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Digitales & Medien, Abfall & Müll, Interview, Politik

Interview mit Katja Brandis über Umweltschutz im Verlagswesen und Recherchereisen

Katja Brandis ist eine deutsche Kinder-, Jugend- und Sachbuchautorin. Eine ihrer bekanntesten Buchreihen ist die Woodwalkers-Fantasy-Reihe, zu der mittlerweile schon zwei Kinofilme erschienen sind. Katja Brandis ist ein Pseudonym, jedoch hat sie auch unter ihrem echten Namen, Sylvia Englert, Bücher für die Reihe „Frag doch mal die Maus“ zum Beispiel veröffentlicht. Sie setzt sich aktiv für Klimaschutz ein, indem sie beispielsweise einen eigenen Naturschutzwettbewerb veranstaltet oder Tipps für den Schutz des Waldes in ihre Bücher schreibt.

Wir haben mit ihr unter anderem über Umweltschutz im Verlagswesen, die Rolle von Literatur für den Klimaschutz und ihr Engagement gesprochen. Außerdem hat sie von ihren Recherchereisen und der Auswirkung der sich verändernden politischen Lage auf ihre Buchverkäufe erzählt.

„Wir haben nur einen Planeten, wir werden nicht zum Mars auswandern. Bitte passt gut auf die Natur auf und denkt, wenn ihr irgendetwas macht, daran, was für Folgen das für die Natur haben könnte.“ ~ Katja Brandis

Wie immer gilt: Schaut euch bitte das Interview als Ganzes an. Wir fassen Interviews grundsätzlich nicht zusammen, da man dadurch dazu verleitet wird, sich das Video nicht mehr anzusehen. Nicht das vollständige Interview zu sehen, führt aber immer dazu, dass Gedankengänge verloren gehen. Das wäre schade. Deshalb: Viel Spaß mit dem Interview!



 

25. Mai 2026/0 Kommentare/von Jannis und Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/05/IMG_0588.png 318 845 Jannis https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Jannis2026-05-25 15:22:322026-07-29 16:15:43Interview mit Katja Brandis über Umweltschutz im Verlagswesen und Recherchereisen
Digitales & Medien, Geschichte, Interview, Politik

Literaturprofessor Heinrich Detering über Ökologie in der Literatur

Wir haben Professor Heinrich Detering interviewt. Er ist ein renommierter Literaturwissenschaftler und hat an verschiedensten Universitäten – zum Beispiel in Wuhan, Washington, Aarhus, Kiel und Göttingen – gelehrt. Er war Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und hat unter anderem das Große Verdienstkreuz mit Stern verliehen bekommen. Nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Schriftsteller, arbeitete er. In drei seiner Bücher geht es um die ökologischen Gedanken großer Autor*innen. Ein anderes Buch befasst sich mit der Rhetorik der AfD. 

Inhalt

Eine Stunde haben wir über Ökologie in der Literatur  und die Rhetorik der AfD geredet. Wir haben darüber gesprochen, ob er sich als links-grün-versifft betrachtet und wieso er Goethe, wenn er sich für jemanden entscheiden müsste, der umweltbewussteste Schriftsteller war. Heinrich Detering hat uns erklärt, wie schon vor Jahrhunderten ökologische und unglaublich aktuelle Themen präsent waren. Damit meint er keine unbekannten Personen, sondern weltbekannte Schriftsteller, die zu dem Thema schrieben.

Wir haben uns bewusst entschieden, nicht so viel Inhaltliches zu verraten, weil es immer dazu führt, dass wichtige Gedanken verloren gehen. Wir müssten uns entscheiden, etwas zu gewichten und das wollen wir nicht. Das Interview ist als etwas Zusammenhängendes zu sehen und nicht als Haufen verschiedener Fragen, die losgelöst voneinander betrachtet werden können.

Interview



 

10. September 2025/0 Kommentare/von Mia, Jannis und Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/09/Botschaften-Website-12.png 318 845 Mia https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Mia2025-09-10 19:36:092026-07-29 20:06:12Literaturprofessor Heinrich Detering über Ökologie in der Literatur
Abfall & Müll, Alles, Artenvielfalt, Digitales & Medien, Gewässer, Interview, Plakat, Politik, Wirtschaft

Videobotschaften: „Wir alle für Klimaschutz jetzt!“

Umweltschutz ist noch ein Thema, sogar eines der wichtigsten Themen. Das haben viele bekannte Personen, die sich auskennen, bestätigt. Sie haben mitgemacht bei unserer Aktion „Wir alle für Klimaschutz jetzt!“ und bekennen sich mit ihren verschiedenen Perspektiven zu Klimaschutz – jetzt!

30. Juli 2025/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/05/Botschaften-Website-10.png 318 845 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2025-07-30 09:10:512026-07-29 20:07:58Videobotschaften: „Wir alle für Klimaschutz jetzt!“
Politik, Abfall & Müll, Digitales & Medien, Geschichte, Interview, Wirtschaft

„Wenn das Tempolimit irgendwann mal kommt, geht die Welt nicht unter“

Daniel Günther ist der schleswig-holsteinische Ministerpräsident. Wir haben ihn interviewt, weil wir uns von Zeit zu Zeit immer mehr gefragt haben, wie er mit den Widersprüchen umgeht, die zwischen seiner und der Politik der Bundes-CDU herrschen:

Widersprüche


 
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Daniel Günther - Markus Söder

“Anstatt einfach den Mund zu halten und zu sagen, wir kämpfen für eine starke CDU. Und eine starke CSU. Markus Söder führt diese Diskussion mit sich selbst.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Markus Söder

“Es ist ein kleines und schönes Land mit schöner Landschaft, wirtschaftlich enormen Problemen, finanziell hoch verschuldet [… ] Ich würde mal sagen: Um die eigenen Probleme kümmern und dann mit einer ordentlichen Bilanz bundesweit auftreten, ist okay. Ansonsten kann ich nur sagen: [Meine] Position zu den Grünen ist die mehrheitliche Position der Unionswähler.” ~ Markus Söder

Daniel Günther über das Gendern

“Bei manchen Genderdebatten stellen sich mir auch die Nackenhaare auf, aber wir müssen begreifen: Es bringt uns gar nichts, wenn wir über so einen Mist diskutieren.” “Populistisches Draufhauen” helfe der CDU nicht, “die Leute gehen nahtlos zur AfD”. “Kurs der Mitte, sprachlich sauber bleiben, keine Debatten über das Gendern und andere Nebensächlichkeiten führen – den Leuten halt keinen Scheiß erzählen.” ~ Daniel Günther, zitiert in der Süddeutschen Zeitung

Daniel Günther - Friedrich Merz

“Wir müssen diese Möglichkeit, ein [AfD-] Parteiverbot anzustreben, dann auch nutzen. Diese Auffassung teile ich mit vielen.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Friedrich Merz

[AfD-Verbot:] “Das riecht mir zu sehr nach politischer Konkurrentenbeseitigung” ~ Friedrich Merz

Daniel Günther - Carsten Linnemann

“Linke und AfD kann man nicht miteinander gleichsetzen.” ~ Daniel Günther

Daniel Günther - Carsten Linnemann

“Der Unvereinbarkeitsbeschluss ist gut so, wie er ist.” ~ Carsten Linnemann

mehr Beispiele jetzt im Interview

Viel Spaß beim Ansehen!


Das Interview

Mit Daniel Günther haben wir eine halbe Stunde über Klimakrise und Umweltschutz gesprochen. Es ging um Populismus und das Einhalten der Klimaziele. Es ging um die Frage, was Friedrich Merz denn tun würde, wenn unter dem Einhalten der Klimaziele der Wohlstand des Landes gefährdet wird. Laut Merz könnte man dann nämlich die wohlstandsgefährdenden Klimaschutzmaßnahmen nicht durchführen. Wir haben Günther gefragt, ob Verbote vielleicht doch nicht immer so schlecht sind und was er eigentlich von einem Tempolimit hält. Wir haben über Superreiche und Privatjets geredet. Umweltpolitik in Schleswig-Holstein war ein großes Thema. Wir haben ihn zu Robert Habeck befragt und ihm drei Geschenke überreicht, mit denen er etwas machen soll. Wie er geantwortet hat, als wir ihm einen Tempolimitsticker, eine Ausgabe von „Der Schimmelreiter“ sowie ein überraschendes Zitat von Konrad Adenauer gegeben haben, erfahrt ihr im Interview.



 

7. Juli 2025/0 Kommentare/von Jannis, Toni, Tim und Sia
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/07/Asisi-Website-4.png 318 845 Jannis https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Jannis2025-07-07 07:30:402026-07-29 20:09:26„Wenn das Tempolimit irgendwann mal kommt, geht die Welt nicht unter“
Interview, Digitales & Medien, Politik

Interview mit Panorama-Künstler Yadegar Asisi – „Werden und Vergehen der Welt“

Yadegar Asisis Panoramen sind die größten der Welt. Asisi macht verschiedene Panoramen – zu Geschichte, zu Naturräumen. Immer geht es bei seiner Arbeit um das Bewahren, ist uns aufgefallen: um das Bewahren von Natur- und Kulturräumen. Also haben wir ihn genauer befragt und eine selten reflektierte Person erlebt. Wir fassen in diesem speziellen Fall bewusst nichts aus dem Interview zusammen oder schreiben etwas über den Inhalt, weil dadurch Gedankengänge kaputt gehen würden. Das Interview sollte als Ganzes gesehen werden.

„Vielleicht hilft uns das Museum, auch wieder einen besseren Zugang zur Natur zu bekommen? Trotzdem ist der beste Zugang zur Natur die Natur selber. Dann müsste ich mich aber darauf einlassen – Ich müsste Langsamkeit pflegen.“ ~ Yadegar Asisi

Interview



Viel Spaß beim Ansehen!

Bildquelle:

© asisi

9. Mai 2025/0 Kommentare/von Tim und Sia
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2025/05/Asisi-Website-1.png 318 845 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2025-05-09 18:52:382026-07-29 20:12:29Interview mit Panorama-Künstler Yadegar Asisi – „Werden und Vergehen der Welt“
Digitales & Medien

Bücher und Umweltschutz – Wie hängt das zusammen?

Können Bücher etwas zum Klimaschutz beitragen? Mit dieser Fragestellung sind wir zum Fachtag Schulbibliotheken SH nach Mölln gefahren und hoffen, in diesem Artikel zusammen mit Susanne Brandt mindestens eine Teilantwort formuliert zu haben. Susanne Brandt ist bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein für BNE-Projekte („Bildung für nachhaltige Entwicklung“) zuständig.

Meinung | Dass die Klimakrise etwas Schlimmes ist, hätte ich nie bestreitet, aber durch „Klima- und Umweltschutz“ von Anja Reumschüssel ist mir die Dramatik wirklich bewusst geworden. Das Buch ist sehr sachlich geschrieben, nur am Anfang und am Ende wird eine Utopie beziehungsweise Dystopie der zukünftigen Welt beschrieben.

Emotionen und Gefühle nicht nur in der Politik

Die Fakten sind in dem Buch zwar das, was inhaltlich überzeugt, aber durch Anfang und Ende taucht man in das dystopisch oder utopisch dargestellte Leben der Zukunft ein. Man vertieft sich und sitzt nicht mehr in einem gemütlichen Sessel, sondern in einem Land mit Krieg, Hunger und kaputter Wirtschaft. Man stellt sich das Leben dort vor und kann mindestens so gut wie durch Studien die Dramatik verstehen – durch Miterleben. Jedes Fantasy-Buch basiert auf diesem Miterleben. Deshalb, weil diese Art von Büchern mitreißend ist, ist sie sehr beliebt. Liebesromane sind so geschrieben, dass manche vor Mitleid oder vor Rührung weinen. Hochwertigere und historische Bücher wie Oliver Twist schildern eindrucksvoll, wie es Menschen früher ergangen ist. Man fühlt sich mit Oliver Twist verbunden. Sachbücher sind auch großartig, keine Frage, aber berühren tun die meisten Menschen Bücher zum darin-Versinken.

Bei Thema Klimawandel spielen ganz stark Emotionen und Gefühle eine Rolle. Populistische Reden gegen Klimaschutz emotionalisieren Menschen. Populist*innen bieten einfache „Lösungen“ für große Probleme an. Diese „Lösungen“ werden so emotional vorgetragen, dass es die Menschen mitreißt. Genau da können Bücher ansetzen und einen Gegenpol bilden. Sie können Menschen zum Umdenken bewegen durch Geschichten, die durch Mitleid oder eben Rührung überzeugen. Filme können das auch, aber man muss sich weniger dabei denken. Sie sind in einem bestimmten Tempo geschnitten und man kann sich weniger Zeit lassen. Man denkt vielleicht auch weniger dabei mit. Es ist schwerer, eigene Schlüsse während eines Films, eigene Gedanken in die Handlung einzugliedern. Bei Filmen ist genau vorgegeben, wie was in der Handlung aussieht. Vielleicht entsteht dadurch nicht so ein starker Bezug zum realen Leben eines Einzelnen.

Susanne Brandt: „Vorstellungskraft anregen“

Wir haben Susanne Brandt drei Fragen stellen können, unter anderem, warum Bücher etwas zur Bekämpfung Klimakrise beitragen können.



„Es ist leider nicht so leicht, dass ein Buch gleich diesen Effekt hat, aber Bücher können die Vorstellungskraft anregen. Das heißt, sie können dazu anregen, dass wir uns eine Vorstellung davon machen, was wir erreichen möchten. Und sie können Mut machen und sie können Visionen wecken… Alles das braucht man, um dann in einem anderen Bereich, im politischen Bereich, oder im Umweltschutz, oder … wo immer man sich dann engagieren möchte, zu wissen, wo man hin will. Da sind Bücher, glaube ich, gute Möglichkeiten, um diese Motivation aufrecht zu erhalten.“ ~ Susanne Brandt

Bücher werden auch gelesen, weil einem die Autor*innen gefallen, weil man sie geschenkt bekommt, oder weil man die Handlung anders erwartet hat. Das sind weitere Vorteile, denn durch Bücher kann eine Person unbewusst und theoretisch auch ungewollt den Horizont erweitern und aus der eigenen Blase heraustreten.

3. November 2024/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2024/11/Buecher-Klima.png 318 845 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2024-11-03 12:57:392026-07-29 20:18:31Bücher und Umweltschutz – Wie hängt das zusammen?
Digitales & Medien

Sprache in Zeiten der Klimakrise

Als die Sendung „Monitor“ vom WDR auf Instagram Tipps gab, wie man passender über die Klimakrise reden könnte, kommentierte die Bild-Zeitung sogleich ablehnend und höhnisch, dass laut „Monitor“ selbst der Begriff „Erderwärmung“ verharmlosend sei und die ARD-Sendung eine radikale „Klima-Sprache“ fordere.  Was könnte an Worten wie „Klimawandel“ oder „Klimaskeptiker“ verharmlosend und nicht radikal genug sein? Wie sollte man in Zeiten von Krisen sprechen und wann ist man als Journalist*in schon politisch – wann nicht?

„Klimakrise“ – Nicht neutral?

Journalist*innen sollten eine neutrale Sprache wählen, wenn sie einen Bericht schreiben und keinen Kommentar. Das sage nicht ich, sondern das ist ein allgemeines Gebot, an das sich manche mehr halten als andere. Doch wo ist die Grenze zwischen Sachlichkeit und Radikalität auf der einen und Verharmlosung auf der anderen Seite? Ist es schon unsachlich, wenn man das Wort „Klimakrise“ statt „Klimawandel“ nutzt, wie Monitor es auf Instagram als Alternative vorschlägt?  Die Chefredaktion von The Guardian schreibt dazu:

„Wir wollen sicherstellen, dass wir wissenschaftlich präzise sind und gleichzeitig klar mit den Lesern zu diesem sehr wichtigen Thema kommunizieren. […] Der Begriff ‚Klimawandel‘ zum Beispiel klingt eher passiv und sanft, wenn Wissenschaftler von einer Katastrophe für die Menschheit sprechen.“

Das stimmt wohl: Das Wort „Krise“ verweist stärker auf die Problematik, die mit den klimatischen Veränderungen einhergeht. Allerdings könnte man einwenden, dass man damit eher etwas verhältnismäßig kurz Andauerndes wie die Coronakrise assoziiert, die bald auch wieder fast verschwunden ist. Trotzdem ist das Wort „Wandel“ nicht wirklich angemessen, weil die negativen Auswirkungen nicht anklingen. Ein Wandel kann ja auch ganz normal oder gar schön sein. „Krise“ beschreibt den Sachverhalt vielleicht etwas genauer. Wir, das Umwelt-Magazin, nutzen aus den bereits genannten Gründen vorwiegend den Begriff „Klimakrise“ und eben auch „Erderhitzung“ statt „Erderwärmung“.

Ist man skeptisch oder leugnet man?

 Zurück zum Monitor, der WDR-Sendung. Außer über die Begriffe „Klimawandel“ und „Klimakrise“ schreibt er auch über die Begriffe „Klimaleugner“ beziehungsweise „Klimaskeptiker“ und stellt den letzteren in Frage. Warum? Was ist ein Skeptiker?
Im Duden findet man dazu folgenden Eintrag:

Skeptiker: „zu einem durch Skepsis bestimmten Denken, Verhalten neigende männliche Person“

Die Person neigt also durch Skepsis zu einem bestimmten Denken, Verhalten. „Skepsis“ wird unter anderem mit dem Wort „Bedenken“ erklärt und „Bedenken“ unter anderem mit

Bedenken: „schwankende Ungewissheit, ob jemandem, jemandes Äußerung zu glauben ist.“

Normalerweise sind die Menschen, die als „Klimaleugnende“ oder „Klimaskeptiker*innen“ bezeichnet werden, in Bezug auf die Klimakrise aber nicht skeptisch – sie haben keine Bedenken oder sind unsicher – sondern sie sind schlicht und ergreifend leugnend. Sie streiten ab, dass die Klimakrise real ist und dass es die Lebensweise der Menschen ist, die sie vorantreibt. Dabei sind die Fakten klar und die Wissenschaft ist sich quasi einig. Jede*r Deutsche hat Zugang zu den Inhalten und Tatsachen. Sich auf die immer bestehende und immer mitgedachte Restunsicherheit innerhalb – und außerhalb – der Wissenschaft zu berufen, gleicht also dem Leugnen eines wissenschaftlichen Konsenses.

Dass „Klimaleugner*in“ das Wort der Wahl ist, wird übrigens auch bezweifelt. Was heißt das denn? (Fast) niemand würde leugnen, dass es ein Klima gibt. Klima sind durchschnittliche Wetterbedingungen, die über einen längeren Zeitraum gemessen wurden – und dass es Wetter gibt leugnet man im Normalfall nicht. Man leugnet die Klimakrise. Ist „Klimakrisenleugner*in“ das treffendere Wort? Wenn man von Menschen spricht, die die Klimakrise leugnen, ja, wenn man aber von Menschen spricht, die leugnen, dass die Klimakrise menschengemacht ist, nicht. Mittlerweile ist letzteres häufig der Fall. Nun versucht mal für Menschen, die leugnen, dass die Klimakrise menschengemacht ist, ein objektives Nomen zu finden. Klappt nicht so recht, oder? Solange wir keinen passenden alternativen Begriff kennen, werden wir deshalb erstmal weiterhin von „Klimaleugner*innen“ schreiben.

Covering Climate Now

Übrigens, in Europa war The Guardian einer der Vorreiter in Sachen klimagerechte Sprache und auch Teile der BBC reden heute von der „Klimakrise“. Im Hinblick auf diejenigen, die sich auf die wissenschaftliche Restunsicherheit berufen, wurde in der BBC festgelegt:

„Um Unparteilichkeit zu gewährleisten, ist es nicht nötig, offene Leugner des Klimawandels in der BBC-Berichterstattung vorkommen zu lassen. Genauso wenig würden wir es ja tun mit jemandem, der bestreitet, dass Manchester United am letzten Samstag 2:0 gewonnen hat. Der Schiedsrichter hat gesprochen.“

Einige Sendungen der BBC und von The Guardian sind seit einiger Zeit in dem Netzwerk Covering Climate Now, auf Deutsch Jetzt über das Klima berichten. Auch bekannte deutsche Redaktionen haben sich entschlossen, dem Netzwerk mit über 500 journalistischen Partnern beizutreten: Der stern und die taz. Beide haben übrigens schon einmal ein Heft mit Fridays For Future herausgegeben. Zu dem Anlass hat stern geschrieben:

„FFF und den stern verbindet der unbedingte Respekt vor der wissenschaftlichen Erkenntnis. […] Wir räumten der Berichterstattung rund um das Coronavirus verständlicherweise viel Raum ein, anstatt uns weiter mit der anderen Überlebensfrage unserer Zeit zu beschäftigen. […] In der gesamten Redaktion gibt es niemanden, dem die existenzielle Bedrohung durch die Klimakrise nicht bewusst ist. […] Die Marke stern verpflichtet sich ab sofort, den Klimaschutz mit unseren publizistischen Mitteln regelmäßig zu unterstützen und als eines unserer Schwerpunktthemen zu verstehen.“

Und ein solches publizistisches Mittel ist eben auch die Wahl einer Sprache, die die Krise als solche benennt und den wissenschaftlichen Konsens anerkennt. Politik, radikal oder Meinungsmache, liebe BILD, ist das nicht, sondern einfach ein möglichst korrekter Begriff für Tatsachen.

4. Februar 2024/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/11/uejablgguboeahrg-1.png 963 1762 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2024-02-04 21:27:242026-07-29 20:26:47Sprache in Zeiten der Klimakrise
Digitales & Medien, Wirtschaft

Nachhaltige Videokonferenz – Ist das möglich?

Manche vielversprechenden nachhaltige Angebote sind noch sehr unbekannt – so auch Crewdle. Wer sucht schon im Internet nach einem ökologischen Videokonferenzanbieter?! Wir zum Beispiel – In diesem Beitrag stellen wir euch den Anbieter vor.

Crewdle – Was ist das?!

Crewdle ist ein Videokonferenz-Anbieter aus Kanada. Durch ein sogenanntes „Peer-to-Peer“-System, das es ermöglicht,  ohne Server zu kommunizieren, ist Crewdle besonders umweltfreundlich – denn: Server benötigen viel Energie und andere Ressourcen und sind dadurch der Hauptgrund für die Umweltschädlichkeit von Websites.

Laut Crewdle verbraucht man durch die Nutzung ihres Videokonferenz-Angebotes jeweils 15 Prozent weniger Energie und CO₂-Äquivalente.

Auf die Idee kam…

Vincent Lamanna

Vincent Lamanna, als er im Frühjahr 2020 einen Artikel über die Umwelt-Auswirkungen von Streaming las und bemerkte, dass in der Corona-Pandemie hauptsächlich Videokonferenzen benutzt wurden, die umweltschädlich sind. Das wollte er ändern.

Wie es funktioniert

Crewdle ist noch relativ neu und hat deshalb noch nicht besonders viele Funktionen. Man muss sich registrieren und kann dann Videobeitritt-Links erstellen. In der Videokonferenz selbst kann man mit den Teilnehmenden chatten und Rechte für andere Teilnehmer*innen verwalten. In einer kostenpflichtigen Version kann man momentan zusätzlich Videokonferenzen aufzeichnen und den Computerbildschirm teilen. Außerdem kann Crewdle als Plattform für Live-Videostreams von sich nutzen und auch Filmabende werden durch Crewdles Funktion „Watch Party“ ermöglicht.

Quellen

  • (1) die Websites von crewdle.com
  • Bilder mit freundlicher Genehmigung von Crewdle verwendet
6. Oktober 2023/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/10/Crewdle-2.png 1125 1617 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2023-10-06 15:06:492026-07-29 20:32:40Nachhaltige Videokonferenz – Ist das möglich?
Abfall & Müll, Digitales & Medien, Gewässer, Interview, Politik, Wirtschaft

Das Recycling-Interview mit Professor Goldmann

Die Filme und Arbeitsblätter zum Thema Recycling aus dem 45 Minuten langen Interview mit Prof. Dr. -Ing. Daniel Goldmann, Professor für Rohstoffaufbereitung und Recycling von der TU Clausthal! Mittlerweile ist er dort Vize-Präsident. Schaut euch doch bitte die Filme an und verbreitet sie weiter! Das hat soo Spaß gemacht! Professor Goldmann ist soo nett und hat alle unsere Fragen wirklich verständlich beantwortet! Wir sind immer noch in regelmäßigem Kontakt, obwohl das Interview vor fast einem 3/4 Jahr gemacht wurde.

1: Was Recycling bedeutet

In diesem kurzen Video wird erklärt, was Recycling bedeutet und welche (großen) Lücken es in den Gesetzen zum Thema Recycling gibt. Ab dem nächsten Video spielt dann Professor Goldmann die Hauptrolle!

Arbeitsmaterialien zu dem Thema gibt es hier.

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

2: Greenwashing

Hält Coca-Cola ihr Recycling-Versprechen ein? Warum spielt in Bezug auf Greenwashing der Begriff „Rezyclat-Anteil“ eine entscheidene Rolle? Und noch viel mehr!

Arbeitsmaterialien zu dem Thema gibt es hier.

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

3: Papier

Wieso ist Pappe deutlich billiger als Papier und Papier so knapp? Wie lassen sich Pappe und Papier recyceln? Was ist die Schwierigkeit beim Papierrecycling? Und noch viel mehr!

Arbeitsmaterialien zu dem Thema gibt es hier.

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

4: Plastik

Wieso lässt sich Plastik so schwer recyceln? Wie recycelt man Plastik? Weshalb ist manches Plastik unbedenklicher als anderes? Und noch viel mehr!

Arbeitsmaterialien zu dem Thema gibt es hier.

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

5: Plastik in den Ozeanen

Was muss man jetzt tun, damit wir wieder saubere Meere und Ozeane haben? Wie bekommt man das Plastik aus den Ozeanen wieder raus? Und noch viel mehr!

Arbeitsmaterialien zu dem Thema gibt es hier.

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

6: Elektroauto vs. Wasserstoffauto

Was ist besser: Elektroauto oder Wasserstoff und welche Perspektiven gibt es für die Automobilbranche?

Arbeitsmaterialien zu dem und dem Thema gibt es hier. (entsprechen T. 7)

Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

7: Recycling – Ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag


Arbeitsmaterialien zu dem und dem Thema gibt es hier. (entsprechen T. 6)


Die Lösungen bekommen Sie im Normalfall innerhalb eines Tages, wenn Sie eine Mail mit Betreff „Recycling – Lösungen“ über das Kontaktformular unten schicken.

Lassen Sie sich die Lösungen schicken

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3. Juni 2023/0 Kommentare/von Tim und Abdu
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/06/Bild1.png 389 625 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2023-06-03 18:14:182026-07-29 20:39:27Das Recycling-Interview mit Professor Goldmann
Digitales & Medien

Nachhaltiger Umgang mit Medien

Digitalisierung wird heutzutage kaum mehr kritisch hinterfragt und weltweit wachsen die Tech-Giganten immer mehr. Es entstehen Dienste wie ChatGPT und es gibt seit einiger Zeit das Modell der „Tablet-Klassen“. Viele argumentieren bei dem Thema Digitalisierung auch mit der energiefressenden Produktion von Papier. Doch wie nachhaltig ist „Digitalisierung“ wirklich und wie könnt ihr mit ihren Möglichkeiten besser umgehen?

Vorab ein kurzer Denkanstoß, um das Gesamtproblem zu verstehen:

Ist es nachhaltiger, ein Textdokument digital zu lesen oder auf Papier stehen zu haben und zu lesen? Während dem Lesen auf dem Computer wird durchgehend CO₂ ausgestoßen und Energie verbraucht, bei Papier nicht. Zusätzlich werden durch die Herstellung des Computers viele andere Ressourcen verwendet. Dafür ist die Papierherstellung sehr umweltschädlich und verbraucht viel Energie.

Digital ist nicht gleich nachhaltig!

Was von beidem besser ist, kommt auf die Situation an. Schauen wir uns das mal anhand einer Zeitung an.

Zeitung

Wenn ihr weniger als eine halbe Stunde am Tag Zeitung lest und euch lieber Überschriften anschaut, wäre es nachhaltiger, das online zu erledigen. Wer aber lieber Artikel und Berichte liest und über 30 Minuten am Tag in der Zeitung blättert, sollte das auch weiterhin tun, denn beim Lesen einer gedruckten Zeitung werden nicht weiter Emissionen ausgestoßen.

Nicht wenige Menschen suchen nach den wichtigsten Nachrichten des Tages mit einer Suchmaschine, klar. Die meisten von ihnen wissen wahrscheinlich nicht, dass es auch bei der Suchmaschine einige Möglichkeiten gibt, nachhaltiger zu handeln.

Mehr als eine halbe Stunde Zeitung lesen ist besser, als mehr als eine halbe Stunde Online-Nachrichten lesen

Suchmaschine

→Ecosia – Die ökologische Suchmaschine
→Interview mit Eco-so-lo-Gründer

Die bekannteste Suchmaschine ist wohl Google. Über 90 Prozent der Deutschen nutzen Google. Nachhaltig ist der Konzern aber nicht unbedingt: 510,49kg CO₂ werden sekündlich ausgestoßen – 23 Bäume müssten pro Sekunde Auf-Google-Sein gepflanzt werden. Google unterstützt außerdem mehrere Gruppen, die sich dafür einsetzen zu verbreiten, dass die Klimakrise als nicht belegt gilt. Es gab zahlreiche Fälle, bei denen vermeintliche Wissenschaftler*innen im US-Fernsehen die Klimakrise leugneten.

Die Unterstützung folgender Institute ist unter anderem bekannt geworden:

  • Cato Institute
  • Competitive Enterprise Institute (CEI)
  • U.S. Chamber of Commerce

Das U.S. Chamber of Commerce unterstützt übrigens öffentlich Donald Trump, woraufhin Apple bei dieser sogenannten Denkfabrik ausgetreten ist.


Joana Moll ist eine Forscherin und Künstlerin aus Barcelona und hat einige Projekte zum Thema Energieverbauch und Umweltschädlichkeit von Internet gemacht – u. A.: Wie viel CO₂ stößt Auf-Google-Sein aus? Dort wird angezeigt, wieviel CO₂ man verbuchen würde, wenn die Website Google wäre. Auf der Projektseite von „DEFOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOREST“ wird gezeigt, wieviele Bäume pro Zeit gepflanzt werden müssten, um die Umweltschäden von Google wieder „gutzumachen“. Ein weiteres Projekt, „The Hidden Life of an Amazon User“ verdeutlicht auf umgerechnet fast 9.000 DIN-A4-Seiten, was im Hintergrund passiert, wenn man auf Amazon nach einem Buch von Jeff Bezos sucht.


Ecosia ist so eher nicht. Durch Baumpflanzungen und die Unterstützung von Solaranlagen ist Ecosia klimapositiv. Ihre Einnahmen und Ausgaben werden hier auf ihrer Website veröffentlicht und sind also sehr transparent. Ein Großteil ihrer Einnahmen werden an mal größere, mal kleinere Baumpflanzorganisationen aus vielen Ländern weitergereicht. Hier ein Überblick von Ecosia über aktuelle Partnerorganisationen in den Ländern. Das „Baumpflanz-Team“ von Ecosia schaut manchmal bei den Pflanzorten vorbei, um über den Stand der Dinge informiert zu werden, also darüber,wie viele Bäume gepflanzt wurden. Es wird außerdem streng darauf geachtet, dass keine Monukulturen entstehen, sondern die Bäume richtig gepflanzt werden. Bei FridaysForFuture ist das Ecosia-Team auch manchmal als Redner zu Gast und der Gründer von Ecosia hat sich enteignet und mit Hilfe der Purpose-Stiftung dafür gesorgt, dass es auch rechtlich unmöglich ist, den Unternehmens-zielen nicht mehr treu zu sein. Übrigens: Ecosia nutzt die Suchalgorythmen von Microsoft Bing. Wenn ihr mal etwas nicht finden solltet, könnt ihr „#g“ eingeben, dann werdet ihr zu Google weitergeleitet. Einige Konzerne wie RWE markiert Ecosia übrigens mit einem schmutzigen Kohlekraftwerk und andere dagegen mit einem grünen Blatt. Große Unternehmen wie Netflix, Amazon, Twitter oder Meta werden in Zusammenarbeit mit der TU Berlin auf ihre Nachhaltigkeitsberichte hin bewertet. Die jeweilige Note (A-F) steht klein neben dem Suchergebnis. Schaut euch gerne mal die Youtube-Videos (Eng.) von Ecosia an oder durchstöbert deren Blog, um weitere Informationen zu erhalten.

Es ist keine Suchmaschine wie Ecosia, Google oder Bing, sondern eine, die ausschließlich nachhaltige Alternativen anzeigt: Eco-so-lo. Dort können sich Unternehmen eintragen oder werden eingetragen, die nachhaltiger sind als andere. Anhand von drei Kritikerien werden sie bewertet: Ökologie, wie sozial das Unternehmen agiert und Lokalität. In einem Interview haben wir mit dem Gründer von Eco-so-lo, Roland Stiegler, gesprochen. Schaut mal rein!

Probiert doch mal aus, ob Ecosia und Eco-so-lo eine Alternative sind!

Streaming

Ergebnisse einer Studie von Greenpeace, A ist sehr gut, F sehr schlecht.

Musikdienst Note Videodienst Note
iTunes A YouTube A
Spotify D Amazon Prime C
Soundcloud F Netflix D

 

 

Wenn ihr die Möglichkeit habt, wechselt doch auf iTunes beziehungsweise YouTube. Doch das heißt ausdrücklich nicht, dass ihr jetzt immer Musikvideos anschauen, statt -audios hören sollt, weil scheinbar die Videodienste im Durchschnitt besser sind. Denn: Ein Musikvideo zu hören, ist so schädlich für die Umwelt, wie den gleichen Song 33 Mal als Audio zu hören! Insgesamt verbrauchen Videodienste mit 300 Millionen Tonnen CO₂e so viele Emissionen wie Spanien in der gleichen Zeit.

Verwendet eher Audio als Video!

Diese Zahlen sind jetzt einige von vielen; das Ganze variiert extrem. Ein Glasfaseranschluss sorgt für gerade Mal zwei Gramm CO₂e, 3G dagegen für 90 Gramm. Und auch die Qualität des Videos kann sehr viel ausmachen. Während vier Stunden HD-Qualität pro Tag einen durchschnittlichen CO₂e-Ausstoß von 53kg ergeben, verbraucht die Standardqualität (1024×576 Px) nur 2,5kg CO₂e.

Glasfaser und Standardqualität sind die beste Mischung.

Auch mit der Umweltschädlichkeit von Videos hat die Nutzung von Videokonferenzen zu tun.

Videokonferenz

Eine einstündige Videokonferenz verbraucht (variierend) 55g CO₂e. Das ist so viel, als würdet ihr 260 Meter Auto fahren.

Solltet ihr 15 Videokonferenzen in der Woche besuchen und wäre das jetzt auf einen Monat berechnet, würdet ihr 9,4kg CO₂e ausstoßen.

Solltet ihr 15 Videokonferenzen, alle ohne Kamera, in der Woche besuchen und wäre das jetzt auf einen Monat berechnet, würdet ihr gerade mal 377g CO₂e erzeugen!

Wenn nicht unbedingt nötig, die Kamera ausstellen!

Crewdle ist ein nachhaltigerer Videokonferenz-Anbieter aus Kanada. Durch ein sogenanntes Peer-to-Peer-System wird es ermöglicht, keine Server zu nutzen; dadurch ist Crewdle besonders umweltschonend. Server verbauchen viel Energie, geben unfassbar viel Wärme ab. Sie sind der Hauptgrund für die Umweltschädlichkeit von Websites.

Eine einstündige Videokonferenz verbraucht (var.) 55g CO₂, aber bei Crewdle nicht: Es wurden laut Crewdle (bis zum 4.10.2022) 45,555kg CO₂e, 41,414 Liter Wasser und 64,191kWh Strom gespart.

→Nachhaltige Videokonferenz – Ist das möglich?

Cloud

Glaubt man der IT-Branche, stehen wir noch am Anfang der Cloud-Entwicklung. Pro Terrabyte Daten, die ein Jahr in der Cloud gespeichert werden können, werden 105-153kg CO₂ ausgestoßen. Externe Festplatten sind viel nachhaltiger als Cloudlösungen.

Nutzt, wenn möglich, externe Festplatten statt Clouds

Stand-By

Schaltet Geräte auf Stand-By. Ihr spart bei fünf Geräten mit 10 Watt Stand-By-Leistung jährlich 100 Euro und 220kg CO₂ ein!

Bildschirmhelligkeit

Euren Energieverbrauch könnt ihr auch senken, indem ihr die Helligkeit eurer Geräte herunterschaltet.

Handykauf

Kauft nicht jedes Jahr neue Handys. 60 Prozent der 122 Megatonnen CO₂, die ein Handy ausstößt, gehen auf die Produktion!

Akku

Ladet Akkus nur bis auf 80 Prozent auf und informiert euch über Apps, die das kontrollieren können! Durch ein 100prozentiges Aufladen verkürzt sich die Lebenszeit der Akkus erheblich.

Email

Eine Email verursacht um die 10g CO₂ – ungefähr so viel wie eine Plastiktüte. Es gibt einige Anbieter, die auf Nachhaltigkeit setzen. Schaut euch dazu gerne den Artikel auf utopia.de an. Dort werden unter anderem Posteo, Mailbox und Tutanota (nutzen wir übrigens) empfohlen.

Perpektive

Nicht wenige Zahlen und Studien kommen aus den Jahren 2010 – 2018. Man könnte meinen, die Zahlen wären nicht mehr aktuell, weil die IT-Branche effizienter und nachhaltiger geworden ist. Das stimmt nicht. Von Jahr zu Jahr wird das Internet größer und die neuen Technologien überschlagen sich. Der Strombedarf in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt – von 5,8 auf zehn Milliarden Kilowattstunden. Wegen des dortigen Internetknotenpunktes gibt es in Frankfurt am Main die größte Ballung von Rechenzentren. Jedes einzelne Rechenzentrum hat den Stromverbauch einer Kleinstadt. Zusammen macht der Stromverbrauch dieser Rechenzentren ein Viertel des Gesamtstromverbrauchs der Stadt aus – und bis 2025 soll der Stromverbrauch des Rhein-Main-Gebietes auf vier Milliarden Kilowattstunden jährlich steigen – viermal so viel wie im Jahr 2017.

Schaut euch bitte diese Grafik an. Sie zeigt, wieviel Strom für bestimmte Bereiche in der IT-Branche in den Jahren 2010 und 2020 nötig waren, und stehen für sich.

Mit freundlicher Genehmigung von MDR Wissen

Quellen

  • https://www.greenpeace.ch/de/hintergrund/44410/online-vs-papier-zahlen-und-fakten/
  • http://www.janavirgin.com/CO₂/
  • http://www.janavirgin.com/CO₂/DEFOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOREST.html
  • https://www.dw.com/de/warum-finanzieren-google-co-klimaleugner/a-38592641
  • https://de.blog.ecosia.org/ecosia-finanzberichte-baumplanzbelege/
  • Inhalte von Ecosia, dem dazugehörenden Blog und dem YouTube-Kanal
  • https://ecosia.helpscoutdocs.com/article/368-climate-pledge-rating
  • https://eco-so-lo.de/de/
  • https://umwelt-magazin.eu/eco-so-lo/
  • https://utopia.de/ratgeber/streaming-dienste-klima-netflix-CO2/
  • Buch: Grüner leben nebenbei von Christian Eigner, erschienen 2021 bei Stiftung Warentest, ISBN: 978-3-7471-0235-0
  • https://www.umweltbundesamt.de/themen/treibhauseffekt-von-streaming-videokonferenz-co
  • https://www.zeit.de/news/2021-02/18/videokonferenzen-wie-man-die-co2-bilanz-verbessern-kann
  • https://de.crewdle.com/
  • https://www.umweltbundesamt.de/themen/treibhauseffekt-von-streaming-videokonferenz-co
  • https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cloud-energieverbrauch-strom-digitalisierung-1.5529289
  • https://www.arte.tv/de/articles/die-e-mail-erzeugerin-von-treibhausgasen
  • https://utopia.de/ratgeber/e-mail-adresse-alternative/
  • Bild: Viel mehr Daten, mehr Strom – Verwendung genehmigt von MDR Wissen
9. Mai 2023/0 Kommentare/von Tim
https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2023/05/86790DF3-0AEE-4F67-8F05-42C787751EA7.jpeg 1524 2295 Tim https://umwelt-magazin.eu/wp-content/uploads/2026/02/Umwelt-2-1030x1030.png Tim2023-05-09 15:37:182026-07-29 20:39:46Nachhaltiger Umgang mit Medien
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Wir setzen uns für politisch Umweltschutz ein und schreiben Artikel. Wir wollen journalistisch sauber arbeiten und werden immer den Anspruch größtmöglicher Sachlichkeit und Objektivität an uns haben. Andere Redakteur*innen engagieren sich privat für die Umwelt oder vertreten in Formaten Meinungen gegenüber Politiker*innen. Wir unterscheiden zur Kenntlichmachung zwischen "Artikeln" und "Projekten".

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