraft wieder hochgefahren werden muss, angesichts der Diskussion über Fracking (Flüssiggas-Gewinnung), angesichts von plötzlich auftretenden Pipeline-Lecks, …

Ein Jahr Krieg – Fortsetzung


Der Ukraine-Krieg hört nicht auf, sondern läuft auf grausame Art weiter. Einmal jährlich, zwischen Februar und März, aktualisieren wir deshalb diesen Artikel.


Bei der UN-Klimakonferenz wurde zum ersten Mal seit Jahren über die Klimafolgen von Krieg und Rüstungsindustrie gesprochen. 49 Millionen Tonnen CO2 seien durch Russlands Handlungen in den ersten sieben Monaten des Kriegs ausgestoßen worden. Und nach mittlerweile ungefähr einem Jahr Krieg kann man mehr über die Umweltschäden durch den Krieg lesen: Über 280.000 Hektar Wald sind zerstört worden, 20 Prozent aller ukrainischen Schutzgebiete sind beschädigt worden, verseuchtes Grundwasser kommt immer wieder vor und es gab viele, viele Fabrikexplosionen… Die Berechnung wird aber noch gewaltiger: Nicht nur in der Ukraine wird die Umwelt verwüstet, sondern natürlich auf Russlands oder anderer Länder Grund und Boden. Russland fackelte Unmengen an Gas ab, das bedeutete in den Mengen zu der Zeit einen CO2-Ausstoß von 9.000 Tonnen! Durch die Sabotage an Nordstream 1 sind 75.000 bis 230.000 Tonnen Methan entwichen, so schätzen Expert*innen. Nicht zu vergessen die Inflation, die beispielsweise dazu führte, dass die Menschen weniger Bio kauften. Von Januar bis Oktober 2022 ging der Umsatz in der Biolebensmittelbranche um 4,1 Prozent zurück (was sich zugegebenermaßen ein wenig relativiert: Das ist das erste Mal, dass der Umsatz dort sinkt und ist im Vergleich zu anderen Jahren trotzdem ausgesprochen gut). Oder zum Fall Lützerath: Viele begründen die Räumung mit dem Willen, die Energieversorgung sicherzustellen.

Und mit all dem haben wir vor ein bisschen mehr als einem Jahr in keinster Weise gerechnet. Mal schauen, was in diesem Jahr noch alles geschieht…


Quellen:

  • Bild von AKW Saporischschja: Von Ralf1969 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7343361
  • https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-russland-ukraine-krise-donnerstag-101.html#Augenzeugen-Explosionen-in-Kiew-zu-hoeren
  • https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-9195.html
  • https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/sarah-fluchs-wie-kriege-die-umwelt-schaedigen.html
  • https://www.autozeitung.de/jaehrliche-fahrleistung-197899.html
  • https://www.derstandard.de/story/2000137983050/kriege-die-vergessenen-klima-und-umweltsuender
  • https://www.stern.de/auto/fahrberichte/ukraine-krieg-und-seine-folgen-die-klimaziele-wanken-31698538.html
  • https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/umwelt/neuer-waermerekord-von-38-grad-celsius-in-der-arktis-gemessen-13375644
  • https://www.mdr.de/wissen/ukraine-krieg-folgen-klimaforschung-arktis-100.html
  • https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-montag-181.html#Umwel
  • https://www.welt.de/wirtschaft/article211016375/CO₂-Emissionen-Krieg-und-Ruestung-die-vergessenen-Klimasuender.html
  • https://www.wiwo.de/technologie/forschung/umkaempftes-atomkraftwerk-in-der-ukraine-hier-sehen-sie-wie-gross-die-radioaktive-gefahr-bei-ihnen-ist/28132014.html
  • https://odlinfo.bfs.de/ODL/DE/themen/wo-stehen-die-sonden/karte/karte_node.html
  • https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/atomkraft-keinen-tag-laenger
  • https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-umweltschaeden-werden-das-land-viele-jahre-belasten-O52RC7Y7VK6GJ5P3SVB3WVJGPE.html
  • https://www.tagesschau.de/faktenfinder/klima-krieg-ukraine-101.html
  • https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/nord-stream-gas-verbrennen-russland-sanktionen-flamme-gaspreis-gazprom-bbc-101.html
  • https://www.ipg-journal.de/rubriken/wirtschaft-und-oekologie/artikel/gruene-auferstehung-6536/
  • [archivierte Version von] https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/umwelt-auswirkung-ukraine-krieg-russland-100.html
  • https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukrainekrieg-umwelt-schaeden-102.html
  • https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ukraine-welche-folgen-der-krieg-fuer-die-umwelt-hat
  • https://www.heise.de/news/Nord-Stream-So-viel-Methan-stroemte-aus-den-zerstoerten-Pipelines-7523985.html
  • https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/klima-und-nachhaltigkeit-bio-lebensmittel-und-inflation-hat-bio-noch-eine-zukunft,TUbRRa9
9. Oktober 2022/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2022/10/ruin-3393530_1280.jpg 720 1280 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/01/F60E74E1-8776-45EE-A552-9C9C94F8C4AD-e1674758668724.png Tim2022-10-09 08:39:372025-05-10 11:35:19Chronik der Umwelt-Schäden durch den Ukraine-Krieg

Instagram

#wirallefürklimaschutzjetzt auf umwelt-magazin.eu #wirallefürklimaschutzjetzt auf umwelt-magazin.eu
Daniel Günther im Interview - Folgt uns und besuch Daniel Günther im Interview - Folgt uns und besucht umwelt-magazin.eu, wenn ihr unsere Arbeit unterstützen und das ganze Interview sehrn wollt
Es geht dabei um Ecosia. Gefallen euch unsere Akti Es geht dabei um Ecosia. Gefallen euch unsere Aktionen? Besucht umwelt-magazin.eu und folgt uns! 💚
Jogi Löw ist bei #wirallefürklimaschutzjetzt Jogi Löw ist bei #wirallefürklimaschutzjetzt
@ecosia 💚 @ecosia 💚
We are currently looking for someone from Nauru wh We are currently looking for someone from Nauru who is willing to record a video message for a climate campaign and has something to say on the topic of climate protection, either because they are well-known and therefore serve as a role model, or because they are very knowledgeable in this area. 

If you have any ideas about who we could contact—whether it's a direct contact or just a tip—please get in touch at: 
redaktion@umwelt-magazin.eu

#nauru
Dass so eine simple Interviewfrage und die dazugeh Dass so eine simple Interviewfrage und die dazugehörige Antwort so viel bewirken können, hätten wir absolut gar nicht erwartet.

➡️ umwelt-magazin.eu
🔴⚪ Heute: Die Bemühungen von RB Leipzig für Nachha 🔴⚪ Heute: Die Bemühungen von RB Leipzig für Nachhaltigkeit

#rbleipzig #umweltmagazineu
Wir beim großartigen @nordenfestival Wir beim großartigen @nordenfestival
Folge uns!

YouTube

abonniere uns!

WhatsApp-Kanal

Unterstützer*in-Newsletter

    Instagram

    #wirallefürklimaschutzjetzt auf umwelt-magazin.eu #wirallefürklimaschutzjetzt auf umwelt-magazin.eu
    Daniel Günther im Interview - Folgt uns und besuch Daniel Günther im Interview - Folgt uns und besucht umwelt-magazin.eu, wenn ihr unsere Arbeit unterstützen und das ganze Interview sehrn wollt
    Es geht dabei um Ecosia. Gefallen euch unsere Akti Es geht dabei um Ecosia. Gefallen euch unsere Aktionen? Besucht umwelt-magazin.eu und folgt uns! 💚
    Jogi Löw ist bei #wirallefürklimaschutzjetzt Jogi Löw ist bei #wirallefürklimaschutzjetzt
    @ecosia 💚 @ecosia 💚
    We are currently looking for someone from Nauru wh We are currently looking for someone from Nauru who is willing to record a video message for a climate campaign and has something to say on the topic of climate protection, either because they are well-known and therefore serve as a role model, or because they are very knowledgeable in this area. 

If you have any ideas about who we could contact—whether it's a direct contact or just a tip—please get in touch at: 
redaktion@umwelt-magazin.eu

#nauru
    Dass so eine simple Interviewfrage und die dazugeh Dass so eine simple Interviewfrage und die dazugehörige Antwort so viel bewirken können, hätten wir absolut gar nicht erwartet.

➡️ umwelt-magazin.eu
    🔴⚪ Heute: Die Bemühungen von RB Leipzig für Nachha 🔴⚪ Heute: Die Bemühungen von RB Leipzig für Nachhaltigkeit

#rbleipzig #umweltmagazineu
    Wir beim großartigen @nordenfestival Wir beim großartigen @nordenfestival
    Folge uns!

    YouTube

    abonniere uns!

    Auszeichnungen

    © Copyright 2022 - Umwelt-Magazin
    • Link zu Mail
    • Login
    • Impressum
    • Datenschutzerklärung
    • Cookie-Richtlinie (EU)
    • Netiquette
    Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
    Umwelt-Magazin
    Cookie-Zustimmung verwalten
    Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
    Funktional Immer aktiv
    Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
    Vorlieben
    Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
    Statistiken
    Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
    Marketing
    Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
    • Optionen verwalten
    • Dienste verwalten
    • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
    • Lese mehr über diese Zwecke
    Einstellungen ansehen
    • {title}
    • {title}
    • {title}