Interview mit „Alte Bekannte“

Wir reisen zurück in den Winter des letzten Jahres: Es schneit und schneit und schneit, die Temperaturen liegen tagelang bei 0 Grad und… die Nachfolger der A-Capella-Gruppe „WiseGuys“ kommen nach Kiel: „Alte Bekannte“! Doch das wussten wir drei Tage zuvor noch nicht – bis wir eine Antwort auf unsere schriftliche Nachfrage bekommen haben.

Hintergrund

Wir hatten bei Alte Bekannte nach einer Videobotschaft – oder vielleicht
sogar einem Interview per Videokonferenz? – gefragt und bekamen am 28.11.  eine Antwort von Björn, dem „Bass mit Beat-Funktion und Bariton-Attitüde“ bei Alte Bekannte.

Lieber Tim, liebe Redaktion,
vielen Dank für Eure Mail und die damit verbundene Anfrage. Sehr gern schicken wir Euch eine [Videobotschaft]. Sagt gern, ob wir bestimmte Fragen beantworten oder Themen darin ansprechen sollen. Wir nehmen uns dafür gern ein bisschen Zeit. 
Oder seid ihr ganz spontan und wollt gleich selbst ein Interview mit uns machen? Wir sind ja am Freitag (1.12.) für ein Konzert in Kiel und könnten Euch am späten Nachmittag empfangen vor Ort. 
Was sagt ihr?
Liebe Grüße 
Björn und „Alte Bekannte“

An besagtem Freitag war Weihnachtsbasar in unserer Schule. Dort hatten wir uns mit einem Stand eingeplant und der Großteil von uns war danach terminlich auch nicht mehr frei, aber Samstag hätte bei uns ganz gut gepasst – bei „Alte Bekannte“ auch.

Wäre ich ein Kulturkritiker, würde ich von einem fulminanten Konzert am Freitag schreiben, wäre ich keiner, hätte ich das hiermit zurecht trotzdem getan, denn es war einfach meiner Meinung nach fulminant. Das Konzert und die Stücke waren wirklich großartig und die Moderation witzig. In einer gewissen Weise hatte ich also am darauffolgenden Tag stimmungsmäßig – wie soll ich sagen – ’n Lauf.

Zusammen fuhren wir – ja, natürlich so gut es ging mit dem Zug – zu der Unterkunft der A-Capella-Band und führten das Interview. Vor Aufregung haben wir natürlich, wie so häufig, vergessen, unser gutes Mikro anzuschalten, aber es geht hoffentlich allen, die diesen Text lesen, um den Inhalt und nicht um die Hintergrundgeräusche.  Keiner von uns in der AG sollte das jetzt persönlich nehmen, aber wir sind eben auch manchmal VVVs.

Worüber wir gesprochen haben

In unserem Interview haben wir über unfassbar viele interessante Dinge gesprochen. Es ging darum, wer denn schon die Deutsche Bahn braucht und sich auf sie verlassen kann, wenn sie mal wieder „total“ verspätet kommt. Jaja, der Stress, der aus verspäteten Zügen resultiert, sorgt dafür, dass ich nicht mit der Bahn fahre – Ist das eigentlich ein wirklich tragbares Argument von Künstler*innen? Wir haben uns außerdem über die Letzte Generation ausgetauscht und uns gefragt: Wenn das, was uns durch die Klimakrise erwartet die Lösung ist und die Politik nicht genügend zur Bekämpfung beiträgt, wollen wir dann nicht doch lieber die Klimakleber zurück auf den Straßen sitzen sehen? Wir haben über Bands wie Coldplay gesprochen, die zumindest vorgeben, sich um das Weltklima Gedanken zu machen – Und über das Potenzial der Musikbranche im Kampf gegen die Klimakrise. Wie nimmt man die Menschen mit, beziehungsweise müssen sie überhaupt mitgenommen werden, wenn man von Klimamaßnahmen spricht oder Lehrer*innenkind statt Lehrerkind sagt? Polarisierung sei, so hat uns Dän von Alte Bekannte an einem Beispiel verdeutlicht, verhinderbar, indem man immer schön die Ruhe bewahrt und sich sachlich über eigene Meinungen austauscht: In dem Podcast Dreierkette Köln spricht Dän regelmäßig mit zweien, die nicht so „grün“ eingestellt sind, wie er. Nicht selten bekommt er Rückmeldungen, wie besonders und angenehm es sei, dass sie trotzdem so nett miteinander umgehen können. Anstatt pauschal zu behaupten, dass zum Beispiel echte Männer A-Capella hassen würden, kann man eben auch respektvoll über Musikgeschmäcker reden. Anstatt alle „armen alten weißen Männer“ über einen Kamm zu scheren, kann man lieber auf die achten, die sich so benehmen, wie es dem typischen Bild von dem alten weißen Mann entspricht. Uns hat das Interview eine Riesenfreude bereitet und beim anschließenden Spazierengehen fiel uns mal wieder auf, dass es doch auch viele gibt, bei denen man nicht sofort denkt: Nicht in meinem Namen, diese Haltung ist ja so absurd, das will man am liebsten gar nicht erst veröffentlichen, sprich: Es gibt wenige Klimaleugnende.

Nun habt ihr einen ungefähren Eindruck von dem, was euch in dem Interview mit Friedemann und Dän erwartet. Im Interview haben wir uns vor allem auf das neue Album „Stabil“ von „Alte Bekannte“ bezogen. Dort befinden sich die Songs, die ich in den Text eingebaut habe und „Solang‘ ich noch was fühle“.

Interview



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